After Earth

Will Smith spinnt Scientology-Stuss und befreit seinen Sohn von der Angst auf einer postapokalyptischen Wildlife-Erde.

After Earth Cover

M. Night Shyamalan, USA 2013
Kinostart: 06.06.2013, DVD/BD-Start: 17.10.2013
Story: Tausend Jahre in der Zukunft ist die Erde ein verlassener Quarantäne-Planet, auf dem das Raumschiff des legendären General Raige abstürzt. Schwer verletzt schickt er seinen 13-jährigen Sohn Kitai durch den Urwald und seine tödlichen Lebensformen, um ein Notsignal zu senden. Dort lauert ein Alptraum-Monster.
Von Jochen Plinganz

Scientology-Werbefilm von Wilhelm Schmidt & Sohn, die sich, nach „The Pursuit of Happyness“ wieder vereint, an einem Vater-Sohn-Drama auf der postapokalyptischen Erde versuchen. Als 130 Millionen Moppen teures Actionspektakel. In unbedingter Treue zu John Travolta, der mit „Battlefield Earth“ Sektentrash verzapfte, folgt diese Farce seinen Spuren:

Bei dem von der ganzen Familie Smith finanzierten Privatprojekt dient Co-Autor Gary Whitta („The Book of Eli“) wieder seine parareligiöse Gebetspädagogik an und Mythenmurkser M. Night Shyamalan, dem einst „The Sixth Sense“ gelang, seine mahnende Esoterik-Zukunft. Nun wäre eigentlich der dritte Hollywood-Thetan, Tom Cruise, an der Reihe. Dessen „Oblivion“ geriet jedoch viel zu hochwertig.

Eine Initiation wie Nicolas Roegs „Walkabaout“ als Videogame

Gerade weil das schwerfällig-bleierne Abarbeiten am überflüssigen Drama zwischen einem grimmig-reglosen Drill Instructor und seinem grinsenden Teenie-Filius („Karate Kid“ Jaden Smith) schauspielerisch kaum hinreichendes Talent offenbart und dazu schwer an seiner überdeutlichen Metaphorik trägt, regt es zu Heiterkeit an. Indessen bieten die bunt-digitale Effekt-Aufzüge mit hübscher Hi-Tech- und AI-Unterstützung sowie Pastellplastik-Wohnraum visuelle Abwechslung vom Heiland-Soldaten-Pathos.

Dies mutet an wie ein Pfadfinder-Survival-Orientierungslauf durch das Safari-Raubtiergehege: Eine Initiation wie Nicolas Roegs „Walkabaout“, was auch den Gedankenfluss erklärt. Denn während sich das Gespann von seinen Schuldphantasien erlöst, reist das SciFi-Abenteuer zur Traumzeit. Wenn auch wie ein musikalisch mieses Videogame mit aufopferungsvollen Greifvogelmüttern als Schutzengel.

Grandiose Lachnummer im schmucken Blockbuster-Outfit

Alldieweil sich der Junge beweisen will, muss er Gehorsam und Selbstkontrolle lernen – praktischerweise bekommt er seine Anweisungen direkt von Gott, i.e. vom emotionslosen Erzeuger per Funk – ganz wie in einem Clearing. Vor allem aber muss er seine Angst überwinden, ehe er für das Riesenmonster unsichtbar wird und es so besiegen kann. Um endlich ein Übermensch zu werden wie der Papi.

Darüber hinaus bietet der Scientology-Kurs zum Preis eines Kinotickets noch majestätische Wildlife-Panoramen, eine Öko-Botschaft (die Umweltverbrechen der Menschheit rächen sich!) und – im Zuge dieser weiteren amerikanischen Variation einer Familienkonsolidierung – einen olympischen Fackellauf auf einen Mordors Mount Doom ähnelnden Vulkan. Eine grandiose Lachnummer im schmucken Blockbuster-Outfit.

Ein Gedanke zu „After Earth“

  1. LOL, die besagten Zitate aus dem Film:
    „Fear is not real. It is a product of thoughts you create“ (dt.: „Furcht ist nicht real. Sie ist ein Produkt deiner Gedanken.“)
    „Be present in the moment.“ (dt.: „Sei in der Gegenwart präsent.“)
    Also, meiner Meinung nach sind beide Aussagen korrekt und wichtig, dennoch lassen sich ähnliche Aussagen in fast jeder anderen Religion finden. Dennoch für die Kritiker: Wenn dies Scientology ist, spricht das in meinen Augen eher für Scientology, als dagegen!
    Weiter könnte man wahrscheinlich jeden Film auf diese Art und Weise untersuchen und „zufällig“ Parallelen finden.

    Ich habe sogar mit Anonymous-Mitgliedern gesprochen und selbst die, wo sie sonst doch jeden Unsinn wiederkauen, der gegen Scientology spricht, haben gesagt, dass das mit After Earth Stumpfsinn ist 😉

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