White House Down

„Olympus Has Fallen“ als Buddy-Komödie mit Herz am rechten Fleck und, wegen teurer Effekte, satter Action fürs Familienpublikum.

White House Down Cover

Roland Emmerich, USA 2013
Kinostart: 05.09.2013
Story: Kriegsveteran John bewirbt sich gerade für den Secret Service, als einheimische Terroristen das Weiße Haus stürmen und Geiseln nehmen, darunter Johns kleine Tochter Emily. Sie haben es auf Präsident Sawyer abgesehen, der sich mit Johns Hilfe im Gebäude versteckt, bis ihn Verräter aus den eigenen Reihen ans Messer liefern.
Von Gnaghi

Der Plot ist der gleiche: „Die Hard“ im Weißen Haus mit Anleihen bei „Air Force One“. Statt so grimmig-brutal wie Antoine Fuquas xenophober Reißer zu marschieren, frönt Roland Emmerich beim Zerstören seiner Lieblingsimmobilie (siehe „Independence Day“) einer leidlich unterhaltsamen Mixtur aus Familienkitsch, Patriotismus und Pathos, bemüht Lincoln und uramerikanische Werte für ein manipulatives, edel glänzendes Starkino, das keinen Anhaltspunkt für seinen bösen Flop am US-Boxoffice liefert. Die Actionkomödie ist zumindest sympathischer als „Olympus Has Fallen“.

Wenn Jamie Foxx als Obama-Verschnitt und Friedens-Homeboy die Turnschuhe anzieht und Unterwäsche-Actionmodel Channing Tatum im McClane-Gedächtnis-Feinripp als Buddy Tag, Tochter, Nation und Weltfrieden rettet, funktioniert der Charme dieser aufrechten Helden mit Fehlern vs. die handelsüblichen Radikal-Psychopathen. Oft ist das komisch, meist sogar unfreiwillig, weil es sein Drama so ernst nimmt und naiv an seine politischen Ideale vom Weltfriedensplan glaubt wie einst Capras Mr. Smith.

Hochwertige visuelle Explosiv-Effekte verwöhnen

Nach betulichem Auftakt verwöhnen hochwertige visuelle Explosiv-Effekte, sodass man den lächerlichen Zinnober rund um eine Verschwörung des, es gibt ihn noch, militärisch-industriellen Komplexes, der Verbeugung vor den Machtinsignien und dem Feilen am märchenhaften modernen Helden- und Werte-Ideal durchaus schamlos-spaßige Seiten abgewinnen kann. So grotesk auch manches Kompetenzgerangel zwischen den Krisenmanagern wirkt, solche hintersinnigen politischen Spitzen gegen die Überforderung des Apparats in Krisensituationen, der laufend falsche Entscheidungen produziert, sitzen durchaus.

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