Sinister 2

Sinister 2 Cover

Ciarán Foy, USA 2015
Kinostart: 17.09.2015, DVD/BD-Start: 18.02.2016

Blumhouse und kein Ende: Die überpräsente Genreschmiede („Paranormal Activity“, „Oculus“) steht auch hinter der Fortsetzung der sehenswerten Horror-Überraschung von 2012 und finanziert einen Film, der ganz dringend böse sein möchte, es aber einfach nicht schafft. Dem neuen Personal vor und hinter der Linse (Regie führt der Ire Ciarán Foy, der mit dem Hochhausthriller „Citadel“ auch nur Klischees rauskramte) schwebt ein Spagat zwischen übernatürlichem Horror und Sorgerechts-Drama vor und schafft beides nicht richtig. Die Ursachen: Schlechte Regie, schlechte Darsteller, schlechte Story.

Dämonen im Kinderzimmer: Aus dem Vorgänger ist nur Ex-Deputy So & So (James Ransone, „Oldboy“) übrig und erfleht priesterlichen Beistand, was ihm die Reaktion „You don’t stop evil. You protect yourself from it“ einbringt. Die ängstlich-couragierte Courtney ist mit ihren zwei streitenden Buben, die stark den „Ich seh, ich seh“-Zwillingen ähneln, auf der Flucht vor ihrem Prügel-Gatten nach Springfield, Illinois gezogen (wohnen da nicht die Simpsons?). Die Kapelle im Grünen, die sie restaurieren will, beherbergt die bekannten 8-mm-Filmchen, mit denen der wie ein Black-Metal-Maskenmann auftretende Dämon Bughuul seine Morde an Familien festhält und den nächsten plant.

Geräusche und Gestalten im Dunkel. Buh.

Wieso nun die Geister toter Kinder die Brüder zu mitternächtlichen Filmvorführungen zwingen, erschließt sich nicht so recht, fügt sich aber ins Bild. Denn schon die Exposition ist halb verunglückt und auch sonst geht Foy einigermaßen konzeptlos an Gruselwerk. Prinzip: Geräusche und Gestalten im Dunkel. Buh. Eine Packung Cheap Thrills, die nicht mal voll durchziehen, bis auf ein, zwei satte Schrecksekunden. Richtig obskur nimmt sich das neben dem so sauber inszenierten Original von Scott Derrickson aus. Wo sind bitte die Obsessionen, die Abgründe, die kranken Terror-Sounds und die innovativ-manischen Schockschübe?

Vielmehr gibt es: Sorgerechts-Thrill und Bonding des goofy Ex-Deputys, dümmliches Süßholzgeraspel und unvorteilhafte Figuren in einer mäßig abgehandelten Familienneufindung. Foy baut kaum Spannung oder Atmosphäre auf, da hilft es wenig, wenn „Night of the Living Dead“ im Fernseher flimmert. Frequente Alpträume und die 8-mm-Snuffmovies übernehmen es überwiegend, den Horror zu erzeugen. Sie schläfern nur in ihrer unglaubwürdigen Machart vorwiegend ein statt Furcht einzuflößen. Die Quälvideos sind zweifellos fies, sogar die Ratte aus Bret Easton Ellis‘ berüchtigtem „American Psycho“ wird zitiert, aber sie sind einfach nicht ernstzunehmen.

Thorsten Krüger

imdb ofdb

Ein Gedanke zu „Sinister 2“

  1. Hm, fand den ersten Teil richtig gut, aber nun hast du meinen Eindruck vom Zweiten bestätigt.
    Wo du recht hast,..
    Ps: genau der Wohnort von Bart, SnowboardSnowball und Co:D

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