Alle Beiträge von Sir Real

The Interview

James Franco Gangnam Style bei Kim Jong-Un: Die transgressive, nackte Komödien-Kanone penetriert uns anal als Politsatire aus Pjöngjang

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Evan Goldberg, Seth Rogen, USA 2014
Kinostart: 05.02.2015, DVD/BD-Start: 05.06.2015
Story: Produzent Aaron will, dass Trash-Talk-Star Dave endlich seriös wird – und verschafft ihm ein Exklusiv-Interview mit Nordkoreas Führer Kim Jong-Un. Da schaltet sich die CIA ein und verlangt von beiden, den Diktator mit Gift zu ermorden. Doch der ist großer Fan von Dave und beide verstehen sich prächtig.
Von Sir Real

Hier geht’s zum Ablauf der absurden Geschehnisse, die zur Aufhebung aller Veröffentlichungstermine der Produktion führten.

Den Sony-Hackern, die mit ihren Aktionen die Veröffentlichung dieser notorischen Zwerchfellstrapaze verhindern wollten, fehlt offenbar der Sinn für Borderline-Humor, den das Gespann Seth Rogen und Evan Goldberg („Das ist das Ende“) von der Leine lässt. Die besten Komödien sind jene, die Grenzen überschreiten und die exzessiv kindische Comedy, deftig politische Satire und verrückte Spionage-Posse sprengt sie nachgerade alle.

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The Skeleton Twins

Kristen Wiig und Bill Hader als deprimierte Geschwister in einer zauberhaft mitfühlenden, heiter-ernsten Indie-Komödie

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Craig Johnson, USA 2014
DVD/BD-Start: 30.04.2015
Story: Als Kinder waren die Zwillinge Maggie und Milo unzertrennlich, haben sich inzwischen aber aus den Augen verloren. Als beide Selbstmord begehen wollen, bringen sie die Umstände wieder zusammen. Der homosexuelle Milo zieht vorübergehend bei Maggie ein, die in einer unglücklichen Ehe steckt.
Von Sir Real

Das in Sundance mit dem Drehbuchpreis gekrönte, zweite Regiewerk von Craig Johnson steht wie sein Einstand „True Adolescents“ zwischen Drama und Komödie, geht aber deutlich sensibler und mit aufrichtigem Interesse für seine beiden traurigen Figuren vor, von den „Saturday Night Life“-Alumnen Kristen Wiig und Bill Hader (beide als Sprecher in „Her“) mit Sinn für trotzigen Humor und leise Tragik verletzlich vorgetragen.

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The Frame

Unabhängige urbane Phantastik-Vision, die metaphysisch schaurig und herzergreifend humanistisch Fiktion in Existenz verwandelt

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Jamin Winans, USA 2014
ohne deutschen Start
Story: Die engagierte Sanitäterin Sam rettet Leben, flieht vor ihrer Vergangenheit und verfolgt eine TV-Serie um Dieb Alex im Dienste eines gefährlichen Kartells. Bis sich beide durch den Fernseher gegenseitig sehen, den jeweils anderen für fiktiv halten und Sam begreift, dass Alex im Staffelfinale sterben soll.
Von Sir Real

Schon länger träumt der Indie-Regisseur Jamin Winans nur von ihrem Budget begrenzte, talentierte städtische Mystery-Fantasien mit SciFi-Touch („11:59“ und vor allem „Ink“). Ambitionierter denn je arrangiert er eine schlaue und trotz kleinem Budget auch effekttechnisch suberbe doppelte „Truman Show“, in der sich zwei einsame Seelenverwandte gegenseitig vor der „Final Destination“, ihrem geplanten Tod, zu retten versuchen.

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Anderswo

Durchwachsen und doch bewegend: Ester Amramis organisches Drama über eine doppelt heimatlos Selbstsuchende zwischen Berlin und Israel.

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Ester Amrami, D 2014
Kinostart: 29.01.2015
Story: Als der selbstzweifelnden Noa das Stipendium entzogen wird, weil niemand den Sinn ihres „Lexikon der unübersetzbaren Wörter“ versteht, flieht sie aus Berlin zu ihrer Familie nach Israel, wo sie sich ebenso wenig heimisch fühlt. Dann reist ihr deutscher Freund Jörg nach und will Antworten von ihr.
Von Sir Real

Man kann gewiss vermuten, dass die Sinn- und Heimatsuche, bzw. Heimatlosigkeit der Protagonistin im Diplomfilm der Babelsberg-Absolventin Ester Amrami auch persönliche Befindlichkeiten und Zerrissenheiten der in Israel geborenen Berlinerin abhandelt. Gemeinsam mit ihrem Mann Momme Peters entwickelte sie ein Verlorensein zwischen den Kulturen mehr als nur ein „Lost in Translation“, manchmal aber auch weniger.

