The Counselor

The Counselor Cover

Ridley Scott, USA/GB 2013
Kinostart: 28.11.2013

Mit großer, teilweise irre gut aufspielender Starriege verfilmt Ridley Scott („Prometheus“) den Pulitzer-Preisträger Cormac McCarthy („The Road“) zu einem hochtrabend-eleganten Anti-Thriller am Rio Grande, wo Menschenleben nichts wert sind. Ein namenloser Anwalt, genannt Counselor, steigt durch einen hirnweichen Hallodri ins Drogengeschäft ein, weil der Romantiker seiner Verlobten einen sündteuren Diamant schenken will. Der lapidare Zufall lässt den Deal scheitern und damit ist das Todesurteil für ein ganzes Ensemble Luxus-Gauner gefällt, denn das erbarmungslose Kartell schickt seine Bluthunde los.

Beim Versuch einen nihilistischen Witz zu erzählen, produziert McCarthy literarische Prätention und Scott erlesene Bilder von Reichen und Schönen – beide schaffen damit ein selbstgefälliges Thesenstück, wie unerbittlich und wertlos das Leben ist. Der nebulöse Noir schwebt im luftleeren Raum, liefert keinen Hintergrund zu den Figuren, lässt nie durchblicken, was genau geschieht (durchaus absichtlich). Die Folge: Die Modern-Day-Moritat, angelehnt an „No Country for Old Men“ (die Vorlage stammt ebenfalls von McCarthy), will unbedingt ungewöhnlich sein, ist aber nur langatmig, spannungsarm und völlig uninvolvierend.

Und das, obwohl mit Michael Fassbender, Penélope Cruz, Cameron Diaz, Javier Bardem und Brad Pitt fünf Hochkaräter grandios agieren und exquisit-hintergründige Dialoge zum Besten geben. Aber die Kollision zweier Welten – romantisch-bürgerlich und mörderisch-mondän – mit ihren bizarren Merkwürdigkeiten, denen sich die Charaktere hingeben, ist kalt und keiner kommt einem nahe – weshalb es nicht nur egal ist, wer wie wann auf grausame Weise stirbt. Sondern auch das aufgesetzte philosophische Geschwurbel, die ach so lebensklugen Ansichten, die ganze ausgestellte Erotik und der Lifestyle ganz schön verärgern. Wer auf L’art pour l’art steht, kann sich über diesen seltsam leeren Irrläufer über die Bestie Mensch mit seiner sardonischen Bitterkeit, den Jagd-Metaphern plus kuriosem Geschwätz sicher freuen, auch wenn sich einzelne Elemente einfach nicht addieren wollen.

Max Renn

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