After Earth

Will Smith spinnt Scientology-Stuss und befreit seinen Sohn von der Angst auf einer postapokalyptischen Wildlife-Erde.

After Earth Cover

M. Night Shyamalan, USA 2013
Kinostart: 06.06.2013, DVD/BD-Start: 17.10.2013
Story: Tausend Jahre in der Zukunft ist die Erde ein verlassener Quarantäne-Planet, auf dem das Raumschiff des legendären General Raige abstürzt. Schwer verletzt schickt er seinen 13-jährigen Sohn Kitai durch den Urwald und seine tödlichen Lebensformen, um ein Notsignal zu senden. Dort lauert ein Alptraum-Monster.
Von Jochen Plinganz

Scientology-Werbefilm von Wilhelm Schmidt & Sohn, die sich, nach „The Pursuit of Happyness“ wieder vereint, an einem Vater-Sohn-Drama auf der postapokalyptischen Erde versuchen. Als 130 Millionen Moppen teures Actionspektakel. In unbedingter Treue zu John Travolta, der mit „Battlefield Earth“ Sektentrash verzapfte, folgt diese Farce seinen Spuren:

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Insidious Chapter 2

Nahtlos anknüpfendes Spukhaus-Sequel, dem James Wan in einfallslos-konventioneller Tour jede Unheimlichkeit austreibt.

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James Wan, USA 2013
Kinostart: 17.10.2013, DVD/BD-Start: 20.02.2014
Story: Nachdem Elise gestorben und Sohn Dalton aus seinem Koma erwacht ist, hat sich eine bösartige Entität in Vater Joshs Körper versteckt, womit die Familie Lambert weiterhin dem übernatürlichen Terror ausgesetzt ist. Mit Medium Carl will Renai das Geheimnis um Joshs Verbindung in die Geisterwelt lüften.
Von Thorsten Krüger

Wieso sind Geisterfilme nur immer so geistlos? Dabei hat ausgerechnet James Wan mit „The Conjuring“ erst den jahresbesten Horror, nun einen der schwächsten der Saison abgeliefert. Die originellen Eingebungen und die durch eine fabelhafte Kamera unterstützte, Angst-Atmosphäre des sagenhaft preisgünstigen Überraschungshits von 2011 kann Wan trotz haargenau demselben Team vor und hinter der Linse nicht wiederholen.

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Houston

Kafkaeske Entfremdungsstudie mit Ulrich Tukur: Ein Mood Movie, das viel verspricht und wenig hält.

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Bastian Günther, D/USA 2013
Kinostart: 05.12.2013, DVD/BD-Start: 13.06.2014
Story: Nur mit Alkohol hält sich der abgekämpfte Headhunter Clemens Trunschka im Arbeitstrott eines großen deutschen Autokonzerns, für dessen Chefetage er höchst inoffiziell einen begehrten Manager des Texanischen Energieriesen Houston Petrol abwerben soll. Vor Ort in Houston verzweifelt Trunschka an seiner Aufgabe.
Von Max Renn

Eine Reise in die Seelennacht: atmosphärisch ausgereifte Charakterstudie, in der ein wie immer erstklassiger Ulrich Tukur (zuverlässig auch in „Exit Marrakech“) als Familienvater und Einzelkämpfer in einen kafkaesken, antidramatischen Taumel gerät. Die Ausmessung des Unbehagens an einem, der sich selbst, anderen und seinem Job bis zur Verzweiflung entfremdet bleibt, bewegt sich zwischen „Paris, Texas“ und „Lost in Translation“.

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Chasing Ice

Zeuge des Klimawandels: Mit Überzeugungskraft und Anschaulichkeit dokumentiert James Balog das globale Gletscherschmelzen.