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Das Verschwinden der Eleanor Rigby

Einsamkeit, Liebe, Trauer: Unkonventionell und empfindsam spürt Ned Benson der existentiellen Orientierungslosigkeit eines Paares nach.

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The Disappearance of Eleanor Rigby: Them, Ned Benson, USA 2014
Kinostart: 27.11.2014, DVD/BD-Start: 07.05.2015
Story: Eine Tragödie hat das Traumpaar Connor und Eleanor getrennt. Nach einem Selbstmordversuch bricht sie jeden Kontakt ab, zieht zu Eltern und Schwester, um ein neues Leben anzufangen. Connor bleibt am Boden zerstört in seiner schlecht gehenden Bar zurück, gibt aber nie auf, sie noch zurückzugewinnen.
Von Sir Real

Ned Benson ist Amerikaner und er hat sein aus zwei Perspektiven erzähltes Diptychon „The Disappearance of Eleanor Rigby: Her“ und „Him“ zu einem Drama montiert, das beiden folgt, mehr ihr, als ihm. Der unkonventionelle Indie-Ansatz ist dagegen europäisch, angenehm unaufgeregt mit der Handkamera eingefangen. Der 37-Jährige Autorenfilmer vereint damit die Vorzüge der Nouvelle Vague mit der Kunst hochklassiger US-Dialoge.

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Dritte Person

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Third Person, Paul Haggis, GB/USA/D/B 2013
Kinostart: 04.12.2014, DVD/BD-Start: 09.04.2015

Der zweifache Oscargewinner Paul Haggis, ausgezeichnet für „L.A. Crash“ und sein Drehbuch für „Million Dollar Baby“, webt wieder ein Episoden-Ensemble-Drama mit gleich sieben ausgewiesenen Charakterstars. Der am Bond-Relaunch durch seine Scripts zu „Casino Royale“ und „Ein Quantum Trost“ nicht unerheblich mitbeteiligte Kanadier ventiliert diesmal freilich nur viel heiße Luft, die er mit Emo-Pathos schwängert. Seine drei Storys haben nicht bloß durch schwachen Figuren, dröge Dialoge und fehlende Durchschlagskraft den Appeal von Schleuderware.

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Ruf der Pferde

Keeping the Faith: Die Befreiung zweier Pferde aus dem tiefsten Eis war 2008 ein wahres Weihnachtsmärchen in Kanadas Medien.

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The Horses of McBride, Anne Wheeler, CDN 2012
DVD/BD-Start: 19.01.2015
Story: Kurz vor Weihnachten 2008 hat der vor dem Ruin stehende Familienvater Matt einen Käufer für seine Farm in McBride am Fuße der Rocky Mountains gefunden, sehr zum Frust seiner Tochter Nicky. Als ihre Brüder zwei im Schnee gefangene Pferde in den Bergen finden, will die junge Frau sie unbedingt retten.
Von Sir Real

Kleinmädchenkitsch auf K&S? Keineswegs! Für den deutschen Schmalztitel „Ruf der Pferde – Ein Mädchen folgt seinem Herzen“ können wir ja nichts. Das Original klingt mit „The Horses of McBride“ schon seriöser. So ist auch Anne Wheelers TV-Verfilmung geworden, der es gelingt, die realen Ereignisse von 2008 in McBride (fast) kitschfrei zu einem herzbewegenden Durchhalte-Mutmacher zum Weihnachtsfest auszuschmücken.

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Citizenfour

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Laura Poitras, D/USA 2014
Kinostart: 06.11.2014, DVD/BD-Start: 08.05.2015

Citizenfour. So lautet der Tarnname, unter dem Whistleblower Edward Snowden die in Berlin lebende Dokumentarfilmerin Laura Poitras kontaktierte. Sie schließt mit der Chronik seines Treffens mit den Guardian-Journalisten Glenn Greenwald und Ewan MacAskill in einem Hongkonger Hotel ihre Trilogie über Amerika nach dem 11. September („My Country, My Country“, „The Oath“) ab und legt die ungeheuerlichen Straftaten der Obama-Regierung offen.

