Archiv der Kategorie: Shortcut

Reversal

Reversal Cover

aka Bound to Vengeance, José Manuel Cravioto, USA 2015
ohne deutschen Start

Rape & Revenge war gestern. José Manuel Cravioto, der Dokus und zuletzt den mexikanischen Crime-Actioner „El Más Buscado“ drehte, wählt eine wahrhaftige weibliche Perspektive für seinen Thriller „Reversal“, der nicht einfach nur den Spieß umdreht und wie in „I Spit on Your Grave 2“ Sadisten exquisit totfoltert, sondern in der Fahrt bis ans Ende einer schummrig Schwarz-Braun-Rot glimmenden Nacht einen Schritt weiter geht und seine 21-jährige Protagonistin Eve (die kaum bekannte Tina Ivlev) mit verzweifelter Entschlossenheit das teuflische Werk eines Psychopathen beenden lässt.

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Heil

Heil Cover

Dietrich Brüggemann, D 2015
Kinostart: 16.07.2015, DVD/BD-Start: 17.12.2015

Wahnsinn Deutschland: Dietrich Brüggemann („3 Zimmer/Küche/Bad“) wechselt nach seiner strengen wie anstrengenden Autorenfilm-Passion „Kreuzweg“ radikal die Richtung und teilt in einer Satire-Komödie deftig aus gegen Rechte und Linke, gegen Medien, Intellektuelle, TV-Talks und Kulturbetrieb (einschließlich Christoph Schlingensief), Politiker und den Verfassungsschutz. „Heil“ gleicht einer Ausgabe der Satirepostille Titanic („Wer kennt diesen Mann?“) mit dem Humor des MAD-Magazins.

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The Lazarus Effect

The Lazarus Effect Cover

David Gelb, USA 2015
DVD/BD-Start: 10.09.2015

Was Doku-Regisseur David Gelb für die Low-Budget-Horrorschmiede Blumhouse („Paranormal Activity“, „Insidious“, „Sinister“, „Oculus“) mit knapp dreieinhalb Millionen aufgesetzt hat, kombiniert beinahe storyfrei Wiederbelebungs-Motive aus „Frankenstein“ zu einem One-Location-Chiller der Sorte „gleich wieder vergessen“. Mit „The Lazarus Effect“ erweist Gelb weder der eigenen Karriere noch der von Mark Duplass („Journey of Love“) und Olivia Wilde („Tron: Legacy“, „Rush“) einen Gefallen.

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Ich seh, Ich seh

Ich seh, Ich seh Cover

aka Goodnight Mommy, Severin Fiala, Veronika Franz, A 2014
Kinostart: 02.07.2015, DVD/BD-Start: 22.10.2015

Das österreichische Autorenhorrorpsychodrama „Ich seh, ich seh“ von Severin Fiala und Veronika Franz (die für den hier als Produzenten fungierenden Ulrich Seidl Drehbücher wie „Hundstage“ schrieb) trägt die Handschrift von Seidl und dessen Hang, das menschlich Monströse auf hautnah unangenehme Art zu sezieren. Das kleine, böse Märchen um katastrophal eskalierende Machtspiele zwischen einer Mutter (Susanne Wuest, „Mörderschwestern“) und identischen Zwillingen (Elias und Lukas Schwarz) wird von schaurigem, harten Realismus dominiert, ist aber total unglaubwürdiger Blödsinn.

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Giraffada

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Girafada, Rani Massalha, AUT/I/D/F 2013
Kinostart: 28.05.2015

Eine bittersüße Tiergeschichte aus kindlicher Perspektive, inspiriert von realen Ereignissen 2002, schildert die palästinensisch-italienisch-deutsch-französische Produktion „Giraffada“ zwar leicht, unsentimental und mit poetischer Ader, aufgrund mangelnder Regie-Tauglichkeit des palästinensischen Novizen Rani Massalha aber ohne zu berühren. Die Rettung eines trächtigen, traumatisierten Giraffenweibchens im Zoo des Westjordanlands fällt im Bemühen, seine Inhalte kindgerecht und zugleich ernsthaft zu unterbreiten, so lala aus.

