Schlagwort-Archive: Biografie

Dangal

Frauen-Ringen in Indien? Basierend auf dem Leben von Geeta und Babita Phogat ist das ganz, ganz große (Sport-)Oper!

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Nitesh Tiwari, IND 2016
ohne deutschen Start
Story: Ex-Profi-Ringer Mahavir Singh Phogat beginnt früh seine beiden Töchter Babita und Geeta in der olympischen Disziplin zu trainieren. Gegen viele Widerstände und Vorurteile bildet er sie unerbittlich aus, bis sie in die Nationalauswahl gelangen und Geeta 2010 bei den Commonwealth Games Gold gewinnt.
Von Caroline Lin

„Dangal“ (zu Deutsch: Zirkus) ist der indische „Rocky“ mit zwei Mädchen. Die Disney-Produktion unter maßgeblicher Mitwirkung von einem der drei das Bollywood-Kino dominierenden Khans, Aamir Khan, bietet herzerwärmendes Family-Entertainment, das unter Verzicht auf die berüchtigten Untugenden Gesang, Kitsch und Tanz ein Sport-Biopic (weitgehend) nach wahren Ereignissen erzählt. Und das unbedingt mitreißend.

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Die versunkene Stadt Z

Die Vermessung der Welt als Hybris des weißen Mannes: biografisches Forscherportrait, wohltuend frei von Abenteuer-Modernismen

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The Lost City of Z, James Gray, USA 2016
Kinostart: 30.03.2017
Story: 1906 bricht der britische Colonel Percival Fawcett in den Amazonas auf – die letzte Chance für ihn und seine Frau Nina auf gesellschaftlichen Aufstieg. Mehrfach kehrt er in die grüne Hölle zurück und vernachlässigt seine Familie, findet jedoch nie jene versunkene Hochkultur, der er Zeit seines Lebens nachjagt.
Von Sir Real

Realismus statt Eskapismus lautet die Devise, mit der James Gray seinen New Yorker Gangsterhinterhof („The Yards“) verlässt und sich nach dem großartigen Melodram „The Immigrant“ einem weiteren historischen Stoff andient, der zu überzeugen weiß. Das ist im besten Sinne altmodisches Charakterdrama, Lebenslauf-Porträt und klassisches Abenteuer, eine faktennahe Entdeckung der Langsamkeit anstelle von Hollywood-Hektik.

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The Founder

Alles nur geklaut: Das Faszinosum des Amerikanischen Traums in aller Ambivalenz, Energie und den Schattenseiten am Beispiel von McDonald’s

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John Lee Hancock, USA 2016
Kinostart: 20.04.2017
Story: Als der erfolglose Multi-Mix-Vertreter Ray Kroc 1954 in Kalifornien auf das Fast-Food-Restaurant der Gebrüder McDonalds stößt, wittert er seine Chance: Er will das revolutionäre Konzept als Franchise über ganz Amerika ausbreiten, beißt sich an den Brüdern aber die Zähne aus – bis er sie rücksichtslos ausbootet.
Von David McAllan

Was ist eigentlich der Amerikanische Traum? „The Founder“ gibt Antworten, die die Mär vom Tellerwäscher zum Millionär konstruieren und zugleich dekonstruieren: Der Texaner John Lee Hancock („Saving Mr. Banks“, „Blind Side“) zeigt nach einer Vorlage von „Turbo“-Autor Robert Siegel die positiven wie die negativen Seiten des Erfolgs als Geschichte einer Ideologie, bei der die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt.

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Jackie

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aka Jackie: Die First Lady, Pablo Larraín, RCH/F/USA 2016
Kinostart: 26.01.2017

Für sein englischsprachiges Debüt hat sich der Chilene Pablo Larraín (oscarnominiert für „No“) nach „Neruda“ wieder ein Biopic herausgesucht; an einem umfangreichen Porträt der ehemaligen First Lady und früheren Journalistin Jacqueline Kennedy zeigt er sich gleichwohl weniger interessiert als an einer Nahaufnahme, einem vielschichtigen Psychogramm, das auf eine Verklärung verzichtet. Vielmehr entwirft Noah Oppenheims in Venedig prämiertes Drehbuch einen zwiespältigen Charakter, den „Königin Amidala“ Natalie Portman mit oscarwürdiger Brillanz spielt.