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Wild Tales

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Relatos salvajes, Damián Szifrón, RA/E 2014
Kinostart: 08.01.2015, DVD/BD-Start: 25.06.2015

In der von Pedro Almodóvar produzierten argentinische Anthologie unterbreitet der aus der Provinz Buenos Aires stammende Damián Szifrón („Tiempo de valientes“) sechs Segmente, die als finstere Komödie das Groteskgeschehen illustrieren, das sich ergibt, wenn mehr oder minder normale Menschen ihre Wut ungezügelt ausleben. Die nicht miteinander verwobenen Episoden sind als eigenständige Kurzfilme aufgereiht, die studieren, wie Zorn und Rachegelüste in eine charakteristische Eskalationsdramaturgie ausufern, die Moral und Gesetz sprengt.

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Die Wolken von Sils Maria

Kristen Stewart und Juliette Binoche in einem vielschichtigen Psychogramm und faszinierenden Vexierspiel über Kunst und Realität.

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Clouds of Sils Maria, Olivier Assayas, F/CH/D 2014
Kinostart: 18.12.2014, DVD/BD-Start: 13.08.2015
Story: Vom überraschenden Tod ihres Entdeckers in eine tiefe Krise gestürzt, zieht sich die schwierige Starschauspielerin Maria mit ihrer jungen Assistentin Val in die Schweizer Berge zurück, um sich auf die Aufführung des Bühnenstücks „Maloja Snake“ an Seite von Hollywood-Jungstar Jo-Ann vorzubereiten.
Von Sir Real

Der wandelbare Olivier Assayas („Die wilde Zeit“) erforscht facettenreich, behände und fast schwerelos Gemüts- und Seelenzustände einer Diva. Sein transparenter Blick hinter die Kulissen ergibt ein ungeschminkt echtes Bild auf Celebrities, Theater- und Filmgeschäft – keine dieser Showbiz-Satiren wie „Maps to the Stars“, sondern erwachsen-hintersinniges Kino nahe Bergmans „Persona“ und Kiarostamis „Die Liebesfälscher“.

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Ruhet in Frieden – A Walk Among the Tombstones

Die Anteile von Film Noir und hartem Detektiv-Krimi um Liam Neeson vereinigen sich nicht zu einem größeren Sinngefüge.

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A Walk Among the Tombstones, Scott Frank, USA 2014
Kinostart: 13.11.2014, DVD/BD-Start: 11.03.2015
Story: Seit er vor acht Jahren versehentlich ein Mädchen erschoss, hat Matt keine Polizeimarke, aber auch kein Alkoholproblem mehr. Als New Yorker Privatdetektiv sucht er 1999 widerwillig für einen Drogendealer die Täter seiner entführten und ermordeten Frau. Es ist der Beginn einer brutalen Mordserie.
Von Sir Real

Von Lawrence Blocks bisher 17 veröffentlichten Romanen um Hells-Kitchen-Detektiv Matthew Scudder („8 Millionen Wege zu sterben“ fand 1986 seinen Weg ins Kino) hat Scott Frank, Drehbuchautor von „Minority Report“ und „Out of Sight“, das zehnte Buch für die Leinwand adaptiert. Nicht so raffiniert-bannend wie in seinem letzten Regie-Eintrag „The Lookout“, aber wieder als Film Noir, diesmal mit Schlagtot Liam Neeson.

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The Captive

Atom Egoyans Elternalptraum schließt an die Themen, aber nicht die Qualitäten seiner großen melodramatischen Meditationen an.

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Atom Egoyan, CDN 2014
DVD/BD-Start: 02.01.2015
Story: Als Arbeitervater Matthew seine junge Tochter Cassandra für eine Minute im Wagen zurücklässt, verschwindet diese spurlos. Die Polizei verdächtigt ihn selbst. Acht Jahre später, seine Ehe ist zerbrochen, taucht ihr Foto im Internet auf. Da die Ermittler untätig bleiben, forscht Matthew auf eigene Faust nach.
Von Sir Real

Menschen, die zum Teil in selbst errichteten psychischen Gefängnissen leben, hatte Atom Egoyan in seinem vorangegangenen Werk, dem extra-faden „Devil’s Knot“ schon ins Zentrum gerückt – in Anlehnung an „Prisoners“, der diesmal noch deutlicher Pate stand (und seine Sache abermals besser löst). Ferner greift der Kanadier auf sein eigenes Themenspektrum zurück, bedient sich bei „Felicia, mein Engel“ und „Das süße Jenseits“.

