Alle Beiträge von Max Renn

Tarzan 3D

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Tarzan, Reinhard Klooss, D 2013
Kinostart: 20.02.2014, DVD/BD-Start: 30.10.2014

Großes Abenteuerkino für die ganze Familie hatte Reinhard Klooss (Regie, Drehbuch, Produktion) im Sinne. Nach seinem Erfolg „Konferenz der Tiere“ drehte er die 3D-Animation mit erheblichem Aufwand per Motion-Capture-Verfahren in den Bavaria Studios. Die ins heute verlegte Adaption von Edgar Rice Burroughs 1914 erstmals erschienener Abenteuer-Reihe über den Herr des Dschungels ist jedoch eine einzige Peinlichkeit zum Fremdschämen geworden.

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Der Hobbit: Smaugs Einöde

Düsterer, actionreicher, kämpferischer: Das Fantasyabenteuer nimmt Fahrt auf zu gewohnt epochaler CGI-Schwulst.

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The Hobbit: The Desolation of Smaug, Peter Jackson, USA/NZ 2013
Kinostart: 12.12.2013, DVD/BD-Start: 11.04.2014
Story: Bilbo, Gandalf und die 13 Zwerge fliehen vor den Orks in den spinnenverseuchten Düsterwald, wo feindselige Elben sie gefangen nehmen. Nach ihrem Ausbruch wollen sie das verlorene Zwergenreich Erebor befreien und landen durch Bard in Seestadt am Fuße des Einsamen Bergs. Dort haust Drache Smaug.
Von Max Renn

Der Mittelpart von Peter Jacksons zweiter Tolkien-Trilogie, des auf drei Spektakel aufgeblasenen 300-Seiten-Jugendbuchs „Der Hobbit“ von 1937, hat mehr Handlung – will heißen: mehr Action – als der doch sehr dünne Erstling und ist wieder Fanfutter, das sonst niemanden sättigt. Das wären allemal wieder sechseinhalb Millionen. Das Beste daran ist dennoch der Simpsons-Spoof: Mehr Spaß und nur eineinhalb Minuten lang.

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Oldboy

Spike Lees Remake kürzt das surreal Groteske und arbeitet den ultrabrutalen Thriller aus der südkoreanischen Rachestory heraus.

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Spike Lee, USA 2013
Kinostart: 05.12.2013, DVD/BD-Start: 10.04.2014
Story: Der versoffene Werbefachmann Joe erwacht eines Morgens in einem Beton-Zimmer, das für 20 Jahre grundlos sein Gefängnis wird, während man ihm den Sexualmord an seiner Frau anhängt. Als ihm schließlich die Flucht gelingt, will er Rache an dem Unbekannten nehmen, der ihn so lange einkerkerte.
Von Max Renn

Zehn Jahre, nachdem Park Chan-wooks in Cannes prämierte Kult-Groteske Asiafans um sich scharte, wagt der längst kommerziell orientierte Ex-Politfilmer Spike Lee („Malcom X“) das US-Remake. Da mir das Original nie wirklich gefiel, bin ich der Neuadaption wohl aufgeschlossener als eingefleischte Park-Verehrer: Der wüste Rache-Thriller um grausame Einzelhaft und Doppel-Inzest ist dramaturgisch viel schlüssiger.

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The Counselor

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Ridley Scott, USA/GB 2013
Kinostart: 28.11.2013

Mit großer, teilweise irre gut aufspielender Starriege verfilmt Ridley Scott („Prometheus“) den Pulitzer-Preisträger Cormac McCarthy („The Road“) zu einem hochtrabend-eleganten Anti-Thriller am Rio Grande, wo Menschenleben nichts wert sind. Ein namenloser Anwalt, genannt Counselor, steigt durch einen hirnweichen Hallodri ins Drogengeschäft ein, weil der Romantiker seiner Verlobten einen sündteuren Diamant schenken will. Der lapidare Zufall lässt den Deal scheitern und damit ist das Todesurteil für ein ganzes Ensemble Luxus-Gauner gefällt, denn das erbarmungslose Kartell schickt seine Bluthunde los.

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Venus im Pelz

Ironisch-vielschichtig zettelt Roman Polanski ein Duell der Geschlechter an, das doch nur biedere Altherrenphantasie bietet.

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La Vénus à la fourrure, Roman Polanski, FR/PO 2013
Kinostart: 21.11.2013
Story: Ein langer und erfolgloser Castingtag für das eigens adaptierte Theaterstück „Venus im Pelz“ geht für den angehenden Regisseur Thomas enttäuschend zu Ende. Als die vulgäre Vanda auftaucht und vor leeren Rängen überzeugt, ist Thomas hingerissen. Rasch entwickelt sich daraus ein wahrer Geschlechterkampf.
Von Max Renn

Mit der Adaption von David Ives‘ Broadway-Zwei-Personen-Hit kann Roman Polanski an seine vorangegangenen Großtaten „Der Ghostwriter“ und „Der Gott des Gemetzels“ qualitativ nicht anknüpfen. Letzterer Theaterverfilmung gleich, bietet das amüsante Komödien-Duell zwischen den nach „Schmetterling und Taucherglocke“ wieder gemeinsam agierenden Mathieu Amalic und Emmanuelle Seigner hintersinniges Vergnügen.

