Inherent Vice

Inherent Vice Cover

aka Inherent Vice – Natürliche Mängel, Paul Thomas Anderson, USA 2014
Kinostart: 12.02.2015, DVD/BD-Start: 25.06.2015

Kultfilmer Paul Thomas Anderson („Boogie Nights“, „There Will Be Blood“) und Kultliterat Thomas Pynchon („Die Enden der Parabel“) sind zwei Feuilletonlieblinge, vereint zum Gipfeltreffen „Inherent Vice“, das, man glaubt es kaum, die erste Adaption des legendären Autoren ist. Dessen gleichnamigen Roman von 2009, eine Detektiv- und Beziehungsgeschichte, interpretiert Anderson als freien, aber geistestreuen „Stoner Noir“ (Variety), ein komisches Paranoia-Porträt der frühen, drogenvernebelten 70er Jahre.

Diese psychedelische California Crime Story strebt trotz inhaltlicher Nähe nie die Intensität von „Chinatown“ an, ähnelt eher „American Hustle“ mit Tendenz zu „The Big Lebowski“ minus dessen surrealen Fantasien. Großen Anteil daran hat Joaquin Phoenix („Walk the Line“, „Her“) als Larry „Doc“ Sportello, dauerbekifft, sonnenbebrillt, mit wildem Haarschopf, breiteren Backenbürsten als Wolverine und mehr Drogendrops im Pothead als Philip K. Dick. Der Privatdetektiv vom Gordita Beach soll für seine Exfreundin einen Entführungsplot gegen ihren derzeitigen Lebenspartner aufdecken, was ihn mit einem ganzen Panoptikum seltsamer Leute konfrontiert.

Drogen, Sex und 70ies-Sound

Informanten, arische Kulte, Bordelle mit Pussy Menue, chinesische Kartelle, femmes mystérieuses, Auftragskiller für die LAPD – dies alles wird von einer beachtlichen Starriege flankiert, die mit Drogen, Sex und 70ies-Sound zwischen halluzinogener Subkultur und Regierungsverschwörung operiert: Prügelpolizisten heißen Bigfoot (Josh Brolin, „Labor Day“), es gibt untergetauchte Saxofonsurferdudes (Owen Wilson), kuriose Anwälte (Benicio Del Toro) und diverse Cameos, darunter Reese Witherspoon („Wild“), Martin Short und Martin Donovan.

„Ich will aus meinem schlechten Hippietraum aufwachen“, verkündet der Doc zwischen zwei Joints, kühlen und heißen Girls, während Anderson seine Abenteuer gemütlich auf zweieinhalb Stunden ausdehnt, ohne mit dieser Zeit wirklich viel anfangen zu können. „Inherent Vice“ ist damit mehr ein „c’est la vie“ der ausgehenden Hippie-Ära, aber weder ein publikumsattraktives California Confidential, noch eine sonderlich aufregende, allzu witzige oder gar spannende Mischung.

Max Renn

imdb ofdb

2 Gedanken zu „Inherent Vice“

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