Der seidene Faden

Der seidene Faden Cover

Phantom Thread, Paul Thomas Anderson, US 2017
Kinostart: 01.02.2018

„Der seidene Faden“, der letzte Auftritt vor seinem selbstgewählten Ruhestand, dürfte Ausnahmeschauspieler Daniel Day-Lewis („Lincoln“) eine weitere Oscarnominierung einbringen. Mindestens. Aber auch die Co-Stars, die junge Luxemburgerin Vicky Krieps („Wer ist Hanna?“) und Lesley Manville („Maleficent“), zeigen eine bravouröse Performance. Sie bilden eine delikate Ménage à trois, die kuriose bis skurrile Relation des Modezars Woodcock (Day-Lewis), seiner Muse Alma (Krieps) sowie seiner rigorosen Schwester Cyril (Manville), die das Atelier leitet.

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Nur Gott kann mich richten

Das knallharte deutsche Genrekintopp mit Moritz Bleibtreu hält auch emotional durch die Tragödie verzweifelter Krimineller in Atem

Nur Gott kann mich richten Cover

Özgür Yildirim, D 2017
Kinostart: 25.01.2018
Story: Nach fünf Jahren Knast für einen misslungenen Raubüberfall will Ricky weg aus dem Frankfurter Kiez. Da Komplize Latif pleite ist, soll ein abgesprochener Heroinklau das Startkapital besorgen. Mit Bruder Rafael zieht Ricky den simplen Plan durch. Der misslingt und die Beute landet bei Polizistin Diana.
Von Gnaghi

Wen Gott straft: In „Nur Gott kann mich richten“ kreuzt „Chiko“-Regisseur Özgür Yildirim einen stimmungsvollen, milieuechten Noir mit einem Crime-Thriller im rauen Immigranten- und Kriminellenkiez Frankfurts. Genre-Stereotypen erfahren durch Hinterhof-Straßendreckigkeit und das überragende Ensemble eine Wahrhaftigkeit, als hätte Fatih Akin („Gegen die Wand“) einen Gangsterreißer mit schlimmstmöglicher Wendung gedreht.

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Der Hauptmann

Robert Schwendtkes zeitlose Parabel auf das Führerprinzip erzielt als beklemmende Kriegsgroteske schwarzweiße Schauerlichkeit

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Robert Schwentke, D/PL/P/F 2017
Kinostart: 15.03.2018
Story: Nordwestdeutschland kurz vor Kriegsende im April 1945: Der fahnenflüchtige Gefreite Willi Herold findet die Uniform eines Hauptmanns und gibt sich für ihn aus. So versammelt er versprengte Soldaten und muss seine Rolle weiterspielen – er jagt erst Marodeure, dann exekutiert er in einem Lager Gefangene.
Von Jochen Plinganz

Kleider machen Leute: Der in Hollywood tätige Schwendtke („Die Frau des Zeitreisenden“, „R.I.P.D.“) hat auf Heimaturlaub die Story des blutjungen Kriegsverbrechers Willi Herold ausgegraben, der nur Wochen vor der Kapitulation zum fanatischen Nazi und Massenmörder wurde. Analog zum ebenso auf einem realen Vorkommnis fußenden „Der Hauptmann von Köpenick“ entspinnt sich die bittere und böse Version einer Köpenickiade.

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