The Visit

Found-Footage-Gruselkomödie von M. Night Shyamalan, der mit einem Delirium höherer Potenz belustigt

The Visit Cover

aka Sundowning, M. Night Shyamalan, USA 2015
Kinostart: 24.09.2015, DVD/BD-Start: 04.02.2016
Story: Die Scheidungskinder Becca und ihr jüngere Bruder Tyler verbringen gegen den Willen ihrer Mutter eine Woche auf der entlegenen Farm ihrer Großeltern, die sie erstmals treffen. Auf Kamera halten sie die Begegnung fest und merken rasch, dass nach halb zehn im Haus Unheimliches vor sich geht.
Von Thorsten Krüger

Trash ist keine Geldfrage, sondern eine mentale Einstellung. Und deshalb, sowie nach diversen Flops, will kein Studio mehr das Mythengeraune von Ex-Wunderkind Shyamalan („The 6th Sense“) finanzieren. Wer sonst, außer der Low-Budget-Horrorschmiede Blumhouse, könnte für den gefallenen Regiestar noch etwas Kleingeld übrig haben und „The Visit“ ihren Found-Footage-Stempel aus „Paranormal Activity“ aufdrücken?

Die Reihe „Filme, die das Hirn erweichen“ könnte der komische Grusler mühelos eröffnen. Wenn zwei freche, altkluge Kiddies ihre Faxen ausleben und sich dabei filmen, ist das prätentiöse Posing so bizarr, dass es sich zu eigenen Kunstform entwickelt. Beinahe. Es gibt erlesene Peinlichkeiten, veritable Trash-Einfälle und dazu Tylers häufige Rap-Einlagen, die vermutlich nicht nur in der deutschen Synchro eine ausgesuchte Qual sind.

Fröhliche Verweise auf „Hänsel und Gretel“

Die mitteilsame Becca wendet als Regisseurin/Kommentatorin begeistert das Film-ABC an, der Junge ruft die Namen von Popstars, wenn er flucht. Ihre Großeltern aber haben erst recht einen Schlag weg: Nach Zapfenstreich randaliert Oma nackt im Haus mit Sundowning-Syndrom und Opa stalkt als Michael-Myers-Schizo durch den Schuppen. Shyamalan versucht es gar nicht erst mit einer Story oder Seriosität. Er ist einfach nur gaga.

Einerseits hört er auch anno 2015 nicht auf, sich lächerlich zu machen. Andererseits ist sein Twist fast schon wieder genial. Der mit fröhlichen Märchenverweisen gespickte „Hänsel und Gretel“-Horror mit Schwenk zum Terrorfilm kann auch auf Ed Oxenbould und die blonde Olivia DeJonge (die Ähnlichkeiten mit der jungen Natalie Portman hat) bauen. Die talentierten Kids tragen „The Visit“ auf komischer wie dramatischer Ebene.

imdb ofdb

2 Gedanken zu „The Visit“

  1. Zunächst will man gar nicht wahrhaben, was einem geboten wird. Hat man sich aber dann ans Niveau gewöhnt, ist es wieder hirnverbrannt lustig…

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