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Jeff Orlowski, USA 2012
Kinostart: 07.11.2013, DVD/BD-Start: 27.02.2014
Story: Lange stand der National-Geographic-Fotograf James Balog dem Klimawandel skeptisch gegenüber. Bis er das Extreme Ice Survey Projekt gründete und bei Expeditionen in die Arktis Dutzende Kameras installierte, um über mehrere Jahre hinweg das Schmelzen der riesigen Gletscher im Zeitraffer festzuhalten.
Von Sir Real

„An Inconvenient Truth“ ist ein junger Klassiker – vor allem wegen seiner Bedeutung für die Klimadebatte. Dem Hetzgedröhne der Klimaleugnerlobby stellt Debütant Jeff Orlowski seine darauf aufbauende, unaufdringlich eindringlichen Doku über den Fotografen James Balog und sein EIS-Projekt entgegen und widerlegt die Zweifler mit zum Nachdenken herausfordernden Bildern. Denn die sagen tatsächlich mehr als tausend Worte.

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Lovelace

Das feminin orientierte Biopic über Porno-Ikone Linda Lovelace sieht sie als Ehegewaltsopfer, das sich spät emanzipiert.

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Rob Epstein, Jeffrey Friedman, USA 2013
DVD/BD-Start: 03.12.2013
Story: 1970. Linda ist ein erlebnishungriges Vorstadtmädchen, das mit 21 dem Charme des Striplokalbesitzers Chuck verfällt und ihn heiratet. Als der hoch Verschuldete sie im Porno Deep Throat besetzt, wird sie über Nacht berühmt, ihr Mann jedoch ein gewalttätiger Kontrollfreak, der sie jahrelang wie ein Zuhälter misshandelt.
Von Gnaghi

Im Biopic des ersten Porno-Superstars Linda Lovelace dominiert die Perspektive eines Ehegewaltdramas. Dieses erzählt die Leidensgeschichte einer Naiven, die von ihrem Mann mit Zuhältermethoden über viele Jahre gefangen gehalten, geschlagen, vergewaltigt und verkauft wird, bis ihr desillusioniert Selbstbefreiung und Rückkehr ins bürgerliche Leben gelingen.

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Der Fremde am See

„Blow Up“ mit Blow Job: Undurchdringlicher homoerotischer Kunst-Thriller, der seine Naturkulisse betörend minimalistisch ablichtet.

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L’inconnu du lac, Alain Guiraudie, FR 2013
Kinostart: 19.09.2013 DVD/BD-Start: 29.11.2013
Story: Sommer in Südfrankreich: ein abgelegener Badesee hat sich zum Cruising Spot für Männer entwickelt und auch der junge Franck sucht hier Anschluss. Mit dem an Sex desinteressierten Einzelgänger Henri freundet er sich an, im Athleten Michel findet er einen Lover. Den er zuvor bei einem Mord beobachtete.
Von Thorsten Krüger

Leidenschaft und Tod sind die Pole, zwischen denen sich Alain Guiraudies („Der Ausreißer“) zeigefreudiger wie unterschwelliger Kunst-Thriller bewegt. In lyrischem Minimalismus entwirft er den abgeschiedenen Kosmos eines idyllisches Cruising-Mekkas, ertastet mit trockenem Humor und trotz hellem Sonnenlicht faszinierender Undurchdringlichkeit emotionale Abgründe von Begehren bis Mord.

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Exit Marrakech

Unentschlossene Marokko-Reise, auf deren Weg Oscarpreisträgerin Caroline Link viele Möglichkeiten liegen lässt.

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Caroline Link, D/FR 2013
Kinostart: 24.10.2013, DVD/BD-Start: 08.05.2014
Story: Internatsschüler Ben reist aus Bayern nach Marokko, um widerwillig seine Ferien beim fremden Scheidungsvater zu verbringen, der in Marrakesch als gefeierter Theaterregisseur ein Festival inszeniert und sich nicht um den 17-Jährigen schert. So reißt der mit Hure Karima aus, bis ihn sein Vater sucht.
Von Thorsten Krüger

Im Nachhinein wirkt „Jenseits der Stille“ wie ein wunderbarer Ausrutscher und der Auslandsoscar für „Nirgendwo in Afrika“ wie eine krasse Fehlentscheidung. Nicht, dass „Exit Marrakech“ ein schlechter Film wäre. Aber in ihm steckt ein richtig guter, der nur nicht heraus darf. So, wie der Junge aus dem Luxushotel, Kulturkolonialismus und der Kontrolle seines Erzeugers ausbricht, versucht auch die Story aus ihrem formelhaften Roadmovie-Entwurf auszuscheren.

