Life After Beth

Life After Beth Cover

Jeff Baena, USA 2014
DVD/BD-Start: 01.10.2015

Wie weit das Subgenre der Zomcom sein Ablaufdatum inzwischen überschritten hat, lässt Regiedebütant Jeff Baenas (Script zu „I Heart Huckabees“) schräge „Warm Bodies“-Version erahnen, die außer sporadischem schwarzen Humor nichts zu bieten hat. Zumindest ist die suburbane Beziehungskomödie mit einer Wiedergängerin, deren Gehirn langsam zerfällt und die immer aggressiv-hungriger auf Menschenfleisch wird, weder richtig romantisch, noch parodistisch und nicht annähernd so lustig wie „Shaun of the Dead“.

Auch Dane DeHaan („Chronicle“) und Aubrey Plaza („Journey of Love“) haben in den eingeklammerten Auftritten mehr überzeugt, weil Beana mit Goofiness nur Komik kultiviert, die auf Hysterie, Geplapper und Gedudel hinausläuft – entweder tritt er auf der Stelle oder schleppt sich mühsam voran. So ermüdet die Geschichte von der tödlich verunglückten Beth, die sich von Zach kürzlich trennte, nun aber auf unerklärliche Weise wieder lebt und von ihren Eltern (John C. Reilly, „Bären“ und Molly Shannon) überprotektiv versteckt wird, schon kurz nach der Exposition.

Dachstuhl-Bewohnerin mit regressiver Randaliersucht

Dass sie wegen Amnesie Zach für ihren aktuellen Freund hält, als Dachstuhl-Bewohnerin mit seltsamen Fahrstuhlmusikgeschmack und regressiver Randaliersucht auffällt, bleibt durch den enervierenden Indie-Gestus unerheblich. Da sie kein Einzelphänomen ist und sich die Friedhöfe in „They Came Back“-Manier leeren, mündet die sich ausbreitende Epidemie ins apokalyptische Chaos. Was also fabelhaft aus dem Ruder laufen könnte, ergibt nur ausgesprochen Unerquickliches über Vergänglichkeit, Trauer, das Ende einer Liebe und die Mechanismen der Verleugnung. Selbst „The Returned“ teilt da viel Ausgereifteres mit.

Max Renn

2 Gedanken zu „Life After Beth“

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