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High Performance

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Johanna Moder, A 2014
Kinostart: 07.05.2015, DVD/BD-Start: 20.11.2015

Im mit dem Max-Ophüls-Publikumspreis ausgezeichneten Spielfilmerstling „High Performance“ der Grazerin Johanna Moder, einer Liebeswirren-Komödie um zwei Brüder, die um die gleiche Frau konkurrieren, steckt ein handfestes Wirtschaftsdrama um Habsucht und Spionage. Ein paar Storystandards zu viel dominieren die Verwicklungen um den aus der Art geschlagenen Wiener Lebenskünstler Daniel, der seine Betriebswirt-Sippe und den Karriere-Bruder Rudi (Manuel Rubey aus „Braunschlag“) anpumpen muss, für diesen zunächst widerwillig dessen neue Kollegin Nora auf romantische Kopplungsfähigkeit ausspäht und sich dabei selbst in sie verguckt.

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From the Dark

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Conor McMahon, IRL 2014
ohne deutschen Start

„From the Dark“ mutet wie ein Low-Budget-Erstling an, eine solide Fingerübung mit einem Szenario, das auf einen Bierdeckel passt. Zur Marginalie wird er durch die Tatsache, dass der Ire Conor McMahon u.a. bereits den derangierten Untoten-Slapstick „Dead Meat“ sowie die Zombie-Clown-Komödie „Stitches“ auf dem Konto hat. Der humorfreien Nacht-Attacken-Thriller implodiert als Szenario, dessen Erschaffer beim nächsten Mal dringend ein Drehbuch heranziehen sollte.

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Dragon Blade

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Tian jiang xiong shi, Daniel Lee, CHN 2015
DVD/BD-Start: 29.01.2016

Die in China so frequentierte Disziplin der Historienactionepen hat Daniel Lee („Black Mask“, „Three Kingdoms“) auf einen ergriffenen Nationalgesang um interkulturelle Freundschaft und soldatische Primärtugenden wie Loyalität und Opferbereitschaft angewandt. Jackie Chan schaltet trotz einiger tragikomischer Aspekte vorwiegend in den dramatisch-ernsten „Police Story“-Gang. Wie mehrfach erprobt, schmückt sich auch der Blockbuster „Dragon Blade“ mit Hollywoodgrößen – John Cusack („2012“) und Adrien Brody („Grand Budapest Hotel“) – zur besseren weltweiten Verwertbarkeit.

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The Lovers

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Roland Joffé, B/IND/AUS 2015
ohne deutschen Start

Was immer man von „Cloud Atlas“ halten mag, die durch Raum und Zeit verflochtenen Epochen-Episoden waren visionär, kühn und finanziell aufwändig. „The Lovers“ vom Briten Roland Joffé um die magische Wirkung eines geheimnisvollen, zweiteiligen Rings, der Liebende für immer vereint, ist nichts davon: Josh Hartnett („Pearl Harbor“) findet in einer Doppelrolle als Archäologe der SciFi-Zukunft mit seiner Frau (Tamsin Egerton, „Love, Rosie“) besagten Ring am Meeresgrund, fällt ins Koma und durch die Zeit ins Indien anno 1778, wo er mit falschem schottischen Akzent als britischer Offizier der East India Company Zeuge eines Königs-Putsches wird.

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Camp Evil

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Welp, aka Cub, Jonas Govaerts, B 2014
DVD/BD-Start: 24.04.2015

Folk-Horror-Masken sind derzeit der letzte Genre-Schrei (siehe „Blackwood“). Auch im ehrgeizigen Feriencamp-Slasher des Belgiers Jonas Govaerts versprechen sie im Verbund mit Kameraarbeit und 80er-Synthie-Leitthema wesentlich mehr, als der Thriller nach Schlitzermuster mit Horror-Touch halten kann. „Camp Evil“ (danke für diesen dummen „deutschen“ Titel!) hat kaum Gespür für Charaktere, kann sich in seine Kids nicht einfühlen wie Guillermo del Toro mit „The Devil’s Backbone“ oder „Pans Labyrinth“, und auch moralische Verwerfungen sowie die Faszination am Bösen nicht ausloten – wie Govaerts Landsmann Fabrice du Welz („Calvaire“), dem er offensichtlich nachstrebt.