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Der Schaum der Tage

Michel Gondry stürzt in das verschrobene Reich seiner Kreativ-Phantasmen, nervt aber mit ausgestellter Brillanz.

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L’écume des jours, Michel Gondry, FR/BE 2013
Kinostart: 03.10.2013
Story: Auf der Feier einer Bekannten trifft Colin, ein wohlhabende Tagträumer und Erfinder skurriler Geräte, Chloé und verliebt sich in sie. Beide heiraten und ziehen in Colins Wohnung, wo sie sein Vertrauter Nicholas bekocht. Noch auf der Hochzeitsreise erkrankt Chloé unheilbar und ist durch keine Therapie zu retten.
Von Thorsten Krüger

Der für seine verspulten Phantasmagorien so verehrte wie berüchtigte Michel Gondry („Vergiss mein nicht“) nimmt sich des 1947 veröffentlichten Kultromans von Boris Vian an und bombardiert einen expositionslos mit einem Füllhorn an skurrilen Effekten und Eigenbau-Basteleien (in CGI-Stop-Motion), die eine hippe Girlande mit Kuriositäten im Vintage-Look bilden, aber nicht mehr sind als die Summe ihrer Teile. Wem „Holy Motors“ zu profan war, der ist hier richtig.

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Zimmer 205 – Traust du dich rein?

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205 – Zimmer der Angst, Rainer Matsutani, D 2011
Kinostart: 04.04.2013 DVD/BD-Start: 30.09.2013

Fader Mix aus Studentenmystery, Psychothrillerwahn, Kriminalfall und Geisterhorror, bei dem Rainer Matsutani („Nur über meine Leiche“, „666 – Traue keinem, mit dem Du schläfst!“) abermals unterstreicht, was für ein trostloser TV-Routinier er ist. Erschreckend (neben dem üblen Titel) ist an dem deutsche Remake des kassenträchtigen, künstlerisch aber wenig berühmten dänischen „Room 205“ bestenfalls die Einfallslosigkeit, mit der in kalten Bildern ein fürchterlich konstruiertes Isolations-Szenario mit unsympathischen Visagen heraufbeschworen wird.

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Pee Mak

Herrlich dämlicher Spuk-Unfug, der eine thailändische Schauermär zur selbstironisch-herzerwärmenden „Chinese Ghost Story“ konvertiert.

Pee Mak Cover

Pee mak phrakanong, Banjong Pisanthanakun, TH 2013
ohne deutschen Start
Story: Thailand im 19. Jahrhundert. Mak kehrt aus dem Schützengraben zu seiner Frau Nak und dem Neugeborenen zurück, seine vier Frontfreunde, deren Leben er rettete, quartieren sich daneben ein. Im Dorf regiert jedoch die Angst vor Nak, die angeblich mit ihrem Baby starb und nun als Geist Schrecken verbreitet.
Von Thorsten Krüger

Jene volkstümliche Geisterlegende, die auch das reputable Fantasymelo „Nang Nak“ inspirierte, dient in Thailands erfolgreichstem Kassenschlager aller Zeiten als Vorlage für eine Romantikkomödie, die mit Vollpfosten-Personal einen hemmungslos hysterischen Klamauk abfeiert, der so bescheuert ist, dass es sich zum dick unterhaltsamen Feel-Good-Fun auswächst.

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Ame & Yuki – Die Wolfskinder

Ans Innerste rührendes Zeichentrickmeisterwerk im Geiste Miyazakis um die Lebensgeschichte einer Mutter und ihrer beiden Wolfskinder.

Ame und Yuki die Wolfskinder Cover

Okami kodomo no ame to yuki, Mamoru Hosoda, J 2012
DVD/BD-Start: bereits erschienen
Story: Kaum hat sich Hana in einen mysteriösen Mitstudenten verliebt, erwartet sie auch schon zwei Kinder von dem Mann, der ihr gesteht, der letzte Wolfsmensch zu sein und kurz darauf umkommt. Als junge Witwe zieht sie mit der älteren Yuki und dem kleinen Ame in die Berge, um allein zwei Wolfskinder großziehen.
Von Sir Real

Es gibt Filme, die einfach glücklich machen: Schön wie ein Haiku beschreibt Mamoru Hosoda in seinem vierten Animé und vorläufigem Meisterwerk die Lebensgeschichte einer Familie als kitschfreies Märchen von der aufopferungsvollen Hana („Blume“), ihrem ängstlich-schwachen Sohn Ame („Regen“) und dessen älterer, mutiger Schwester Yuki („Schnee“), die als Erzählerin fungiert.