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Sully

Ein Held zum Anfassen: Clint Eastwood rekapituliert das „Wunder vom Hudson“ mit einem bescheidenen, aufrechten Captain

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Clint Eastwood, USA 2016
Kinostart: 01.12.2016
Story: Als am 15. Januar 2009 ein vollbesetzter Airbus in New York startet, zerfetzt eine Minute später Vogelschlag beide Triebwerke und Pilot Chesley Sullenberger entscheidet sich für eine Notwasserung um eiskalten Hudson River. Alle 155 Passagiere überleben, doch eine Kommission hält ihn für schuldig.
Von Gnaghi

Amerika braucht Helden und versichert sich in zyklischen Abständen gerne seiner eigenen unerschütterlichen Tauglichkeit. „Sully“, „Deepwater Horizon“ und demnächst „Hacksaw Ridge“ ergeben eine Zufalls-Häufung, in denen bescheidene Alltags-Heroen besungen werden, Underdogs zum Anfassen, die abgehobenen Eliten eines verdorbenen Systems trotzen – passend zur aktuellen politischen Situation der Unsicherheit in den USA.

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Miss Hokusai

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Sarusuberi: Miss Hokusai, Keiichi Hara, J 2015
Kinostart: 16.06.2016, DVD/BD-Start: 28.10.2016

Die biografische Animation von Keiichi Hara („Colorful“) über Japans berühmtesten Künstler, den für seine Holzschnitte auch im Abendland bewunderten Maler Katsushika Hokusai (sein 1830 geschaffenes Bild „Die große Welle vor Kanagawa“ gilt als stilbildende Ikone), ist alles andere als ein Biopic im Anime-Format, wendet sich dezidiert an ein Arthaus-Publikum und verweigert sich nicht nur durch seine lose, episodische Struktur einer unbeschwerten Rezeption.

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Lasseter’s Bones

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Luke Walker, AUS 2013
ohne deutschen Start

„Lasseter’s Bones“ ist mitnichten ein Film über den ingeniösen Pixar-Mitbegründer John Lasseter, sondern eine ganz persönliche Doku des britisch-australischen Filmemachers Luke Walker („Beyond Our Ken“), der sich auf eine epische, dreijährige Spurensuche zum Abenteuer und Entdecker Harold Lasseter begibt. Der ist seit einer Expedition in die australische Wüste 1931 verschollen, wo er angeblich eine enorme Goldader vom Gegenwert von bis zu einer Milliarde Dollar fand.

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Big Eyes

Christoph Waltz stiehlt Amy Adams die künstlerische Identität in Tim Burtons märchenhaftem Biopic der Margaret Keane

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Tim Burton, USA 2014
Kinostart: 23.04.2015
Story: Anfang der 50er Jahre flieht Margaret samt kleiner Tochter vor ihrem Mann nach San Francisco, wo sie dem Charme des Straßenmalers Walter Keane erliegt. Der erkennt ihr Kunsttalent und verkauft Margarets Bilder unverfroren unter eigenem Namen, womit eine auf Ausbeutung beruhende Karriere beginnt.
Von Max Renn

Mitgefühl für verkannte Sonderlinge und ihre Tragik waren immer Burtons Stärke, der in „Big Eyes“ mit aller Sympathie eine scheue Künstlerin und ihr spätes Erwachen im fortgesetzten Kunstdiebstahl porträtiert. Seine Version des Keane-Skandals aus den 60er Jahren ist wieder ein verkapptes Märchen, in dem die Fantasie nicht entfesselt wie im emotionalen Meisterstück „Big Fish“ auftritt, sondern sich überwiegend im Ton versteckt.

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Unbroken

Lager- und Leidensdrama nach dem Überlebens-Bestseller um Louis Zamperinis jahrelange KZ-Folterhaft in Japan

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Angelina Jolie, USA 2014
Kinostart: 15.01.2015, DVD/BD-Start: 28.05.2015
Story: Der Zweite Weltkrieg beendet die Sportkarriere des jungen italienischstämmigen US-Oympialäufers Louis Zamperini. 1941 stürzt er mit seinem Bomber im Pazifik ab. Als er erst nach 47 Tagen gerettet wird, beginnen neue jahrelange Qualen im Kriegsgefangenenlager des sadistischen Lagerkommandaten Watanabe.
Von Caroline Lin

Sony-Produzent Scott Rudins inzwischen legendäre Schmähung von Angelina Jolie als „minimal talentierter, verzogener Göre“ kann man angesichts ihres handwerklichen Regiegeschicks getrost als widerlegt betrachten, wiewohl weiterreichende Fähigkeiten wahrlich auch nicht vorwerfen. Die Durchhalte-Heldengeschichte amerikanischer Prägung bleibt vor allem wegen des recht einseitigen Scripts unter ihren Möglichkeiten.

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