Der Marsianer

Matt Damon als schiffbrüchiger auf dem roten Planeten: Ridley Scotts souveräne Survival-SciFi ist ein bodenständiges Abenteuer

Der Marsianer - Rettet Mark Watney Cover

aka Der Marsianer – Rettet Mark Watney, The Martian, Ridley Scott, USA 2015
Kinostart: 08.10.2015, DVD/BD-Start: 18.02.2016
Story: Nach einem verheerenden Sandsturm evakuiert sich die Besatzung der Ares-III-Mission selbst. Der für tot gehaltene Botaniker Mark bleibt verletzt allein auf dem Mars zurück, ohne Kontakt zur Erde und ausreichend Vorräte. Pragmatisch versucht er zu überleben, bis Hilfe naht – die aber vier Jahre entfernt ist.
Von Thorsten Krüger

Es ist noch kein Jahr her, dass das Ägypten-Epos „Exodus“ des inzwischen 77-jährigen Ridley Scott anlief. Der arbeitsfreudige Regisseur kehrt nun wieder ins Weltall zurück, aber weder so mangelhaft wie in „Prometheus“, noch so düster wie darin und seinen SciFi-Klassikern „Alien“ und „Blade Runner“, sondern als prominent besetzte, bodenständige Hard-SF, die ohne Effekt-Pomp „Cast Away“ und „Apollo 13“ in die Nahzukunft verlegt.

In „Der Marsianer“ erlebt ein gut aufgelegter Matt Damon den gleichen Verlassenheits-Koller wie in seiner Rolle in „Interstellar“, allerdings auf nüchterne Art, womit nach dem gleichnamigen Roman von Andy Weir aus dem Jahre 2011 Erfindergeist, Überlebenswille und Problemlösen gefeiert werden. Die Survival-Einsiedelei eines Tom Hanks bricht Scott durch einen steten Wechsel zwischen Mars, Erde und Crew auf.

Kartoffeldiät, Naturdünger und Klebeband

„I’m gonna have to science the shit out of this“: Wenn Matt Damon bei Kartoffeldiät, mit Naturdünger und viel Klebeband auf der lebensfeindlichen roten Wüstenlandschaft überlebt, ist das einerseits realistisch und glaubhaft, andererseits mit trockener, humorvoller Lockerheit erzählt. Tom Hanks ist sicher der bessere Schauspieler, aber Ridley Scott lässt ohnehin einige Möglichkeiten liegen. Zur existenziellen Tour de Force wird’s kaum.

Denn trotz einer Abfolge von Rückschlägen, Hindernissen und Unfällen (auch bei der NASA), obwohl die Welt live bei der Rettung mitfiebert – „Der Marsianer“ ist zwar souverän, aber ihm fehlt einiges an poetischer Eindringlichkeit, Tiefgründigkeit und Bildgewalt. Die Einsamkeit des gottverlassenen Marsmenschen ist nicht immer erfahrbar, auch einige schöne Impressionen kosten es weder emotional noch cineastisch richtig aus.

Angelehnt an „Gravity“, aber lange nicht so virtuos

Das gelingt dem sonst so ungleichen „Interstellar“ deutlich besser – und einem anderen jüngeren Überlebenskampf im All ebenso: Das Ende von „Der Marsianer“ ist stark an „Gravity“ angelehnt, aber lange nicht so virtuos. Alfonso Cuarón wagte viel mehr und ging wesentlich unkonventioneller zu Werke. Ridley Scott fährt 141 Minuten mit angezogener Handbremse – dennoch ist es seine beste Arbeit mindestens seit „Black Hawk Down“.

imdb ofdb

2 Gedanken zu „Der Marsianer“

  1. sorry – und stimmt, ist definitiv nicht unser ding. aber trotzdem vielen dank, wir wissen es zu schätzen 🙂

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