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I Spit on Your Grave 2

Martyrium in Bulgarien: Rabiat expliziter Rape-and-Revenge-Schocker, mit dem Steven R. Monroe für Stimmung sorgt.

I Spit on Your Grave 2 Cover

Steven R. Monroe, USA 2013
DVD/BD-Start: 04.09.2014
Story: Das New Yorker Model Holly nimmt aus Geldnot die dubiose Fotoshooting-Offerte dreier osteuropäischer Brüder an, die sie nachts überfallen und vergewaltigen, ihren Nachbarn töten, sie nach Sofia verschleppen und brutal foltern. Jeder hat sich gegen sie verschworen, aber statt zu sterben, schlägt Holly zurück.
Von Thorsten Krüger

Ein winterkalter Rape and Revenge: Steven R. Monroe, der Mastermind des bereits vom Staatsanwalt einkassierten Gewaltattentats von 2010, unternimmt in der minimal variierten, ähnlich rabiat brutalen Fortsetzung erneut alles, um Ruf und Verbotsforderungen gerecht zu werden. Statt Rednecks sind es nun drei Bulgaren-Bastarde, die mit konspirativer Unterstützung der ganzen Stadt eine wehrlose Frau wochenlang schänden, peinigen und lebendig begraben.

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Not Fade Away

Eine Garagenband scheitert: Musikdrama vom „Sopranos“-Erfinder über den Blues des Erwachsenwerdens und Sixties-Rock’n’Roll.

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David Chase, USA 2012
Kinostart: 26.09.2013
Story: New Jersey in den Sixties: Drummer Doug und seine Teenband träumen vom großen Erfolg. Doch während die Stones rocken und rollen, krebsen die Jungs als namenlose Kellercombo herum. Doug rebelliert gegen den strengen Vater, findet in Grace endlich eine Freundin und entscheidet sich zum Filmstudium.
Von Thorsten Krüger

Wow, dieser Film ist pure Melancholie – aber keineswegs humorlos. Ein Musikdrama mit Seele, übers Erwachsenwerden im New Jersey der Sixties, ein White Man’s Blues zur Zeit von Vietnam und Rassenunruhen. Der bereits 67-jährige „Sopranos“-Schöpfer David Chase erweist sich in seinem Kinodebüt als echtes Nachwuchstalent und verarbeitet Jugenderinnerungen zum Coming of Age, das authentisch Lebensgefühl und Zeitkolorit einfängt.

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Paranoia

Attraktiv besetzter Wirtschaftsspionage-Thriller, der als vorhersehbares Moraldrama seinem hippen Edelglanz-Look erliegt.

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Robert Luketic, GB 2013
Kinostart: 19.09.2013
Story: Adam fühlt sich um seine Karriere betrogen, weshalb er zugreift, als ihm der gerissene Konzernchef Wyatt einen hochdotierten Job anbietet. Jedoch muss der ambitionierte Elektroniktüftler bei der Konkurrenz, Wyatts Feind Goddard, in der hochgesicherten Entwicklungsabteilung anfangen und Firmengeheimnisse ausspionieren.
Von Max Renn

You’re Next

Horror, Terror, Gewaltgroteske: Adam Wingard übertreibt es gewaltig mit seinem Belagerungs-Szenario zwischen „Das Fest“ und „Assault“.