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10 Milliarden

10 Milliarden Cover

10 Milliarden – wie werden wir alle satt?, Valentin Thurn, D 2015
Kinostart: 16.04.2015

Als Erzähler, Kommentator und Interviewer führt Autor/Regisseur Valentin Thurn durch den Nachfolger seines schonungslosen „Taste the Waste“. So eindrücklich er 2011 die globale Lebensmittelverschwendung anprangerte, kann er in seiner zweiten Doku „10 Milliarden – wie werden wir alle satt?“ die Frage der Versorgung von im Jahr 2050 erwarteten zehn Milliarden Menschen nicht beantworten. Einmal, weil seine einschläfernde Stimme (er hätte sich wirklich einen professionellen Sprecher leisten sollen) sich zum saumseligen Stil addiert.

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Blackwood

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Adam Wimpenny, GB 2014
ohne deutschen Start

Die Brit-Goth-Welle rollt weiter (siehe „The Quiet Ones“ und „The Borderlands“) und auch der Londoner TV-Serien-Regisseur Adam Wimpenny nutzt das vertraute rurale Haunted-House-Terrain, spielt aber nur mit dessen Instrumentarium – überaus effektiv -, um den Fortgang einer dramatischen Psychose nachzuzeichnen. Nicht ganz so klassisch wie „Die Frau in Schwarz 2“ oder „The Awakening“ geht „Blackwood“ den Neueinzug ins große Spukhaus auf dem Land an, wo sich Hochschuldozent Ben (Ed Stoppard) von seinem Nervenzusammenbruch erholen will, aber auf ein Geheimnis stößt, das schon andere vor ihm in den Wahnsinn getrieben hat.

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Afrika – Das magische Königreich

Afrika – Das magische Königreich Cover

Enchanted Kingdom, Patrick Morris, Neil Nightingale, GB 2014
Kinostart: 05.03.2015

Hochglanzdoku der BBC-Earth, mit der Patrick Morris („Galapagos“) und Neil Nightingale („Dinosaurier 3D“) die Premium-Natur Afrikas als familienfreundliche Hymne auf die Freude am Leben feiern. In „Afrika – Das magische Königreich“ ist von bedrohter Umwelt nichts zu finden, die Kommentare (Original: Idris Elba, deutsch: Christian Brückner) versorgen nur mit wenigen simplen Informationen, damit einer schwelgerisch-sinnlichen Erlebniswelt aus Attraktionen und Sehenswürdigkeiten nichts im Wege steht.

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The Great Hypnotist

The Great Hypnotist Cover

Cui mian da shi, Leste Chen, CHN 2014
ohne deutschen Start

„I see dead people“ – ein Satz, den man ja noch nie in einer psychologisch-übernatürlichen Mystery gehört hat. Der Taiwanese Leste Chen, der 2005 den passablen Fluchhaushorror „The Heirloom“ entwarf und seit längerem in China dreht, wo auch „The Great Hypnotist“ entstand, vermengt „The Sixth Sense“ mit „Spellbound“ (dt: „Ich kämpfe um dich“) und „Inception“ zu einem grundsoliden, nicht immer überzeugenden Therapiesitzungs-Duell um Schuld, Verdrängung und Vergebung, bei dem die „Shutter Island“-Frage auftaucht, wer Arzt und wer Patient ist.

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Lucia de B.

Lucia de B. Cover

Paula van der Oest, NL/S 2014
ohne deutschen Start

Das niederländische Auslandsoscar-Shortlist-Drama „Lucia de B.“ von Paula van der Oest („Zus & zo“, „The Domino Effect“) handelt von dem bekanntesten Fehlurteil in der jüngeren Justizgeschichte des Landes. Oest fasst zusammen, wie die Kinderkrankenschwester Lucia de Berk 2003 durch ein unanfechtbares Lebenslänglich-Urteil für sieben angebliche Morde trotz wackliger Beweislage zum Opfer eines unfassbaren Justizirrtums wird, bis zu ihrer endgültigen Rehabilitation 2010. Womit sie über sechs Jahre unschuldig als „Kinderserienkillerin“ im Gefängnis einsaß und in dieser Zeit alle Hoffnung verlor, weil jede Berufung scheiterte.

