Lights Out

Familien-Horror: psychologisch starker Schocker um ein Schattenwesen, das die Angehörigen einer Depressiven heimsucht

Lights Out Cover

David F. Sandberg, USA 2016
Kinostart: 04.08.2016, DVD/BD-Start:15.12.2016
Story: Als ihr kleiner Halbbruder Martin von dem gleichen Geist heimgesucht wird, wegen dem Rebecca ihre psychisch labile Mutter Sophie verließ, nimmt sie ihn zu sich. Mit Freund Bret versucht sie das dunkle Geheimnis aufzuklären, das Sophie mit Diana verbindet, die nur erscheint, wenn die Lichter aus sind.
Von David McAllan

Licht aus – ein weibliches Schattenwesen ist im Raum. Licht an – es ist verschwunden. Basierend auf seinem viralen 3-Minüter von 2013 setzt Debütant David F. Sandberg dieses visuelle Konzept furchteinflößend gut um. Den sehr attraktiv besetzten „Lights Out“ produzierte „Conjuring“-Beschwörer James Wan, Eric Heisserer („Nightmare“-Remake) schrieb das Skript für ein Debüt, das Horror und Familienstory fies verwebt.

„Lights Out“ macht viel richtig: packender Schrecken statt Fehlalarm-Schocks, eine echte Schauspielerin statt CGI-Tinte. Stilistisch reif schildert Sandberg eine dysfunktionale Familie und wählt das Grauen der Dunkelheit als (über)deutliche Depressions-Metapher, analog zum überschätzten „The Babadook“. Maria Bello („Prisoners“) ist eindringlich als zwielichtige Nutcase-Mom, eine manische und unkooperative psychisch Kranke.

Eine Hexe à la „Ringu“

Die Mystery um ihren finsteren Zwilling aufzuklären, eine Hexe à la „Ringu“ – wenn auch weniger schaurig –, obliegt Theresa Palmer („The Choice“) als bindungsscheues Playmate mit Hirn (wie übrigens alle Protagonisten sich überlegt verhalten) und Gabriel Bateman („Annabelle“) als terrorisiertes Kind. Wie tief sich dieses manipulative Schauerwesen in die Familie gefressen hat, macht einen Großteil der dramatischen Wirkung aus.

Brad Anderson verfolgte in „Die Herrschaft der Schatten“ sein Konzept der Dunkelheit konsequenter, versagte aber als Regisseur. „Lights Out“ mag nicht immer logisch sein – Mittel wie Schwarzlicht zur Monstersuche und dessen vampirähnliche Verwundbarkeit durch Lichtquellen werden nicht durchgehend umgesetzt. Dafür entfaltet der wohlplatzierte Tiefschlag am Ende nachdrücklich das emotionale Trauma dieses Familienkonflikts.

imdb ofdb

3 Gedanken zu „Lights Out“

  1. Darf gerne so bleiben – eine bessere Methode, Zuschauer auch emotional zu erreichen, gibt es eigentlich nicht. Fragt sich nur, wie lange es dauert, bis es einen als überlastetes Klischee langweilt und man nur noch beziehungslose Einzelgänger goutiert 😉

  2. Die Vorfreude steigt!
    Generell erstaunlich, wie sehr doch die Familie und ihre Belastungen zum Haupt-Sujet kontemporärer Mainstream-Horrorfilme geworden ist (siehe „Conjuring“, „Sinister“ etc.)…

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