You're Next Cover

Adam Wingard, USA 2011
Kinostart: 07.11.2013, DVD/BD-Start: 13.03.2014
Story: Kaum haben die wohlhabenden Davisons ihr weitläufiges Landhaus bezogen, um mit ihren vier Söhnen und deren Anhang ihren 35. Hochzeitstag im familiären Kreis zu feiern, schießen maskierte Unbekannte, die bereits die Nachbarn ermordeten, mit Pfeilen und belagern ihre Opfer die Nacht hindurch.
Von Gnaghi

Als wolle er einen mustergültigen Nägelbeißer vom Stapel lassen und einen Show Case seines kompetenten Könnens abliefern, zeigt der derzeit angesagte Adam Wingard („A Horrible Way to Die“), wie fulminant er die Stilmittel beherrscht, vom Start weg eine fast permanente Bedrohung aufzubauen und vornehmlich durch volle Lautstärke zu erschrecken.

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Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel

Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel Cover

Mad Max Beyond Thunderdome, George Miller, George Ogilvie, AUS 1985
auf DVD erhältlich

Völlig lächerlicher dritter Teil der postapokalyptischen „Mad-Max“-Reihe, in der Stammesfürstin Tina Turner Mel Gibson in den römischen Gladiatorenkäfig schickt. Ein spannungsloses, ordentlich bescheuertes Mainstream-Fantasy-Abenteuer, das George Miller für 12 Millionen in den australischen Outback-Sand gesetzt hat und, obwohl nur für die Action zuständig, schon auf dem besten Weg zu Familienkomödien wie „Ein Schweinchen namens Babe“.

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Ich fühl mich Disco

Feinsinnig, tragikomisch, ergreifend: (Schlager)Musik und Fantasie transzendieren Pubertätsleiden von Schicksalsschlag bis Coming Out.

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Axel Ranisch, D 2013
Kinostart: 31.10.2013
Story: Der sensible Florian steckt mitten in der Pubertät und ist nur glücklich im Schlagergesangsduett mit seiner unverkrampften Mutter. Als die nach einem Schlaganfall im Koma liegt, muss er sich mit seinem verständnislosen Vater herumschlagen, entdeckt seine Homosexualität und verliebt sich in den Falschen.
Von Thorsten Krüger

Sensationell sensible wie erschreckend echte Tragikomödie aus der „Das kleine Fernsehspiel“-Qualitätsschmiede über das Erwachsenwerden, den Abschied von der Mutterliebe und die Qualen des Coming Out. Rosa-von-Praunheim-Schüler Axel Ranisch beweist in seiner fantasievollen Liebeserklärung an die eigene Jugend, wie frisch, frech und hervorragend deutsches Kino sein kann, wenn man nur spontan und talentiert ist.

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Odd Thomas

Geistreiche Geisterbahn mit Herz, die Stephen Sommers („Die Mumie“) als unwiderstehlichen Teenie-„Frighteners“ verpackt.

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Stephen Sommers, USA 2013
DVD/BD-Start: 02.12.2013
Story: Nomen est Omen: In Pico Mundo gilt Geisterseher Odd Thomas gilt als harmloser Freak, der in dem friedlichen kalifornischen Städtchen als Imbiss-Koch Freundin Stormy anhimmelt und mit den Seelen von Toten Mörder überführt. Als Fungus Bob und bösartige Kreaturen aufkreuzen, ahnt Odd eine Katastrophe.
Von Thorsten Krüger

Espritvoll-rasante Geisterbahn-Komödie, in der „Mumien“-Regisseur Sommers nach Motiven von Dean R. Koontz alle Register zieht, um eine bonbonbunte Teenie-Mystery mit einem unwiderstehlichen Traumpaar – „Chekow“ Anton Yelchin und die süße Addison Timlin aus „Californication“ – hinzulegen. So sieht ein leidenschaftlich mit Charme und Tempo betörender Crowd Pleaser aus, dessen Ende einem heftig das Herz bricht.

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Riddick

Grober Schotter: Vin Diesels dritter Auftritt als SciFi-Antiheld ist liebloser, breitgetretener Macho-Krampf ohne Verve.

