The Zero Theorem

Die karnevalesk-chaotische SciFi-Sinnsuche mit Christoph Waltz begnügt sich mit Recycling aus Terry Gilliams Œuvre.

The Zero Theorem Cover

Terry Gilliam, USA/RO/GB/FR 2013
Kinostart: 27.11.2014, DVD/BD-Start: 01.04.2015
Story: Das menschenscheue Computergenie Qohen wartet in der Ruine einer Kapelle auf den Telefonanruf, der ihm die Antwort auf alles gibt. So ackert er für das ihn totalüberwachende „Management“ an der Lösung des „Zero Theorems“. Callgirl Bainsley soll ihn bei Laune halten und Wunderkind Bob unterstützen.
Von Thorsten Krüger

Die gute Nachricht: Exzentrik-Visionär Gilliam bereitet keine größere Enttäuschung wie zuletzt „The Brothers Grimm“ und „Das Kabinett des Doktor Parnassus“. Die schlechte: Vom Zenith seiner Kunst, als er oppressiv-apokalyptische Dystopien wie „12 Monkeys“ entwarf, ist er ebenfalls weit entfernt. Sein karnevalesker Steampunk-Eklektizismus auf der Suche nach der Weltformel ist „Brazil“ in bunt bzw. „Pi“ als schräge Komödie.

1983 stocherte er als Regisseur der Animationssequenzen in „Monty Python’s Der Sinn des Lebens“ origineller und absurder nach Bedeutung und letzten Fragen, hat aber auch drei Dekaden später keine Antwort. Er veranstaltet mehr eine Art Philosophie/Esoterik/Erlösung-Seminar, in dem sich die Sinnsuche in Symbolen und Allusionen spiegelt, die auf 107 Minuten gestreckte Story aber alles andere als zwingend oder zugkräftig gerät.

„Brazil“ in bunt bzw. „Pi“ als schräge Komödie

Der glatzköpfige Christoph Waltz („Django Unchained“) ist wie ein spaßresistenter Mönch in einer schmuddelig-schriller Medienwelt-Zukunft, wo Big Brother wacht und Chaos-Hedonismus regiert. Ein Nerd-Universum bestehend aus recycleten Sets und Ideen, wo ein verrückter Schrull sich manisch abrackert, die Weltformel zu vollenden, getrieben von der Angst vor der Leere, dem Nichts, dem schwarzen Loch der Sinnlosigkeit.

Budgetbedingt fast ein Kammerspiel, eines der grellen Sorte, zitiert sich Gilliam darin vorwiegend selbst, gewinnt weder den Darstellern – Mélanie Thierry als Paradiesvogel, David Thewlis als Supervisor, Matt Damon als Boss, Cameos von Ben Wishaw („Days and Nights“) und Tilda Swinton („Only Lovers Left Alive“) -, noch seinem Sujet Maßgebliches ab. Das ist alles andere als am Puls der Zeit, sondern hoffnungslos veraltet.

3 Gedanken zu „The Zero Theorem“

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