Soulmate

Soulmate Cover

Axelle Carolyn, GB 2013
ohne deutschen Start

Das Spannendste an Axelle Carolyns selbst geschriebener Low-Budget-Geistergeschichte ist ein vorübergehendes BBFC-Verbot wegen des angeblich zur Nachahmung anregenden Pulsadernaufschneidens der Protagonistin im Prolog. Statt Schnittauflagen nachzugeben, entfernte Carolyn die Szene kurzerhand. Hätte sie nur die dialoglastigen Längen gleich mitgelöscht. Aber selbst dann würde es dem Debüt der bislang in „Doomsday“ und „Centurion“ aufgetretenen Nebendarstellerin noch an Überzeugungskraft mangeln.

Anfangs mutet alles wie ein lupenreiner Spukhaushorror alter Schule an, als sich Violinistin Audrey (Anna Walton, die wunderbare Prinzessin Nuala aus „Hellboy 2“) in ein rustikales Landhaus in Wales zurückzieht, um sich vom Tod ihres Mannes und dem nachfolgenden Selbstmordversuch zu erholen. Einige wirkungsvolle Schockbilder, wiederholt ihre Nachtruhe unterbrechendes, lautes Rumoren auf dem verschlossenen Speicher, sowie das verdächtig jedes Wissen darüber leugnende Vermieterpärchen stimmen auf Bekanntes Hammer-Horror-Terrain ein.

Spazierlandschaft mit TV-Film-Flair

Dass Carolyn vom Gothic-Look absieht, verleiht der nebligen Spazierlandschaft mit herben Grashügeln indes ein TV-Film-Flair, das an Rosamunde Pilcher (minus Liebesschnulze) erinnert. Als sich der Geist manifestiert, ist er gar keine Bedrohung, sondern der schlecht geschminkte Hausherr Mr. Tablott (Tom Wisdom, einer der „300“), ein attraktiver Mann mit steifer Begräbnislaune. In Gesprächen mit ihm findet Audrey zurück ins Leben, aber der Einsame will sie, Überraschung, ganz für sich. Das ist so prosaisch inszeniert, dass die seltsame Komik dabei am ehesten gruselt.

Das vorwiegend alles Übersinnliche wie eine Einkaufsfahrt begutachtende Drama nimmt damit einige Anleihen bei Joseph L. Mankiewicz‘ „Ein Gespenst auf Freiersfüßen“ und ist oft sehr unnatürlich und theatralisch. Zuneigung und romantische Todessehnsucht muss man in der simpel gestrickten Mär mit der Lupe suchen. Die Stimmung eines „Die Frau in Schwarz“ kommt mit den ungelenken Klischees, aus denen sich nur eine dünne Mystery entwickelt, aber keinerlei Unheimlichkeit, nur vorübergehend auf.

David McAllan

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