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The Boy Next Door

The Boy Next Door Cover

Rob Cohen, USA 2015
Kinostart: 19.03.2015, DVD/BD-Start: 30.07.2015

J-Lo braucht schon einen Auteur wie Steven Soderbergh, um zu brillieren („Out of Sight“), sonst tendieren ihre Auftritte zu „Anaconda“-Niveau. Der Latina-Star ist schauspielerisch wieder ein sicherer Goldene-Himbeere-Kandidat – was im Verbund mit dem gleichermaßen schlecht agierenden No-Name-Cast und der Regie des mit nur vier Millionen Dollar minibudgetierten Frau-in-Gefahr-Thrillers „The Boy Next Door“ wunderbar naive Camp- und Trash-Qualitäten hervorbringt.

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Wild Card

Wild Card Cover

Simon West, USA 2015
Kinostart: 12.02.2015, DVD/BD-Start: 15.07.2015

Von wegen „Wild Card“: Jason Statham versucht sich einmal mehr von seinem Haudrauf-Image zu lösen, wie mit mäßigem Erfolg schon in „Homefront“ und „Redemption“. Im Remake des Burt-Reynolds-Vehikels „Heat – Nick, der Killer“ (beide nach Buch und Script von William Goldman) versucht er sich, schauspielerisch kompetent, an einem Suchtdrama à la „Leaving las Vegas“ – mit Glücksspiel statt Alkoholismus. Nur schläfert Actionspezi Simon West („The Expendables 2“), der mit ihm das viel unterhaltsamere „The Mechanic“-Remake durchzog, durch Oberflächlichkeit ein.

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Shaun das Schaf

Shaun das Schaf Cover

Shaun the Sheep Movie, Mark Burton, Richard Starzack, GB/F 2015
Kinostart: 19.03.2015, DVD/BD-Start: 27.08.2015

Die Knetmasse macht’s: Auch beim kindlichen Spaß um „Shaun das Schaf“ leisten sich die britischen Aardman Animations von Peter Lord und Nick Park, dem Kinopublikum seit „Chicken Run – Hennen rennen“ geläufig, nach „Wallace & Gromit“ wieder einen gelungenen Transfer von kurzen TV-Episoden auf die Leinwand. Mit Pfadfinderpfiffigkeit stürzt das schlaue Schaf Shaun Bauer, Hund und Herde in ein Großstadtabenteuer – handfester Humor mit niedlichen Wollknäueln, witzig und rührend, so geht beste Familienunterhaltung.

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Die neue Wildnis

Die neue Wildnis Cover

De nieuwe wildernis, aka The New Wilderness, Ruben Smit, Mark Verkerk, NL 2013
Kinostart: 09.04.2015, DVD/BD-Start: 09.10.2015

Die Naturdoku von Ruben Smit und Mark Verkerk („Himalaya Alert“) findet „Die neue Wildnis“ im Naturschutzgebiet Oostvaardersplassen, einem verlassenen Polder ganz in der Nähe von Amsterdam, wo sich binnen weniger Jahrzehnte eine Grasebene am Meer zum Paradies für heimische Arten entwickelte – und das in den Niederlanden, dem am dichtesten bevölkerten Land Europas, wo „Die neue Wildnis“ zum erfolgreichsten Kinohit des vergangenen Jahres wurde.

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Jupiter Ascending

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Andy Wachowski, Lana Wachowski, USA 2015
Kinostart: 05.02.2015, DVD/BD-Start: 25.06.2015

Einen Starlight Express für 175 Million Dollar haben die „Matrix“-Schöpfer Andy und Lana (ehemals Larry) Wachowski mit flashigem Laserlicht, Action-Bling-Bling und überladenem Barock-Bombast zusammengewürfelt. Nach „V for Vendetta“ und „Speed Racer“ verdienen sie sich ihren Spitznamen Schwachkowski-Brüder abermals redlich – die Space-Opera-Fantasy „Jupiter Ascending“ birst vor unfreiwilliger Komik und pathetischen Peinlichkeiten-Paraden: eine Fremdschäm-Orgie in XXL.

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The Internet’s Own Boy: The Story of Aaron Swartz

The Internet's Own Boy: The Story of Aaron Swartz Cover

Brian Knappenberger, USA 2014
ohne deutschen Start

Unter dem Titel „Tod eines Internet-Aktivisten“ lief Brian Knappenbergers berührende Crowdfunding-Doku über Leben und Wirken des Programmierers und Netz-Aktivisten Aaron Swartz (1986-2013) bereits Anfang Januar praktisch unerkannt auf ZDFinfo. Immerhin kam der Sundance-Beitrag „The Internet’s Own Boy: The Story of Aaron Swartz“ auf die Oscar-Shortlist in der Dokumentarabteilung und erzählt die kurze Biografie eines unter Depressionen leidenden, wiewohl fröhlichen Computergenies, das seine technologischen Kenntnisse zum Zwecke der Weltverbesserung einsetzen wollte, an dem die US-Staatsanwaltschaft aber dann mit grotesken Strafaussichten ihr Mütchen kühlte, worauf dieser Selbstmord beging.