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Blue Jasmine

Endstation Sehnsucht: Woody Allens tragikomisches und schonungsloses Psychogramm einer mental gestörten Heuchlerin.

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Woody Allen, USA 2013
Kinostart: 07.11.2013, DVD/BD-Start: 14.03.2014 (digital bereits ab 07.03.2014)
Story: Als ihr betrügerischer Investment-Gatte hinter Gittern landet, verliert das hochnäsige Luxus-Nervenbündel Jasmine alles und schlüpft bei ihrer proletarischen Adoptiv-Schwester, von der sie vorher nichts wissen wollte, in San Francisco unter. Hier sabotiert die alkoholsüchtige Zicke ihre Zukunft erst recht.
Von Max Renn

Cate Blanchett, die Galadriel aus „Herr der Ringe“, leistet in furios-manischer Manier wieder einmal Oscarwürdiges als selbstzerstörerische Society-Lady, die als Luxus-Stadtneurotikerin ihr eigenes Leben und das anderer ruiniert, bis sie als Irre auf der Parkbank endet. Komisch zwar, und auch satirisch, vor allem aber tragisch entwickelt sich daraus ein gestandenes Psychodrama. Allens Euro-Sightseeingtour ist definitiv beendet.

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Escape From Tomorrow

Alptraum Disneyworld: Ein Familienvater taumelt im Vergnügungspark durch surrealen Wahn und kryptische Schizo-Fantasien.

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Randy Moore, USA 2013
DVD/BD-Start: 19.03.2015
Story: Den Kündigungsanruf seines Chefs behält Jim für sich, um den letzten Urlaubstag seiner Familie nicht zu verderben. Gemeinsam mit seiner krittelnden Frau Emily und den jungen Kindern Sara und Elliot besucht er die Walt Disney World, wo er zwei jungen Französinnen nachsteigt und Wahnvorstellungen verfällt.
Von Max Renn

„Carnival of Souls“ in Disneyland? Wie Debütant Randy Moore eigene Ideen in Schwarzweißbilder gießt, ganz ohne offizielle Genehmigung der Vergnügungsparks, gebiert ein surreales Mind-Fuck-Movie der bizarren Art. Ist ein Besuch in Disneyland auch so schon ein Horrortrip, taumelt ein Familienvater hier vor halbdokumentarischer Handkamera durch einen wahren Alptraum, der gleichwohl nur bedingt überzeugt.

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Das Geheimnis der Bäume

Bio-Doku auf dem neuesten Stand des Schulwissens: Animationen und Kamerakranfahrten erklären das Ökosystem Regenwald.

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Il était une forêt, Luc Jacquet, FR 2013
Kinostart: 02.01.2014, DVD/BD-Start: 22.05.2014
Story: Am liebsten sitzt Francis Hallé im Regenwald und zeichnet Bäume. Weil der Lebensraum immer rascher abgeholzt wird, nimmt der Botaniker eine Kahlschlagödnis zum Anlass, um dem 700 Jahre andauernden Wachstumsprozess von Pionieren über den Sekundärwald zum originalen Primärwald zu folgen.
Von Max Renn

Mit „Die Reise der Pinguine“ begeisterte der französische Zoologe Luc Jacquet 1,5 Millionen Kinogänger – Rekord für eine Tierdoku – und heimste 2006 den Oscar ein. Sein märchenhafter Naturkinderfilm „Der Fuchs und das Mädchen“ lief hingegen deutlich unter Wert. Ob seine dritte Doku an den Erstlingserfolg anknüpfen kann, steht bei der leicht kuriosen Mischung aus Animation, Didaktik und Schwärmerei durchaus in Frage.

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Runner Runner

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Brad Furman, USA 2013
Kinostart: 17.10.2013, DVD/BD-Start: 03.03.2014

„Wall Street“ als attraktiv besetzte Casino-Variante um (Online)Glücksspiel auf Costa Rica: Wie in „Paranoia“ – nicht so gelackt, aber ähnlich hohl – steht wieder ein sexy Staraufgebot bereit, der Faszination des mondänen Milliardärmilieus zu verfallen. Was an einem Princeton-Studenten (Justin Timberlake) gerissen sein soll, der von einem charismatischen Poker-Paten (Ben Affleck) zum naiven Bauernopfer im amoralischen Ponzi-Spiel erkoren wird, kann Brad Furman („Der Mandant“) zu keinem Zeitpunkt glaubwürdig erklären.

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Houston

Kafkaeske Entfremdungsstudie mit Ulrich Tukur: Ein Mood Movie, das viel verspricht und wenig hält.

