The Walking Dead (6. Staffel)

Beißer ohne Biss: Nach sechs Staffeln geht der postapokalyptischen Zombieserie (vorerst?) die Luft aus

The Walking Dead (6. Staffel) Cover

The Walking Dead (Season 6), Frank Darabont (Creator), USA 2015-2016
DVD/BD-Start: 19.12.2016
Story: Als nach einem misslungenen Umleitungsversuch Zombiehorden das Refugium Alexandria überrennen, büßt Ricks Gemeinde erheblich Personal ein – just, als Maggie schwanger wird. Nach der Restauration kristallisieren sich die mörderischen „Saviours“, eine brutale Räuberbande, als grausamster Feind heraus.
Von Sir Real

Seit Beginn des Jahrzehnts begleiten uns die staksenden Zombies im epischen Erzählformat und setzen Standards, die längst keine Kinoproduktion zum Thema mehr erreicht. Die sechste Staffel von „The Walking Dead“, erschaffen von Frank Darabont nach der gleichnamigen Comicreihe von Robert Kirkman, hat dennoch deutlich nachgelassen: Da war die vierte Staffelebenso wie die fünfte Staffelrunder, stärker und packender.

Cliffhanger-Ärgernisse, eine eiernde Dramaturgie und Figuren, die immer wieder blind in die gleichen Fallen laufen, hemmen den Genuss der ansonsten wieder top-produzierten Folgen, in denen fortgeschritten verweste Untotenmassen das Vorgartenparadies umringen. Ricks Kern-Clique ist dabei unverwüstlich, die übrigen Einwohner Alexandrias nur besseres Zombiefutter. Dennoch: Sie alle gehen andauernd viel zu hohe Risiken ein.

Dinge tun, nach denen man Angst vor sich selbst hat

Zumal rasch klar wird, dass nicht die Biters/Walkers das größte Problem sind, sondern eine bösartige Bande Wegelagerer, deren psychopathische Sadisten wie irre Mordbrenner über die Gruppe herfallen, die weiterhin mit unangebrachten Tötungshemmungen ringt. Die „Saviours“ um den Oberbösewicht (gähn) Negan (Jeffrey Dean Morgan erscheint erst im unerfreulichen Finale) sind zahlenmäßig und waffentechnisch überlegen.

Obwohl „The Walking Dead“ Pazifismus – Morgan (Lennie James) –, Präventivkrieg – Rick (Andrew Lincoln) – und Todessucht – Carol (Melissa McBride) – bisweilen ermüdend und nur für dramaturgische Zwecke diskutiert, bleibt genug Raum für Brillanz: Wenn man Dinge tut, nach denen man Angst vor sich selbst hat, gegen den Wahnsinn kämpft und Massaker im Akkord begeht. Aber die (psychischen) Abgründe nutzen sich auch ab.

Nebenfiguren sterben, sobald sie interessant werden

„This is, what life looks like now“: Irgendwann dümpelt das um die gleichen Erkenntnisse herum und dann fällt auf, dass sich die Hauptfiguren nicht mehr weiterentwickeln und die Nebenfiguren sterben, sobald sie interessant werden. Die Devise „the world is ours, we know how to take it“, wird von Antagonisten ad absurdum geführt, die jedoch stets wie aus dem Drehbuch-Ärmel geschüttelt wirken und nicht wie glaubwürdige Rivalen.

imdb ofdb

3 Gedanken zu „The Walking Dead (6. Staffel)“

  1. Ich kann dir das nachempfinden. Hatte vor einiger Zeit beide Staffeln Z Nation geschaut. Das macht echt Spaß. Murphy ist das Hammer. Gefiel wir zeitweilig weitaus besser als Walking Dead.

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