Ruhet in Frieden – A Walk Among the Tombstones

Die Anteile von Film Noir und hartem Detektiv-Krimi um Liam Neeson vereinigen sich nicht zu einem größeren Sinngefüge.

Ruhet in Frieden - A Walk Among the Tombstones Cover

A Walk Among the Tombstones, Scott Frank, USA 2014
Kinostart: 13.11.2014, DVD/BD-Start: 11.03.2015
Story: Seit er vor acht Jahren versehentlich ein Mädchen erschoss, hat Matt keine Polizeimarke, aber auch kein Alkoholproblem mehr. Als New Yorker Privatdetektiv sucht er 1999 widerwillig für einen Drogendealer die Täter seiner entführten und ermordeten Frau. Es ist der Beginn einer brutalen Mordserie.
Von Sir Real

Von Lawrence Blocks bisher 17 veröffentlichten Romanen um Hells-Kitchen-Detektiv Matthew Scudder („8 Millionen Wege zu sterben“ fand 1986 seinen Weg ins Kino) hat Scott Frank, Drehbuchautor von „Minority Report“ und „Out of Sight“, das zehnte Buch für die Leinwand adaptiert. Nicht so raffiniert-bannend wie in seinem letzten Regie-Eintrag „The Lookout“, aber wieder als Film Noir, diesmal mit Schlagtot Liam Neeson.

Der fackelt zunächst nicht lange, lässt sein „96 Hours“– und „Non-Stop“-Image als anonymer Alkoholiker dann ein Stück weit hinter sich – um sich in dem Depri-Detektiv-Krimi um zwei Psychopathen, die Frauen sexuell totquälen und anschließend zerstückeln, in die schmucklos-herbstliche, in einem trostlosen Braunspektrum gefangene Atmosphäre von leiser Mystery und großen Serienkillerschrecken durchaus verletzbar einzugliedern.

Destilliert keinen stringenten Plot

Wieso das harte (aber nicht unnötig blutige) Kino im schleppenden 70er-Rhtyhmus und Anleihen bei namhaften Genrevertretern dann einen naseweisen und vollkommen überflüssig quasselnden Kiddie-Sidekick benötigt, bleibt das Geheimnis des auch fürs Drehbuch verantwortlichen Frank. Und es ist nur eines von vielen. Bescheiden und unaufgeregt wirft er ein Netz von Personen aus, die alle ihr Trauma mit sich tragen.

Nur einen stringenten Plot destilliert er nicht daraus. So benötigt er viel Zeit für all das, was man längst kennt (u.a. die beiden Killer). Obendrein lässt sich kein Mitgefühl empfinden, für niemanden. Erst recht nicht für das Leid der Drogendealer. Die verschiedenen Teile, die sich nicht zu einem größeren Sinnzusammenhang vereinen, prolongiert Frank geradezu antiklimaktisch. Was er wirklich will, bleibt ein mittelgroßes Fragezeichen.

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