Transcendence

Das Near-Future-Drama um die Auswirkungen einer vernetzten K.I. spielt mit Technikängsten auf schwachem Camp-Niveau.

Transcendence Cover

Wally Pfister, USA/GB/C 2014
Kinostart: 24.04.2014, DVD/BD-Start: 28.08.2014
Story: Dr. Will Caster hat gerade den selbständig denkenden und fühlenden Quantencomputer PINN erfunden, da wird er von technologiefeindlichen Terroristen mit Polonium vergiftet und stirbt binnen weniger Wochen. Derweil läd seine Frau Evelyn seinen Geist in die Maschine. Will geht als Superintelligenz online.
Von Caroline Lin

Alles, was Spike Jonze kürzlich mit „Her“ so elegant gelang, misslingt diesem „Him“ zu massivem Murks: Die Maschine mit Empfindungen, die Technologische Singularität also, heißt hier, religiös konnotiert, „Transzendenz“. Christopher Nolans Stammkameramann Wally Pfister („Inception“) begegnet mit zu viel Plot und zu wenig Drama seinem Rasenmähermann 3.0 – arg simpel und unentschlossen, was er sein und aussagen will.

Mal analog-naturfarbenen, mal aseptisch-futuristisch erzählt der wie sein Drehbuchdebütant Jack Paglen überforderte Pfister ein Liebesmelo mit „The Fountain“-Einschlag. Da Johnny Depp („Lone Ranger“) Schwaches leistet und seine Partnerin Rebecca Hall („Prestige“) kühl bleibt, wächst nichts rüber, was die Akteure bewegt – ein fades Filmpaar ohne jede Chemie. Der Rest der Cast (u.a. Morgan Freeman, Paul Bettany) ist unterfordert.

Ein durch und durch dummer Film zu einem smarten Thema

Pfister verwechselt erwachsen mit lahm, inszeniert so uninvolvierend und unglaubwürdig, dass Mitfühlen und Sympathie unmöglich werden. Nie erfährt man mehr über die Figuren, alles bleibt formelhaft und kratzt nur an der Oberfläche der reichhaltigen K.I.-Thematik, die man dutzendfach (v.a. bei James Cameron) besser gesehen hat. Eine Geduldsprobe zwischen unspektakulär-reizlos und belustigend schlecht.

Keine Idee wird richtig ausgeführt, keine Szene angemessen inszeniert, Emotionen hängen im leeren Raum. Dafür stieren die Darsteller ergriffen in die Linse, was unfreiwillig komischen Camp erzeugt. „Transcendence“ fehlt die menschliche Transparenz, ein durch und durch dummer Film zu einem smarten Thema, leider von Christopher Nolan mitproduziert, der mit „Interstellar“ im Herbst hoffentlich Intelligenteres zu bieten hat.

3 Gedanken zu „Transcendence“

  1. Für die „Prometheus“-Fortsetzung meine ich sollte man Paglen aber auf jeden Fall eine zweite Chance einräumen 😉

  2. hhhhhhm, das klingt ja nicht gerade berauschend…. Und was auch noch übel aufstößt: Drehbuchautor Jack Paglen, der hier zum ersten Mal ein Drehbuch für „Transcendence“ verfasste, ist damit betraut worden, ein Drehbuch zur Fortsetzung von Ridley Scotts Prometheus zu schreiben… Au weia Au weia…. Da schwant einem nach eurem Eindruck zum Film ja nichts gutes…

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