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Höhere Gewalt

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Turist, aka Force majeure, Ruben Östlund, S/DK/N 2014
Kinostart: 20.11.2014, DVD/BD-Start: 15.04.2015

Anleitung zum Unglücklichsein: Schwedens Auslandsoscarkandidat schickt eine Familie mit zwei Kindern in die französischen Alpen zum Skiurlaub. Ruben Östlund, der mit der Jugendbandenprovokation „Play“ schon aufreizend anstrengend sein Autorenfilmerimage profilierte, legt ein formal strenges Arthausdrama um eine Ehe nach, durch die seit einer Panikreaktion auf eine unvermutet bedrohliche Lawine ein Riss geht. Östlund nennt es ein „existenzielles Drama“, aber minimalistische Komödie wäre ebenso treffend. Oder Groteske. Respektive Satire.

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The Immigrant

Im Schmelztiegel New York vermitteln Marion Cotillard, Joaquin Phoenix und Jeremy Renner ein exzellentes Erlösungs-Melodram.

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James Gray, USA 2013
DVD/BD-Start: 28.01.2015
Story: Nachdem Soldaten ihre Eltern ermordeten, flieht die Polin Ewa 1921 nach New York, wo ihre tuberkulosekranke Schwester Magda in Ellis Island isoliert wird. Zuhälter Bruno kauft Ewa frei, die sich prostituiert, um Magda wiedersehen zu können. Zu Brunos Missfallen umwirbt sein romantischer Cousin Ewa.
Von Sir Real

Die Tränen der Lady Liberty: Eine berührend melodramatisch-traurige Perspektive auf den amerikanischen Traum und den „pursuit of happiness“ wählt der für seine New Yorker Gangsterepen („The Yards“) berühmte James Gray, Sohn russischer Einwanderer, in einem Distrikt, wo Martin Scorsese seine „Gangs of New York“ zusammenrottete. In dem sensiblen, sanft sentimentalen Drama transportieren die klasse Darsteller viele Gefühle.

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Omar

Das bittere, erschütternd lapidare Melodram eines Palästinensers spiegelt die aussichtslose Gesamtlage des Nahostkonflikts.

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Hany Abu-Assad, PS (AUT) 2013
ohne deutschen Start
Story: Der junge palästinensische Bäcker Omar klettert täglich über den israelischen Grenzwall des Westjordanlandes, um seine heimliche Geliebte Nadja zu treffen. Ihr Bruder Tarek erschießt mit Amjad und ihm einen Kontrollposten, Omar wird vom Militär gefangen, gefoltert und muss als Spion Tareks Kopf liefern.
Von Sir Real

Wie Israel einen jungen Palästinenser in ein tödliches Spiel zwingt und damit dessen Leben und Liebe ruiniert, schlüsselt Hany Abu-Assad auf, der mit dem Selbstmordattentäterdrama „Paradise Now“ 2005 weltweit Aufsehen erregte. Das für den Auslandsoscar nominierte Schicksal schnürt mit belastender Bitterkeit und Straßenrealismus-Thrill die Kehle zu, wenn einem ganz normalen Teenager konsequent die Lebenslust genommen wird.

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Jarhead 2: Zurück in die Hölle

Kritikloser Army-Actioner um eine heldenhafte Einheit, die mit einer Frauenrechtlerin von den Taliban gejagt wird.

Jarhead 2: Zurück in die Hölle Cover

Jarhead 2: Field of Fire, Don Michael Paul, USA 2014
DVD/BD-Start: 25.09.2014
Story: Unteroffizier Chris wäre zwar lieber bei seiner hochschwangeren Frau, nimmt aber dennoch den Posten des Truppenführers einer Versorgungseinheit an. Als die Kolonne im gebirgigen Talibangebiet in einen Hinterhalt gerät, muss er mit den Resten eines SEAL-Teams eine Einheimische beschützen.
Von Sir Real

Bevor nach 13 Jahren Einsatz die Amerikaner aus Afghanistan abziehen, wird es Zeit für eine abschließende Image-Kampagne der Streitkräfte, deren Teil diese Kriegs-Abenteueraction ebenso wie „Lone Survivor“ zu sein scheint. Statt Erlöser-Splatter zu zelebrieren, singt Don Michael Paul (Darsteller in „Die Insel“) das pathosgeschwängerte Lied von Tapferkeit und Opferbereitschaft, natürlich für die gute und gerechte Sache.