Riddick Cover

David Twohy, USA/UK 2013
Kinostart: 19.09.2013
Story: Schwerverbrecher Riddick erwacht im Erdgrab auf einem menschenleeren, öden Wüstenplaneten, wo die aggressive Raubtierfauna ihn sogleich verspeisen will, aber den Kürzeren zieht. Über eine Notsignalstation lockt der Einzelkämpfer Kopfgeldjäger in Fallen, bevor eine Regennacht mit Monsterkreaturen naht.
Von Gnaghi

Von allen drei Sci-Fi-Actionern um Bad Ass Riddick ist der abermals von David Twohy gescriptete und realisierte dritte Part der schwächste. Anders als das aufgeblasene Epos „Chronicles of Riddick“ knüpft er an den zu Kultstatus avancierten „Pitch Black“ an, der Diesels Karriere initiierte. Statt dieses knackigen Reißers ist „Riddick“ ein 38 Millionen schweres B-Movie im schlechtesten Sinne, das sich als breitgetretener Macho-Käse zum erschreckenden Schotter knapp neben dem dumpfen „Soldier“ platziert.

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Haunter

In der überfrachteten Haunted-House-Mystery zäumt Vincenzo Natali „Nightmare on Elmstreet“ und „The Lovely Bones“ von hinten auf.

Haunter Cover

aka Haunter – Jenseits des Todes, Vincenzo Natali, CA 2013
DVD/BD-Start: 22.05.2014
Story: 1985. Perplex erlebt Lisa den Tag vor ihrem 16. Geburtstags immer wieder, wovon Eltern und kleiner Bruder nichts bemerken. Draußen herrscht undurchdringlicher Nebel. Als sich nach einer Woche der Hausherr vorstellt, der alle als Serienkiller gemeuchelt hat, will Lisa der ewigen Verdammnis entkommen.
Von Thorsten Krüger

Kultklaustrophobiker Vincenzo Natali, der mit seiner metaphysischen SciFi seit „Cube“ aller Originalität zum Trotz stets knapp unter dem Radar blieb (auch „Splice“ brachte nicht den Durchbruch), nimmt sich mit gedrosselte Kreativkraft einer Haunted-House-Mystery an, die als „Groundhog Day“ beginnt und alsdann „The Lovely Bones“ rückwärts in Stil und Optik von „The Others“ erzählt.

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Finsterworld

Distanziertes Ekel-Panorama über die Macken eines deutschen „Short Cuts“-Ensembles. Will Tiefgang, erzeugt aber nur Banalität.

Finsterworld Cover

Frauke Finsterwalder, D 2013
Kinostart: 17.10.2013, DVD/BD-Start: 09.04.2014
Story: Ein Tag im Leben von Fußpfleger Claude mit Hunger auf Hornhaut, Polizist Tom, der gern ein Bär wäre, seiner frustrierten Freundin Franziska, die als Dokumentarfilmerin scheitert, Lehrer Nickel und seiner Schulklasse, die zur Geschichtsstunde nach Dachau reisen. Ihre Wege kreuzen sich unangenehm.
Von Max Renn

Frauke Finsterwalders gemeinsam mit Christian Kracht entworfener deutscher „Short Cuts“ entwirft ein distanziertes Panorama über das Befindlichkeitsgedusel eines von eigenen Manien, Marotten und Macken besessenen Vollspacken-Ensembles. Die tragikomische Satire ist dermaßen fasziniert von den Spleens, dass sie den Typen beim spinnen, philosophieren und wie sie anderen das Leben zu Hölle machen zusieht. Und hält einen auf Distanz: Im gequälten Mit- und Gegeneinander mit seinen beziehungsunfähigen Fetischisten erregt niemand auch nur eine Spur Empathie, geschweige denn Sympathie.

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Dark Touch

Übernatürlicher Horror, Missbrauchsfall, Kunstthriller: Das alles verquirlt Marina de Van zum konfus-mysteriösen „Carrie“-Nachtmahr

Dark Touch Cover

Marina de Van, FR/IRL 2013
DVD/BD-Start: 05.08.2016
Story: Nachdem ihre Eltern durch Möbel regelrecht kaputtgeschlagen wurden, kommt die verstörte Niamh beim befreundeten Nachbarehepaar unter. Obwohl alles nach Kindesmissbrauch und der Schuld der 11-Jährigen an den Morden aussieht, leugnen Pflegemutter Lisbeth und Lehrerin Tanya tapfer das Offensichtliche.
Von Sir Real

Ein Missbrauchsopfer dreht den Spieß um: per Telekinese rächt sie sich an Erwachsenen, die sie und andere Kinder prügeln. Das wäre schickes Genregarn um „Kinder des Zorns“, aber Marina de Van, die für Ozon „Unter dem Sand“ schrieb, danach mit dem Cronenbergschen „In My Skin“ debütierte und die Lyncheske Bewusstseinsstörung „Don’t Look Back“ nachlegte, hat Ambitionen für einen Kunstthriller, kann diese aber nicht entfalten.

