That Demon Within

Dante Lams dunkel schillerndes Amalgam aus Copthriller, Psychodrama und Okkulthorror weist reichhaltige Qualitäten auf.

That Demon Within Cover

Mo jing, Dante Lam, HK/C 2014
ohne deutschen Start
Story: Der mental instabile Dave ist das schwarze Schaf der Hongkonger Polizei und schiebt Strafdienst als Wachmann eines Hospitals, wo er mit einer Blutspende das Leben von Hon rettet – ohne zu ahnen, dass der als Bandenboss in einem brutalen Diamantraub Daves Kollegen tötete. Und Hon gelingt die Flucht.
Von Thorsten Krüger

In seinem Beitrag zum diesjährigen Berlinale-Panorama betört Hongkongs Genre-Routinier Dante Lam, Ausrichter einiger Actionthriller wie „The Sniper“ oder „The Viral Factor“, mit bildgewaltigem Kinoformat und künstlerischer Reife. Er betritt wieder „Beast Stalker“-Terrain, fesselt mit einem furiosen Cop-vs-Gangster-Duell, in das sich ein, wenn auch psychologisch trivial angefertigter, „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ einschleicht.

Die Alchemie aus dunkel leuchtenden Edelfarben, die tags wie nachts phänomenale Bilder bieten und superber Formsprache einschließlich des tollen atonalen Scores erwirkt etwas Limbohaftes. In dem nüchtern-kontemporären Polizeithriller mit seiner optischen Opulenz sondern die Dämonenmasken der Verbrecher etwas Mythisches ab. Nicht nur im Geschosshagel und den schrecklichen Verletzungen lauert das Reich des Todes.

Karmafluch, der auch „Angel Heart“ auszeichnet

„The Demon King wanders among ghosts“: In Hongkongs verwinkelten Gewirr der Gassen und Gänge stecken Fäulnis und üble Todesarten, Gewaltausbrüche und Selbstkasteiungen. Der innerlich aufgewühlte Dave (Daniel Wu aus „Protégé“) hat das verfluchte Karma, das auch „Angel Heart“ und „Double Vision“ auszeichnet. Er wird als schizophrener Januskopf, Giftmischer und Pyromane im Höllenfeuer (aus dem PC) brennen.

Vorwiegend fokussiert Lam darauf, wie Dave die Bande (Nick Cheung, „Election“, als Hon) aufeinanderhetzt, damit sie sich gegenseitig für die Diamanten töten. In das gefährlichen Spiel mischt sich das zweite Mandat, der Hauch des Unheimlichen, eine okkulte Hypnose, die mit kühler Intensität und düsterem Expressionismus besticht, der an „Dr. Mabuse“ und die dämonische (Stummfilm)Leinwand denken lässt.

Mal holpert’s auch überhastet und wenig elaboriert, sonst gelingt Lam handwerklich und ästhetisch ein prächtiger Alptraum.

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