At the Devil’s Door

Unheilvoller Indie-Schocker, der dämonische Besitzergreifungen von „Entity“ und „Das Omen“ zu nachhaltigem Schaudern vereint.

At the Devil's Door Cover

aka Home, Nicholas McCarthy, USA 2014
DVD/BD-Start: 28.01.2015
Story: Die junge Immobilienmaklerin Leigh soll für ein Ehepaar ein Anwesen mit dunkler Geschichte in Greenville verkaufen. Dort begegnet ihr eine verstörte Teenangerin, die ausgerissene Tochter der Besitzer, die von etwas Übernatürlichem besessen ist, das für Leigh und ihre Künstlerschwester Vera sinistre Pläne hegt.
Von Caroline Lin

Nicholas McCarthy, der sich mit dem bewährten, aber sachkundigen Haunted-House-Horror „The Pact“ vorstellte, baut sein dort angedeutetes Talent zu einer ungewöhnlich aufgezäumten Schreckensgeschichte aus. Wieder kaschiert er sein geringes Budget mit handwerklicher Souveränität und guten Darstellern (Catalina Moreno, „Maria voll der Gnade“), nutzt wenige, aber wirkungsvolle Effekte, um hintergründigen Schrecken zu erzeugen.

Anstatt wie viele Genre-Vertreter die Atmosphäre zu überreizen, nimmt er sich damit zurück, verzichtet auf Spukhausdesigns, nutzt warme Farben, dunkles Licht und eine gefällige Second-Hand-Ausstattung. Die undurchsichtige Mystery lässt er apart – mit gekonnt schauriger Tonspur – im Unkonkreten, die Schockmomente bleiben diskret, bis sich die scary story verdichtet, der Horror aufdreht und tiefergehend Angst entfacht.

Wenige, aber wirkungsvolle Effekte

Mehrere dramaturgische Brüche – zwei Perspektivwechsel und Zeitsprünge – verleihen den dem Kenner vertrauten Ereignissen einen neuen Spin und verarbeiten einige Motive: Ein zugehängter Spiegel mit Brandspuren in einem leeren Haus zieht das Böse wie in „Oculus“ an, eine brutale „Entity“ mit telekinetischen Kräften ergreift Besitz von Frauen, die sterben oder ins Koma fallen und einen Schwangerschaftsalptraum erleben.

Dann grüßt aus einem Kind mit dem Schatten eines Dämons „Das Omen“, Sätze wie „He’s looking for a home“ und „He wants to be all of someone“ entfalten Bedrohlichkeit und Jungfrauen finden sich von einer Bestie geschwängert vor. Und dann ist da noch die junge Hannah, die ein Junge aus Kalifornien dazu überredete, ihre Seele dem Teufel zu verkaufen. Denn der Nachhaltigkeitshorror steht unter der Zahl des Tiers, der 666.

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