Schlagwort-Archive: Christoph Maria Herbst

Er ist wieder da

Die (Medien)Satire über die Auferstehung von Deutschlands populärster wie berüchtigster Geschichtsperson verflacht zu oft zur Klamotte

Er ist wieder da Cover

aka Look Who’s Back, David Wnendt, D 2015
Kinostart: 08.10.2015, DVD/BD-Start: 07.04.2016
Story: Mitten in Berlin erwacht Adolf Hitler 70 Jahre nach seinem Selbstmord und stapft verwirrt durch die Straßen. Ein arbeitsloser TV-Reporter bringt ihn als Stand-Up-Comedian groß heraus. Hitler startet eine Karriere bei einem Privatsender und tourt durch das Land. Keiner ahnt, dass der Führer Großes vorhat.
Von Jochen Plinganz

Die groß angekündigte Kinoadaption des gleichnamigen Megasellers von Timur Vermes ist ein politisch korrekter Film, der sich fälschlicherweise für politisch unkorrekt hält. So ernsthaft der hühnenhafte Burgtheater-Schauspieler Oliver Masucci auch den Adolf Hitler mimt, mit seinem dünnen Bärtchen und den kantigen Gesichtszügen sieht er wie ein SS-Mann aus – er ist kein Vergleich zu Bruno Ganz‘ Glanzparade in „Der Untergang“.

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Mara und der Feuerbringer

Die deutsche Teenkomödie plus Mythenfantasy ist cleverer als andere Zielgruppenstullen, hat mithin Charme, aber keine Würde

Mara und der Feuerbringer Cover

Tommy Krappweis, D 2015
Kinostart: 02.04.2015, DVD/BD-Start: 22.10.2015
Story: Die 15-jährige Münchner Schülerin Mara leidet unter ihrer Esoterik-Mutti und Weltuntergangs-Visionen von Drachen und nordischen Göttern. Mit Mythologie-Professor Weissinger reist die übersinnlich begabte Seherin durch die Zeit zu Gott Loki und dem Feuerbringer, um das drohende Ragnarök zu vereiteln.
Von Thorsten Krüger

„Bernd, das Brot“-Autor Tommy Krappweis verfilmt Teil eins seiner eigenen Jugendbuch-Roman-Trilogie, eine Teen-Fantasy mit Zeitreisethematik wie die „Liebe geht durch alle Zeiten“-Reihe („Rubinrot“, „Saphirblau“), aber lange nicht so hohl wie diese. Die komische Mythenschau ins Reich von „Thor“ & Co. hat viele Promis, Köpfchen und Charme, strebt aber würdelos durch die Fährnisse teutonischer Reißbrett-Teenproduktionen.

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King Ping

Konfuses Genre-Potpourri, das sich in coole Posen der Ruhrpott-Subkultur wirft, die Narration aber links liegen lässt.

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Claude Giffel, D 2013
Kinostart: 31.10.2013, DVD/BD-Start: 30.04.2014
Story: Der Pinguinpfleger und suspendierte Cop Frowein, genannt King, ermittelt auf eigene Faust, wieso ein Kollege nach einer Zechnacht mit Genickbruch an einer Wuppertaler Treppe liegt. Mit einer privaten Soko entdeckt er eine Rachemordserie, die weit in die Vergangenheit zu einer vergessenen Sekte führt.
Von Thorsten Krüger

Das Crowdfundingprojekt mit Ärzte-Mitglied Bela B. als singende Tunte und Christoph Maria Herbst als Reporter-Schmeißfliege ist ein Paradabeispiel für Style Over Substance. In satten Schwarzwerten breitet sich ein Ruhrpott-Noir aus, der glaubt, wenn er nur wild die Genres mixt und sich dabei in furchtbar coole Posen wirft, wäre er ein Kultkandidat wie seine Vorbilder „Pulp Fiction“ und die Edgar Wallace Krimis.

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