Extraterrestrial

Invasion vom Mars: Versiert-effektvolle wie vordergründig-klischeelastige B-Horrorthriller(komödie) um Aliens auf Menschenfang.

Extraterrestrial Cover

Colin Minihan, CDN 2014
DVD/BD-Start: 02.04.2015
Story: Das Wochenende von Fotografin April und ihrem Freund Kyle in der elterlichen Waldhütte ist ruiniert, als sie ihn ausgerechnet bei seinem Heiratsantrag verlassen will. Dann stürzt auch noch ein UFO ab. Eine Jagd auf die beiden, Kyles Partyfreunde und die angrenzende Gemeinde von Sheriff Murphy beginnt.
Von Jochen Plinganz

Gegenüber ihren beiden paranormalen „Grave Encounters“ haben sich die Kanadier Colin Minihan und Stuart Ortiz, besser bekannt unter dem bescheuerten Künstlernamen „The Vicious Brothers“, nicht allzu sehr gesteigert. Immerhin trimmen sie ihr gut getrickstes B-Movie gekonnt auf den Effekt, entwickeln mit dramatischem Spannungs-Stil deutlich mehr Thrill und Horror als Komödie und ziehen alle Register, die das Genre hergibt.

Ihre vornehmlich vordergründige, an Intensität und Lautstärke orientierte Ausgabe von „Invasion vom Mars“ geht mit seinem „Roswell“-Splatter und der „Akte X“-Konspiration als glattes Gegenteil des philosophisch-experimentellen Mind-Trips „Under the Skin“ durch: Es wäre ein fulminantes Spiel nach den Regeln der Kunst, wenn die Vollversammlung aller Gattungs-Topoi nicht schon viel zu abgenutzt wäre, um langfristig zu fesseln.

Gut verkauft, bis die Masche ins Leere läuft

All dem gewinnt das Duo nichts Neues ab, verkauft es aber gut, bis die Masche ins Leere läuft. „Starship Troopers“-Kommandant Michael Ironside sorgt als paranoider Vietnam-Veteran für Kifferhumor, die langen, dünnen Alienkreationen sind einfach, aber furchteinflößend. Ebenso treibt die stimmungsvolle Musik in ein kräftiges, nächtliches Horrorduell mit den aggressiven Invasoren, die schon länger den Ort heimsuchen.

Nur der finale Romantik-Schlenker samt sentimentalem Sülz-Score misslingt gewaltig. Denn trotz vereinzelt eingestreuten Hintergründen fällt das eklatante Desinteresse der Filmemacher für ihre Figuren ins Gewicht. Selbst die Außerirdischen sind einfach nur Schreck-Monster, darüber hinaus interessieren sie nicht. Je lauter Minihan und Ortiz trommeln, desto auffälliger wird, wie substanzlos und abgeschmackt ihr Produkt ist.

2 Gedanken zu „Extraterrestrial“

  1. Als die Regisseure anfangs zur Begrüßung auf die Bühne kamen, Bier in der Hand, irgendwas „Cooles“ ins Mikro gerülpst, fand ich das schon oberflächlichst und hatte gar keine Lust mehr auf das anschließende Q&A mit denen. Aber eines Tages werden die sicher auch erwachsen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *