Cold Skin

Existenzialistische, anspruchsvolle Abenteuer-Horror-Parabel auf den (unnötigen) Kampf des Menschen gegen die Natur (und damit sich selbst)

Cold Skin Cover

Xavier Gens, E/F 2017
ohne deutschen Start
Story: 1914 gelangt ein junger Wetteroffizier zum Dienst auf eine einsame Felseninsel am südlichen Polarkreis. Sein Vorgänger Gruner ist wahnsinnig geworden – jede Nacht kämpft er gegen amphibische Wesen, die gegen den verbarrikadierten Leuchtturm anrennen. Und das nächste Schiff kommt erst in einem Jahr.
Von Sir Real

Xavier Gens, 2007 durch „Frontière(s)“ Mitinitiator der gallischen Gore-Welle und seitdem mittelmäßiger Genrefabrikant (zuletzt: „The Crucifixion“), versucht sich mit dem existenzialistischen Abenteuerhorror „Cold Skin“, womit er den 2002 erschienenen Roman „La pell freda“ (dt.: „Im Rausch der Stille“) des Katalanen Albert Sánchez Piñol adaptiert. Ein wohltuend anspruchsvolles Unterfangen, das aber nur optisch glänzt.

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Winchester

Winchester Cover

aka Winchester: Das Haus der Verdammten, The Spierig Brothers AUS/US 2018
Kinostart: 15.03.2018

Hey, endlich wieder eine „wahre“ Geschichte (bitte jetzt lachen)! Die australischen Spierig-Zwillinge nehmen sich mit einer Top-Besetzung die Legende von Kaliforniens bekanntestem Spukhaus vor, dem Winchester-Haus in San José, bestätigen damit aber nicht die gute Form, die sie mit dem Zeitreise-Thriller „Predestination“ zeigten, sondern nur die Genremittelmäßigkeit ihres „Daybreakers“ sowie dem jüngst im Oktober angelaufenen „Jigsaw“.

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Loveless

Scheidung auf russisch: In der bestürzenden Gesellschaftsparabel bleibt ein Kind bzw. die Menschlichkeit auf der Strecke

Loveless Cover

Nelyubov, Andrey Zvyagintsev (Andrej Swjaginzew), RUS/F/D/B 2017
Kinostart: 15.03.2018
Story: Russland 2012. Das Mittelschichtpaar Zhenya und Boris lässt sich scheiden. Sie haben jeweils neu begonnen. Ihren 12-jährigen Sohn Alyosha wollen beide nicht. Als der entsetzte Junge hört, dass er ins Heim abgeschoben werden soll, läuft er fort. Erst zwei Tage später bemerken die Eltern sein Fehlen.
Von Caroline Lin

„Loveless“, im Original „Nelyubov“, was man als „Nichtliebe“ transkribieren kann – der Titel ist Programm: Nach seinem ebenbürtig beeindruckenden „Leviathan“ verleiht der russische Independent-Auteur Andrey Zvyagintsev dem Drama über zwischenmenschliche Kälte in einer Familie eine stille, emotional heftige Wucht, für die seine Parabel auf das eisige Russland Putins abermals für den Auslandsoscar nominiert ist.

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