John Wick

Ein Mann und sein Hund: Keanu Reeves in einer realitätsfernen Rache-Action-Fantasie, in der sich die Gewaltspirale geistlos dreht.

John Wick Cover

David Leitch, Chad Stahelski, USA/CDN/CHN 2014
Kinostart: 29.01.2015, DVD/BD-Start: 04.06.2015
Story: Seine gerade verstorbene Frau Helen überließ Privatier John Wick nur Schoßhund Daisy, den der irre Iosef mit Gang in einem brutalen Überfall auf Johns Luxusvilla totschlägt. So zieht der Ex-Killer zur kompromisslosen Revanche an Iosef und seinem Russenmafiapapi los, dessen Imperium er einmal mit aufbaute.
Von Max Renn

Wut ist eine Todsünde, möchte man jenen zurufen, die derart hemmungslos Hollywoods ausgewachsenen Rache- und Waffenfetisch frönen und zugleich die seit der Krim-Invasion wieder gefragten hässlichen Russen vom Antagonisten-Stapel lassen, was hier noch unausgeglichener als in „The Equalizer“ ausartet. Für Keanu Reeves setzt sich damit die Serie seines künstlerisch qualitativ bescheidenen Outputs (siehe „47 Ronin“) fort.

Was die Stuntmen David Leitch und Chad Stahelski („Fight Club“, „300“) in ihrer gemeinsamen Regiepremiere ausrichten, ist ein versucht stilvoller Actioncomic, dessen Ablauf aus Schlag und Gegenschlag zu einer sich geistlos immer weiter drehenden Gewaltspirale aufschaukelt, die mit dem unkreativen Nacht-Hochglanz-Dunkelblau korrespondiert, was eine erkleckliche Zahl schlechter Hollywood-Thriller-Eigenschaften aufweist.

Ohne dramaturgischen Geistesfunken

Eine Trantüte wie Reeves als legendären gefürchteten Killer hinzustellen, dem ein bloßer Stift zum Töten reicht, zeugt von misslungenem Humor und vergeigt es völlig, gleichermaßen Gefahr und Unterhaltsamkeit auszustrahlen. Besonders ärgerlich wird es, wenn sich im Todesduell alter Bekannter ein entspanntes Schwätzchen entspinnt und ein Profi wie John wichtige Gegner leben lässt, damit sie später erneut angreifen können.

Da wird ein Thriller auf dem Altar einer Fantasiewelt geopfert, die immer wieder Gewalt beschwört, diese aber mit populärem Noir-Humbug und ideenarmen Erschießungsorgien abwertet, so ganz ohne jeden dramaturgischen Geistesfunken, zugekleistert mit mieser Rockmusik. Ein Dauer-Showdown, den man schon dutzendmal besser gesehen hat – nur offenbar Keanu Reeves nicht, der sich immer die gleichen faden Filme aussucht.

Ein Gedanke zu „John Wick“

  1. bei so einer schlechten Kritik traut man sich ja kaum zu schreiben das man den film gesehen *lach… ich komm gerade aus dem kino, schräger action baller film und irgendwie auch gute unterhaltung – bin zufrieden aus dem Kino raus, hat einfach spaß gemacht* auch wenn ich sagen muß irgendwie schon sehr überdreht, muss ihn nicht nochmal schauen, aber wenn er irgendwo mal wieder läuft, why not

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