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Guardians of the Galaxy

Guardians of the Galaxy Cover

James Gunn, USA 2014
Kinostart: 28.08.20144, DVD/BD-Start: 08.01.2015

Überwiegend unterhaltsame Space-Opera-Komödie von James Gunn, der seinen rotzfrechen Humor aus Indiehits wie „Super“ in eine Tentpole-Produktion importiert und damit eine Art „Star Wars“-Fassung mit den Spelunkenkunden von Mos Eisley anzettelt. Statt Hard-SF à la „Battlestar Galactica“ steht das Comic-Fantasy-Action-Abenteuer eines bunten Haufens Egoisten an, die Teamwork lernen, auf rasante, verschlagene verschmitzt-witzige und selbstironische Art – also alles, was George Lucas‘ zweite Sternentrilogie nicht war.

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The Expendables 3

Leider jugendfrei: Sylvester Stallones dreckiges Dutzend jagt im aktuellen Part der Söldner-Action Waffenschieber Mel Gibson.

The Expendables 3 Cover

Patrick Hughes, USA 2014
Kinostart: 21.08.2014, DVD/BD-Start: 22.12.2014
Story: Kaum haben Barney und sein Team ihr Mitglied Doc befreit, wird dieser von dem für tot gehaltenen Expendables-Mitgründer Stonebanks schwer verletzt. Denn dieser arbeitet nun als skrupelloser Waffenhändler. Im Auftrag der CIA soll Barney ihn festnehmen, wofür er alte Mitstreiter gegen junge auswechselt.
Von Sir Real

Immer wieder erstaunlich, wie auch die dritte Runde der Action-Verschleißfiguren ohne nennenswerte Eleganz und Klasse stupend kunstlos die Genreversatzstücke aneinanderreiht, ohne dass es dem Erfolg je einen Abbruch täte. Raffinessefreie Wochenkost, die mit den körperlich wunderbar zerschlissenen Actionheroen der Achtzigerjahre (und ein paar neueren) sich als Marke etabliert hat, ein Startreffen der Sölder-Buddys.

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How We Got Away with It

How We Got Away with It Cover

Jon Lindstrom, USA 2014
ohne deutschen Start

Als TV-Schauspieler verdingt sich Jon Lindstrom vorwiegend in Soaps und Serien („General Hospital“). Mit seinem Regiedebüt vollführt er einen kräftigen Satz nach vorn im Prestige. Gemeinsam mit den beiden Hauptdarstellern Jeff Barry („Company Men“) und McCaleb Burnett („Fast & Furious 4“) schrieb und produzierte er in Rochester direkt am Ontario See ein leises Reunion-Drama, das durch einen dunklen Twist zum unterschwelligen Thriller (mit Lindstrom als Detective) reift.

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Black Butler

Black Butler Cover

Kuroshitsuji, Kentarô Ohtani, Kei’ichi Sato, J 2014
DVD/BD-Start: 07.08.2014

Die Live-Action-Version von Yana Tobosos Manga-Reihe, die bereits zwei Animé-Serien und zwei Bühnenmusicals gebar, re-imaginiert das Franchise neu, was genauso grausam ist, wie es klingt, weil es weder bisherige Fans begeistert noch neue anspricht. Aus dem viktorianischen Schauer-London ist eine futuristische Fantasy geworden, aus dem androgynen Jungen ein Mädchen, Shiori Genpo (Ayame Gôriki, „Gatchaman“), Erbin eines Schlosses und durch einen Faustischen Pakt verbunden mit dem als ihr in schwarz gekleideter Butler auftretenden Dämon Sebastian (Hiro Mizushima, „Beck“). Nebenfiguren sind verschwunden, geblieben nur die übernatürlichen Fälle, nun in Asien anno 2020.

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La distancia

La distancia Cover

aka The Distance/Der Abstand, Sergio Caballero, SP 2014
ohne deutschen Start

Sergio Caballero, Direktor des Sónar Musikfestival in Barcelona und Ausrichter des sich jedem Verständnis verweigernden, stoischen Experimentalwerks „Finisterrae“, geht seinen kompromisslosen Weg unbeirrt fort. Wieder buchstabiert er mit einer Avantgarde-Komödie das Absurde durch, alle Konventionen und Rezeptionsgewohnheiten verachtend und den skurrilen Humor durchweg deadpan darbietend. Die Handlung? Nun ja: Drei auf russisch rein telepathisch kommuniziere Zwerge, Scumek, Baransky und Vólkov, sollen im Auftrag eines siechen österreichischen Künstlers (erkennbar an der Lederhose und dem toten Kanickel) „den Abstand“ aus einem abgelegenen sibirischen Kraftwerk rauben.