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The Kingdom of Dreams and Madness

The Kingdom of Dreams and Madness Cover

Yume to kyôki no ôkoku, Mami Sunada, J 2013
ohne deutschen Start

Da sitzt er und skizziert rasant, Japans legendärer Zeichentrick-Tenno Hayao Miyazaki („Prinzessin Mononoke“, „Nausicaä“) im Dokumentarfilm „The Kingdom of Dreams and Madness“. Mit weißem Haar, ebensolchem gestutztem Vollbart und Grafikerschürze scherzt er mit seiner Assistentin, der beredte, umgängliche Kreativkönig und Mitbesitzer des berühmten Studio Ghibli, bei der Arbeit zu seinem wehmütigen Abschiedsfilm „Wie der Wind sich hebt“. Parallel dazu produziert Mitbegründer Isao Takahata, ohne den es die Firma nicht gäbe, sein letztes Werk, „Die Legende der Prinzessin Kaguya“, obwohl ihm selbst Miyazaki nachsagt, er könne keinen Film vollenden.

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Inherent Vice

Inherent Vice Cover

aka Inherent Vice – Natürliche Mängel, Paul Thomas Anderson, USA 2014
Kinostart: 12.02.2015, DVD/BD-Start: 25.06.2015

Kultfilmer Paul Thomas Anderson („Boogie Nights“, „There Will Be Blood“) und Kultliterat Thomas Pynchon („Die Enden der Parabel“) sind zwei Feuilletonlieblinge, vereint zum Gipfeltreffen „Inherent Vice“, das, man glaubt es kaum, die erste Adaption des legendären Autoren ist. Dessen gleichnamigen Roman von 2009, eine Detektiv- und Beziehungsgeschichte, interpretiert Anderson als freien, aber geistestreuen „Stoner Noir“ (Variety), ein komisches Paranoia-Porträt der frühen, drogenvernebelten 70er Jahre.

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The Pyramid

The Pyramid Cover

aka The Pyramid – Grab des Grauens, Grégory Levasseur, USA 2014
Kinostart: 16.04.2015

Der Franzose Grégory Levasseur, für Horror-Impresario Alexandre Aja (hiervon Produzent) als Stammdrehbuchautor von „High Tension“ bis „Maniac“ tätig, wählt für seine Regie-Geburt „The Pyramid“ ein fremdes Script und ist damit denkbar schlecht versorgt. Eine viertel Stunde lang besteht die Hoffnung, dass aus dem archäologischen Sensationsfunde 250 Meilen südlich von Kairo etwas Interessantes werden könnte. Eine uralte Pyramide von 180 Meter Kantenlänge und aus nur drei Seiten bestehend steckt im Sand vergraben wie die umgedrehte Kirche in „Exorzist: Der Anfang“ und erweckt die Unheilatmosphäre des Pazuzu-Vorspanns vom ersten „Exorzisten“.

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Die Reise zum sichersten Ort der Erde

Die Reise zum sichersten Ort der Erde Cover

aka Journey to the Safest Place on Earth, Edgar Hagen, CH 2013
Kinostart: 19.03.2015, DVD/BD-Start: 25.09.2015

Gorleben ist überall – ein Aufregerthema, das der Schweizer Dokumentarfilmer Edgar Hagen („Someone Beside You“) in „Die Reise zum sichersten Ort der Erde“ entschieden unaufgeregt angeht. Seit Ende der 50er Jahre die ersten AKW ans Netz gingen, haben sich weltweit 350.000 Tonnen hochradioaktiver Atommüll angesammelt. Jährlich kommen 10.000 Tonnen hinzu. Allein: Es gibt bis heute kein Endlager für den strahlenden Sondermüll, wie der international anerkannte Fachmann Charles McCombie nach beinahe 40-jähriger erfolgloser Suche konstatieren muss.

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