James Bond 007 – Spectre

Bond Nr. 24: Fast schon ein Charakterdrama mit gelegentlichen Action-Ausbrüchen – souverän, aber kaum sonderlich mitreißend

James Bond 007 – Spectre Cover

Spectre, Sam Mendes, GB/USA 2015
Kinostart: 05.11.2015, DVD/BD-Start: 03.03.2016
Story: Als James Bond in Mexiko City einen Sprengstoffanschlag vereitelt, nimmt dies sein neuer Chef Denbigh zum Anlass, das Doppelnull-Programm zugunsten globaler Überwachungstechnik abzuschaffen. Mit der schönen Madeleine kommt Bond den Machenschaften einer Terrororganisation auf die Spur.
Von Max Renn

Der vierte Bond mit Daniel Craig könnte sein Letzter sein, wenn man seinen Interviewaussagen und der intimen Struktur von „Spectre“ folgt, der gegenüber dem Reboot „Casino Royale“ die Action fast eliminiert und das Charakterdrama wie zuletzt in „Skyfall“ ausweitet. Die Vollendung vieler Handlungsstränge schließt die Craig-Tetralogie ab, auch wenn „American Beauty“-Regisseur Sam Mendes keine emotionalen Beben auslöst.

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Irrational Man

Zwischen Eros-Komödie und Schuld-und-Sühne-Drama: Woody Allens perfekter Mord ist eine nur halb geglückte Philosophie-Lektion

Irrational Man Cover

Woody Allen, USA 2015
Kinostart: 12.11.2015, DVD/BD-Start: 17.03.2016
Story: Alkoholiker und Philosophieprofessor Abe beginnt am Newport-College zu lehren, wo ihm Studentin Jill verfällt. Als er einen moralisch gerechtfertigten, perfekten Mord plant, erwachen seine Lebensgeister, Impotenz und Alkoholismus enden. Aber die Tat bringt unerwartet ein neues Dilemma mit sich.
Von Thorsten Krüger

Für seine Arbeit Nummer 46 hat Stadtneurotiker Woody Allen ausgerechnet das perfekte Verbrechen erkoren, eingebettet ins Milieu einer Eros-Komödie am College, ausgeführt aber wie ein traktatschweres Dostojewski-Drama. Die Spannung seines „Match Point“ vermag „Irrational Man“ nicht zu entfesseln, obwohl er nach Art eines Film Noir respektive der Krimi-Mentalität – aber nicht Stil – eines Alfred Hitchcock vorgeht.

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Ich und Earl und das Mädchen

Witzige Indie-Dramödie um ein Coming of Age mit Krankheitsfall: verspielt skurril, romantikfrei, aber herzzerreißend

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Me and Earl and the Dying Girl, Alfonso Gomez-Rejon, USA 2015
Kinostart: 19.11.2015, DVD/BD-Start: 24.03.2016
Story: Der 17-jährige Greg hat es sich mit seinem Kumpel Earl gemütlich eingerichtet und dreht komische Kurzfilme. Auf Drängen seiner Eltern soll er die schwer an Leukämie erkrankte Mitschülerin Rachel besuchen. Beide freunden sich unerwartet an, was Gregs Schulalltag und sein Leben gehörig verändert.
Von David McAllan

Keine „(500) Days of Summer“, sondern etwa 160 Tage einer herbstlich anmutenden „doomed friendship“ – also Freundschaft, nicht Romanze -, sind das Thema eines Indie-Favoriten, der in einem kitschfreien Coming of Age wie ein Inhaltsverwandter von „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (dem besten Teenfilm der letzten Jahre) und im Tonfall wie ein Bruder des schonungslos offenen „The Perks of Being a Wallflower“ auftritt.

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Er ist wieder da

Die (Medien)Satire über die Auferstehung von Deutschlands populärster wie berüchtigster Geschichtsperson verflacht zu oft zur Klamotte

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aka Look Who’s Back, David Wnendt, D 2015
Kinostart: 08.10.2015, DVD/BD-Start: 07.04.2016
Story: Mitten in Berlin erwacht Adolf Hitler 70 Jahre nach seinem Selbstmord und stapft verwirrt durch die Straßen. Ein arbeitsloser TV-Reporter bringt ihn als Stand-Up-Comedian groß heraus. Hitler startet eine Karriere bei einem Privatsender und tourt durch das Land. Keiner ahnt, dass der Führer Großes vorhat.
Von Jochen Plinganz

Die groß angekündigte Kinoadaption des gleichnamigen Megasellers von Timur Vermes ist ein politisch korrekter Film, der sich fälschlicherweise für politisch unkorrekt hält. So ernsthaft der hühnenhafte Burgtheater-Schauspieler Oliver Masucci auch den Adolf Hitler mimt, mit seinem dünnen Bärtchen und den kantigen Gesichtszügen sieht er wie ein SS-Mann aus – er ist kein Vergleich zu Bruno Ganz‘ Glanzparade in „Der Untergang“.

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Der Marsianer

Matt Damon als schiffbrüchiger auf dem roten Planeten: Ridley Scotts souveräne Survival-SciFi ist ein bodenständiges Abenteuer

Der Marsianer - Rettet Mark Watney Cover

aka Der Marsianer – Rettet Mark Watney, The Martian, Ridley Scott, USA 2015
Kinostart: 08.10.2015, DVD/BD-Start: 18.02.2016
Story: Nach einem verheerenden Sandsturm evakuiert sich die Besatzung der Ares-III-Mission selbst. Der für tot gehaltene Botaniker Mark bleibt verletzt allein auf dem Mars zurück, ohne Kontakt zur Erde und ausreichend Vorräte. Pragmatisch versucht er zu überleben, bis Hilfe naht – die aber vier Jahre entfernt ist.
Von Thorsten Krüger

Es ist noch kein Jahr her, dass das Ägypten-Epos „Exodus“ des inzwischen 77-jährigen Ridley Scott anlief. Der arbeitsfreudige Regisseur kehrt nun wieder ins Weltall zurück, aber weder so mangelhaft wie in „Prometheus“, noch so düster wie darin und seinen SciFi-Klassikern „Alien“ und „Blade Runner“, sondern als prominent besetzte, bodenständige Hard-SF, die ohne Effekt-Pomp „Cast Away“ und „Apollo 13“ in die Nahzukunft verlegt.

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