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Bastian Günther, D/USA 2013
Kinostart: 05.12.2013, DVD/BD-Start: 13.06.2014
Story: Nur mit Alkohol hält sich der abgekämpfte Headhunter Clemens Trunschka im Arbeitstrott eines großen deutschen Autokonzerns, für dessen Chefetage er höchst inoffiziell einen begehrten Manager des Texanischen Energieriesen Houston Petrol abwerben soll. Vor Ort in Houston verzweifelt Trunschka an seiner Aufgabe.
Von Max Renn

Eine Reise in die Seelennacht: atmosphärisch ausgereifte Charakterstudie, in der ein wie immer erstklassiger Ulrich Tukur (zuverlässig auch in „Exit Marrakech“) als Familienvater und Einzelkämpfer in einen kafkaesken, antidramatischen Taumel gerät. Die Ausmessung des Unbehagens an einem, der sich selbst, anderen und seinem Job bis zur Verzweiflung entfremdet bleibt, bewegt sich zwischen „Paris, Texas“ und „Lost in Translation“.

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Zimmer 205 – Traust du dich rein?

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205 – Zimmer der Angst, Rainer Matsutani, D 2011
Kinostart: 04.04.2013 DVD/BD-Start: 30.09.2013

Fader Mix aus Studentenmystery, Psychothrillerwahn, Kriminalfall und Geisterhorror, bei dem Rainer Matsutani („Nur über meine Leiche“, „666 – Traue keinem, mit dem Du schläfst!“) abermals unterstreicht, was für ein trostloser TV-Routinier er ist. Erschreckend (neben dem üblen Titel) ist an dem deutsche Remake des kassenträchtigen, künstlerisch aber wenig berühmten dänischen „Room 205“ bestenfalls die Einfallslosigkeit, mit der in kalten Bildern ein fürchterlich konstruiertes Isolations-Szenario mit unsympathischen Visagen heraufbeschworen wird.

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Paranoia

Attraktiv besetzter Wirtschaftsspionage-Thriller, der als vorhersehbares Moraldrama seinem hippen Edelglanz-Look erliegt.

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Robert Luketic, GB 2013
Kinostart: 19.09.2013
Story: Adam fühlt sich um seine Karriere betrogen, weshalb er zugreift, als ihm der gerissene Konzernchef Wyatt einen hochdotierten Job anbietet. Jedoch muss der ambitionierte Elektroniktüftler bei der Konkurrenz, Wyatts Feind Goddard, in der hochgesicherten Entwicklungsabteilung anfangen und Firmengeheimnisse ausspionieren.
Von Max Renn

Finsterworld

Distanziertes Ekel-Panorama über die Macken eines deutschen „Short Cuts“-Ensembles. Will Tiefgang, erzeugt aber nur Banalität.

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Frauke Finsterwalder, D 2013
Kinostart: 17.10.2013, DVD/BD-Start: 09.04.2014
Story: Ein Tag im Leben von Fußpfleger Claude mit Hunger auf Hornhaut, Polizist Tom, der gern ein Bär wäre, seiner frustrierten Freundin Franziska, die als Dokumentarfilmerin scheitert, Lehrer Nickel und seiner Schulklasse, die zur Geschichtsstunde nach Dachau reisen. Ihre Wege kreuzen sich unangenehm.
Von Max Renn

Frauke Finsterwalders gemeinsam mit Christian Kracht entworfener deutscher „Short Cuts“ entwirft ein distanziertes Panorama über das Befindlichkeitsgedusel eines von eigenen Manien, Marotten und Macken besessenen Vollspacken-Ensembles. Die tragikomische Satire ist dermaßen fasziniert von den Spleens, dass sie den Typen beim spinnen, philosophieren und wie sie anderen das Leben zu Hölle machen zusieht. Und hält einen auf Distanz: Im gequälten Mit- und Gegeneinander mit seinen beziehungsunfähigen Fetischisten erregt niemand auch nur eine Spur Empathie, geschweige denn Sympathie.

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Mud

Großartiger Hinterland-Film-Noir aus den Südstaaten, mit dem Jeff Nichols ein starbesetztes Coming-of-Age dichtet.

Mud Cover

Jeff Nichols, USA 2012
DVD/BD-Start: 05.05.2014
Story: Ellis und Neckbone leben in einer Flusssiedlung in Arkansas. Bei einem ihrer Motorbootausflüge entdecken die Kids den Outlaw Mud, der sich vor Blutrache und Polizei auf einer Insel versteckt. Die beiden Jungs helfen ihm einen Fluchtplan zu schmieden und seine große Liebe zu kontaktieren. Die ziert sich.
Von Max Renn

Ein klasse besetztes und ebenso gespieltes Coming of Age aus dem amerikanischen Süden, das sich eigentlich als handfester Film Noir erweist, hat Jeff Nichols nach eigenem Drehbuch in stilsichere Bilder gegossen, die das ernste Drama dieser Tom Sawyer & Huckleberry Finn, die in eine Selbstjustiztragödie hineingezogen werden, mit unheimlicher Lakonie in naturbelassen fotografierte, herb-schöne Wildnis sublimiert.

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