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Love Eternal

Auf den Spuren von „Kissed“: morbide Ballade um einen Einzelgänger, der über Zärtlichkeiten mit toten Mädchen ins Leben findet.

Love Eternal Cover

Brendan Muldowney, IRL 2013
Kinostart: 22.05.2014, DVD/BD-Start: 18.07.2014
Story: Von Kind auf ist Einzelgänger Ian von Toten fasziniert. Beim Versuch sich das Leben zu nehmen, wird er Zeuge eines Familiensuizids und nimmt die tote Tochter mit heim, um ihr bis zum Verfall nahe zu sein. Einem Onlinedate verhilft er zum Selbstmord, aber mit der trauernden Naomi wird alles anders.
Von Thorsten Krüger

Einen etwas anderen Beziehungsfilm, der über Leben und Tod räsoniert, hat der Ire Brendan Muldowney („Savage“) nach dem Buch Loving the Dead von Kei Oishi (Vorlage zu „The Grudge“) arrangiert: Eine introspektive Dark-Wave-Ballade, die Gothic nicht stylish, sondern mental in ein Mood Movie überträgt, das mitunter zum Poesie-Rausch anhebt, in seiner zerdehnten Morbidität oft aber einfach nur gepflegt langatmig wirkt.

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Wir sind die Millers

Die primitive Roadmovie-Comedy um ein zur Familie zusammenwachsendes Misfit-Quartett ist eine witzlose Sitten-Freakshow.

Wir sind die Millers Cover

We’re the Millers, Rawson Marshall Thurber, USA 2013
Kinostart: 29.08.2013
Story: Nachdem er ausgeraubt wurde, schuldet der harmlose Marihuana-Dealer David seinem größenwahnsinnigen Zulieferer Geld. So muss er zwei Tonnen Gras aus Mexiko über die Grenze schmuggeln und bezahlt Stripperin Rose, Nachbars-Idiot Kenny und Ausreißerin Casey, damit sie als Scheinfamilie die riskante Tour tarnen.
Von Thorsten Krüger

Rawson Marshall Thurber unterbietet das Niveau von „Voll auf die Nüsse“ spielend und hat für seine Freakshow amerikanischer Sitten einen Roadtrip im RV mit einem Misfits-Quartett erkoren, das – offenbar träumen selbst Drogendealer in Amerika von nichts anderem – sich streitend zur Familie zusammenrauft. Krass fehlbesetzt ist darin Jennifer Aniston als Stripperin, so unsexy und bieder wie einst Demi Moore, wofür es hoffentlich die Goldene Himbeere gibt.

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Mud

Großartiger Hinterland-Film-Noir aus den Südstaaten, mit dem Jeff Nichols ein starbesetztes Coming-of-Age dichtet.

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Jeff Nichols, USA 2012
DVD/BD-Start: 05.05.2014
Story: Ellis und Neckbone leben in einer Flusssiedlung in Arkansas. Bei einem ihrer Motorbootausflüge entdecken die Kids den Outlaw Mud, der sich vor Blutrache und Polizei auf einer Insel versteckt. Die beiden Jungs helfen ihm einen Fluchtplan zu schmieden und seine große Liebe zu kontaktieren. Die ziert sich.
Von Max Renn

Ein klasse besetztes und ebenso gespieltes Coming of Age aus dem amerikanischen Süden, das sich eigentlich als handfester Film Noir erweist, hat Jeff Nichols nach eigenem Drehbuch in stilsichere Bilder gegossen, die das ernste Drama dieser Tom Sawyer & Huckleberry Finn, die in eine Selbstjustiztragödie hineingezogen werden, mit unheimlicher Lakonie in naturbelassen fotografierte, herb-schöne Wildnis sublimiert.

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film international: genre. arthaus. mainstream