The Expendables 3

Leider jugendfrei: Sylvester Stallones dreckiges Dutzend jagt im aktuellen Part der Söldner-Action Waffenschieber Mel Gibson.

The Expendables 3 Cover

Patrick Hughes, USA 2014
Kinostart: 21.08.2014, DVD/BD-Start: 22.12.2014
Story: Kaum haben Barney und sein Team ihr Mitglied Doc befreit, wird dieser von dem für tot gehaltenen Expendables-Mitgründer Stonebanks schwer verletzt. Denn dieser arbeitet nun als skrupelloser Waffenhändler. Im Auftrag der CIA soll Barney ihn festnehmen, wofür er alte Mitstreiter gegen junge auswechselt.
Von Sir Real

Immer wieder erstaunlich, wie auch die dritte Runde der Action-Verschleißfiguren ohne nennenswerte Eleganz und Klasse stupend kunstlos die Genreversatzstücke aneinanderreiht, ohne dass es dem Erfolg je einen Abbruch täte. Raffinessefreie Wochenkost, die mit den körperlich wunderbar zerschlissenen Actionheroen der Achtzigerjahre (und ein paar neueren) sich als Marke etabliert hat, ein Startreffen der Sölder-Buddys.

Was die 80ies-B-Actioner freilich auszeichnete, war ihr Männerrefugium der Gewalt, das nun erstmalig einem PG-13-Rating weicht. Zwar säumen viele Tote den patronenhülsenreichen Weg, aber im Schnittgewitter sieht man keine Härtefälle, selbst wenn die Jesse-Ventura-MG aus „Predator“ Gegnerreihen niedermäht. Wo in „Rambo 4“ alles fröhlich zerplatzte, muss man hier wohl auf die späteren Expendables expanded warten.

Viel Zeit für Flüge, Fahrten und Gespräche

Wie auch im zweiten Teil verheißt die Eingangssequenz den größten Spaß, wieder die Befreiungsaktion eines Kumpels, dem Doc (frisch aus dem Knast: Wesley Snipes), per Helikopter aus einem gepanzerten Gefangenenzug. Natürlich ändert sich mit Regisseur Patrick Hughes, der mit dem Horrorwestern „Red Hill“ debütierte und nun das „The Raid“-Remake übernehmen soll, kein Deut an der bewährten Rezeptur. Wozu auch?

Das vorwiegend in Bulgarien – alte Nu-Image-Tradition – entstandene Old-School-Pastiche weist vier krachig-laute Actionauftritte auf, die weder sonderlich originell noch mitreißend ausfallen. Gina Carano im kleinen „In the Blood“ durfte mehr Furiosität und Dynamik entfesseln, weil dort nicht jeder Kampf von der Montage zerhäckselt wurde. Ansonsten haben die charismatischen Haudegen viel Zeit für Flüge, Fahrten und Gespräche.

Scharmützel mit Kleinarmeen samt Panzern

Ihr gemeinsames Abhängen zwischen Geräten und Garagen, bei Hardrock und Bier (politisch korrekt: keine Kippen) funktioniert wegen der Buddy-Elemente als gemütliches Miteinander. Immerhin sind ja Kaliber wie Schwarzenegger und Harrison Ford in Nebenrollen plus Quasselkanone Antonio Banderas als Sidekick neben der Urbesetzung dabei, dazu Mel Gibson als Kriegsverbrecher, Robert Davi im Cameo, und, und, und.

Mit Physik und echten Söldnerverhalten oder gar militärischer Taktik haben die Scharmützel mit Kleinarmeen und Panzern nichts gemein. Die Feuergefechte bieten aber Abwechslung von der langwierigen Suche nach neuen Rekruten und dem Um-die-Welt-Jetten. Das Formelkino, dass sich am Ende selbst feiert, aber nie das Familiengefühl der „Fast & Furious“-Reihe erreicht, ist nicht echt – aber authentisch, wie es darin selbst heißt.

3 Gedanken zu „The Expendables 3“

  1. Ich habe diesen Film in meinem Blog ebenfalls besprochen.
    Kein Zweifel – es handelt sich um absolutes Popcornkino mit reinem Spasseffekt – quasi Handlungsneutral. Freude hatte ich trotzdem daran. Das Konzept der gesamten Reihe richtet sich von Anfang an an die Fans der bereits alternden Stars. Kein großer Film – aber gute Unterhaltung.

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