Manolo und das Buch des Lebens

Die ganz dem Kommerzkalkül ergebene, kunterbunte 3D-Familienanimation ist mehr eine nervtötende Kiddie-Pop-Party denn ein Film.

Manolo und das Buch des Lebens Cover

The Book of Life, Jorge R. Gutierrez, USA 2014
Kinostart: 12.02.2015, DVD/BD-Start: 22.10.2015
Story: Die Götter La Muerte und Xibalba wetten, wer von den unzertrennlichen mexikanischen Kindheitsfreunden Manolo, Joaquin und Maria einander heiraten wird. Als die selbstbewusste Maria Manolo den Vorzug gibt, vergiftet ihn Xibalba. Im Totenreich sucht Manolo einen Weg, ihr seine Liebe zu beweisen.
Von Caroline Lin

Opulente Ornamentik, ausufernde Farbigkeit und eine bunt leuchtende Unterwelt – diese fantasievolle Gestaltung ist das Einzige, was sich über Jorge R. Gutierrez‘ Animationserstling Positives vermelden lässt. Diese Pfründe verschleudert er aber für einen Chaos-Cartoon-Käse für begriffsstutzige Kids, bei dem es auch nicht hilft, dass ihn der Meister der Dark Fantasy, Guillermo del Toro („Pan’s Labyrinth“), mitproduziert hat.

Das zweite Werk der Reel FX Animation lässt all das vermissen, was dem Vorgänger „Free Birds“ mehr oder minder gelang. Lateinamerikanische Folklore dient nur ethnischen Stereotypen und klebrigem Pathos. Die hölzernen Holzfiguren wecken nichts bei einem und die Story verschwindet in einem Kinderkarneval, der mit Firlefanz vollgestopft und Getöse-Orchester bedröhnt ist, um die pure Berechnung dahinter zu überdecken.

Kopiert schlecht Erfolgs-Elemente von Disney

Dieser Taco-Fasching ist so zielgruppenoptimiert, dass er mehr eine unmotivierte Show der Animationsfähigkeiten des Studios ist, als ein echter Film. Er ist nicht nur aufgemotzt und vergeblich um hippe Coolness bemüht, die Schweineschnauzen und Gags sind auch misslungen. Alle. Aber mehr noch kopiert Gutierrez einfach schlecht alle Erfolgs-Elemente von Disney und Pixar und es ist schon tragisch, dass nichts davon richtig funktionieren will.

Bis zu Ideen wie dem (von Ice Cube gesprochenen) Candlemaker, der Robin Williams Genie in Disneys „Aladdin“ gleicht, und öden Popsongs am laufenden Meter ist alles auf ein Boygroup-Event programmiert, freigegeben bis 12 Jahre und für alle darüber ungeeignet. Irgendwann ist diese ihre Romanze verfehlende Fantasy-Soße um den Hahnenkampf von Macho-Soldat und sensiblen Mariachi-Torero nur noch unendlich nervtötend.

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