Giraffada

Giraffada Cover

Girafada, Rani Massalha, AUT/I/D/F 2013
Kinostart: 28.05.2015

Eine bittersüße Tiergeschichte aus kindlicher Perspektive, inspiriert von realen Ereignissen 2002, schildert die palästinensisch-italienisch-deutsch-französische Produktion „Giraffada“ zwar leicht, unsentimental und mit poetischer Ader, aufgrund mangelnder Regie-Tauglichkeit des palästinensischen Novizen Rani Massalha aber ohne zu berühren. Die Rettung eines trächtigen, traumatisierten Giraffenweibchens im Zoo des Westjordanlands fällt im Bemühen, seine Inhalte kindgerecht und zugleich ernsthaft zu unterbreiten, so lala aus.

Aus dem Erleben des 10-jährigen Ziad, der im Zoo bei seinem Vater, dem engagierten Veterinär Yacine, mit anpackt, unterbreitet Massalha diskriminierende Schikanen der israelischen Besatzer sowie das Sirenengeheul mit nachfolgenden Donnerschlägen ihres Bombardements, bei der Giraffe Brownie stirbt und seine unter Schock stehende Partnerin Rita nun allein im Gehege die Nahrungsaufnahme verweigert. Die von Not und Indifferenz der Bevölkerung geprägte Lebenssituation im Tierpark beschreibt Massalha dabei spöttisch bis liebevoll-sozialrealistisch.

Wird zur familienabenteuertauglichen Fabel

Sein Realismus endet wiederum am für Kinderfilme zumutbaren, weshalb er nicht nur Brownies Tod, sondern auch gleich weiteres Handlungswichtiges (oder den Raketenbeschuss der Hamas) ausspart. Wodurch er konsequent verhindert, einen in seine Story hineinzuziehen. Den häufig unbedarft heruntergebeteten Standardmomenten fehlt jede Magie oder visuelle Kraft, weil nicht mal die Bilder etwas taugen. So viel Potenzial muss man erst einmal verschenken.

Da alle legalen Möglichkeiten verbaut sind, schmuggelt Yacine mit der Hilfe der französischen Journalistin Laura und einem Kollegen des Tel Aviver Zoos von dort einen Giraffenbullen ins Westjordanland, womit „Giraffada“ zur familienabenteuertauglichen Fabel wird. Die zornige Trauer Ziads, die Erschütterung der Giraffe, Yacines Mut und das Desinteresse seines bornierten Umfelds, dazu das Zoo-Biotop als Metapher für die Palästinenser, die alle ein Wunder benötigen – all das versandet zwischen ein paar humorvollen Szenen. Mit einem lachenden und weinenden Auge kann man zumindest das Drehbuch würdigen, das eine magisch-realistische, humanistische Tragikomödie formt.

Gnaghi

imdb ofdb

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