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Gott verhüte!

Gott verhüte! Cover

Svecenikova djeca, Vinko Bresan, HR/SRB 2013
Kinostart: 07.08.2014

Um dem Bevölkerungsschwund auf einer dalmatinischen Insel entgegenzuwirken, sabotiert der junge Geistliche Don Fabijan Präservative und Pillen, bis ihm nach neun Monaten die Folgen seines Tuns über den Kopf wachsen. Die kroatisch-serbisch Produktion wäre gerne tragikomisch, wird in den Händen von Vinko Bresan („Marschall Tito’s Geist“) aber zur laschen Dramödie, die sich nicht entscheiden kann, was sie sein soll. Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert – das gilt für den Priester wie für den Film, der gut gemeint, aber einschläfernd gemacht ist und nicht im Entferntesten so witzig wie der Trailer ausfällt, weil er seine Pointen ordentlich verschläft.

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Maps to the Stars

Giftig-kühle Showbiz-Satire, die Hollywoods schönen Schein in einem unverdünnt ätzenden Panorama psychischer Perversionen auflöst.

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David Cronenberg, CA/USA/D/FR 2014
Kinostart: 11.09.2014, DVD/BD-Start: 23.02.2015
Story: Die brandvernarbte Agatha trifft in Los Angeles ein, lernt Star-Chauffeur Jersome kennen und beginnt für die alternde Diva Havanna zu jobben. Doch eigentlich will die von ihrer Familie Verstoßene und Verschwiegene Kontakt zu ihrem Bruder Benji, einem Kinderstar, sowie ihren Eltern Stafford und Christina aufnehmen.
Von Sir Real

Nach seinem vollkommen verunglückten „Cosmopolis“ macht der kanadische Meister fleischlicher und psychischer Abgründe („Die Fliege“) wieder sehr viel mehr richtig. Don DeLillos Finanzfarce konnte David Cronenberg nicht angemessen bebildern, Bruce Wagners Script hingegen richtet er als extracooles Säurebad an – als hätte Bret Easton Ellis einen postmodernen „Boulevard der Dämmerung“ verfasst, mit Hang zum Spirituellen.

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Hirngespinster

Die schwere Last der Angehörigen, wenn ein Psychotiker Hilfe verweigert: formelhaftes, aber fokussiertes Krankheitsdrama.

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Christian Bach, D 2013
Kinostart: 09.10.2014, DVD/BD-Start: 10.04.2015
Story: Anstatt nach seinem Abitur auszuziehen, ist der 23-jährige Simon im Elternhaus geblieben, um die kleine Schwester und seine Mutter zu unterstützen. Denn der Vater Hans, ein früherer Stararchitekt, leidet an schwerer Schizophrenie und belastet die Familie schwer, was auch Simons Zukunft behindert.
Von Sir Real

Was wären wir bloß ohne unsere Problemfilme? Ein Musterbeispiel dieser Gattung hat Debütant Christian Bach passabel gefertigt, mehrheitlich als beschwerliches Krankheits- und Familiendrama, weniger als Coming of Age, obwohl aus der Sicht des überforderten jungen Mannes erzählt, dessen Leben stark leidet. Immerhin gut gespielt von Tobias Moretti und Nachwuchsakteur Jonas Nay, die beide den Bayerischen Filmpreis erhielten.

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The Signal

Bleierne Indie-SciFi, die unoriginell durch ein surreales Low-Budget-Drama schleicht.

The Signal Cover

William Eubank, USA 2014
Kinostart: 10.07.2014, DVD/BD-Start: 07.11.2014
Story: Der an den Beinen gelähmte Nic, seine Freundin Haley und Kumpel Jonah sind Studenten am MIT. Sie lokalisieren das Signal des Hackers Nomad auf einer Fahrt durch Nevada. In der Wüstenkate brechen sie zusammen und Nic erwacht in einem Quarantäne-Labor, wo ihn das Team von Dr. Damon festhält.
Von Sir Real

„The Signal“, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen, genialen Störsignal-Apokalypse-Triptychon von 2007, ist William Eubanks Zweitling nach seinem Einstand 2011 mit „Love“ – und wie dieser ein Sundance-gewerbliches Alternative/Mumblecore-Getue. Der Stil ähnelt „I Origins“, der aber mit seiner Wendung emotional packt, während Eubanks lahm vor sich hin treibt und mehr auf Metaphorik denn Realismus setzt.

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