Ouija

Ouija Cover

aka Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel, Stiles White, USA 2014
Kinostart: 22.01.2015, DVD/BD-Start: 04.06.2015

Die Teenie-Geisterhorrormystery um das namensgebende Hexenbrett ist bei weitem nicht so übel, wie sie klingt, haufenweise Verrisse amerikanischer Kritiker und der Trailer suggerieren. Die von Michael Bay koproduzierte Werbung fürs Hasbro-Spielbrett ist anders als deren Actionfiguren und -games „Transformers“, „G.I. Joe“ und „Battleship“ ein Halloween-Artikel und elementares Gimmick dutzender übernatürlicher Begegnungen, mehrfach sogar eigener Topos wie in Kevin Tenneys „Witchboard“-Reihe.

Ohne sonderliche individuelle Charakteristika absolvieren Regiedebütant Stiles White, Effektexperte bei „The Sixth Sense“, und Autorin Juliet Snowden, die gemeinsam mitschrieben an Stephen Kays schwachen „Boogeyman“ und Ole Bornedals annehmbaren „Possession“, mit Teen-Models und Shopping-Queens in gemächlicher Wohlstandsgemütlichkeit den Selbstmord von Debbie, die keineswegs freiwillig aus dem Leben schied, wie der Zuschauer, aber nicht ihre Freundin Laine (Olivia Cooke „The Quiet Ones“) weiß. Mit Schwester und Bekannten nimmt sie per Ouija Kontakt zu Debbie auf, doch etwas übel Gesinntes gibt sich als die Verstorbene aus. Um den Geist, den sie riefen, wieder loszuwerden, holen sie sich obendrein Rat von der Falschen: Horror-Tante Lin Shaye aus „Insidous“.

Ohne sonderliche individuelle Charakteristika

Dessen Schöpfer James Wan ist damit sowie „The Conjuring“ derzeit das Maß aller Dinge und selbst ein Rip-Off wie der unterschätzte „Annabelle“ ist handwerklich ein gutes Stück gehobener als Whites von Routine beseelte Bedrohung einer Clique Jugendlicher, was sich an Cravens „A Nightmare on Elm Street“ und auch Wongs „Final Destination“ anlehnt. Nichts Neues also, da war das als Ouija-Board verwendete Senso-Spiel in „Paranormal Activity: Die Gezeichneten“ schon fantasievoller. Von Evolviertem wie „It Follows“ ist der PG-13-Grusler gleich meilenweit entfernt.

Immerhin häufen sich nach dürftigen Fehlalarmen die invasiven Zwischenfälle und Angriffe. Außerdem erwirkt White ein dezent düster designtes Drama, das ganz ohne dumme Faxen und hippe Rock-Hits auskommt. Dafür bleiben Features wie der zugenähte Mund oder der das Jenseits erfassende Blick durchs Auge des Zeigers unterentwickelt. Eingedenk des verschlissenen Grundgedankens liefert „Ouija“ ganz passabel, ist aber, nachts angesehen, schon am nächsten Morgen vergessen.

Gnaghi

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