Schlagwort-Archive: David McAllan

The Device

„Akte X“ respektive „Xtro“ als Low-Budget-Psychohorrordrama um das Grauen einer unheimlichen Begegnung der dritten Art

The Device Cover

Jeremy Berg, USA 2014
ohne deutschen Start
Story: 12 Jahre lang hat Abby mit ihrer Schwester Rebecca nicht gesprochen, die einst entführt und vergewaltigt wurde. Als sie die Asche ihrer Mutter in dem Waldhaus verstreuen, finden sie eine schwarze Kugel, die rasch einen ungesunden Einfluss auf Abbys Verlobten Calvin ausübt und Rebeccas Trauma aufreißt.
Von David McAllan

Wer etwas Originelles möchte, wagt sich an den experimentellen „Under the Skin“für den Hausgebrauch geeignet, aber doch in erheblichem Maße ungemütlich und unheimlich hingegen betritt Indie-Filmer Jeremy Berg nach seinem Goth-Horror-Einstand „The Invoking“ erforschtes „Akte X“-Terrain, um dort mit „The Device“ sukzessive die Inklusion von Familiendrama, SciFi und psychologischem Schrecken vorzunehmen.

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Das Mädchen Hirut

Äthiopisches Low-Budget-Laiendrama, dessen schlechtes Handwerk in keinem Verhältnis zur wichtigen politisch-sozialen Botschaft steht

Das Mädchen Hirut Cover

Difret, Zeresenay Mehari, ETH/USA 2014
Kinostart: 12.03.2015, DVD/BD-Start: 15.07.2015
Story: 1996 in einem äthiopischen Dorf: Eine Reiter-Bande entführt die erst 14-jährige Hirut, sperrt sie ein, schlägt und vergewaltigt sie. Als sie mit einem Täter zwangsverheiratet werden soll, kann sie fliehen und erschießt ihn in Notwehr. Dafür will das Dorf sie zum Tode verurteilen. Frauenrechtsanwältin Meaza verteidigt sie.
Von David McAllan

Die schlicht gebaute Abarbeitung des Präzedenzfalls von Hirut Assefa emotionalisiert allein wegen des Inhalts (was die Publikumspreise erklärt); denn das Drama von Zeresenay Mehari ist eine gut gemeinte, aber schlecht gemachte Trockenstulle über eine gewalttätige, frauenverachtende Tradition. In der Postproduktion stieg UN-Botschafterin Angelina Jolie als Finanzier ein, was einiges an (Festival)Aufmerksamkeit einbrachte.

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The Best of Me

Durchwachsene Zweite-Chance-Romanze, die Nicholas-Sparks-Fans mit einem konstruierten Melodram manipuliert

The Best of Me Cover

aka The Best of Me – Mein Weg zu dir, Michael Hoffman, USA 2014
Kinostart: 08.01.2015, DVD/BD-Start: 13.05.2015
Story: 1992 überwand das High-School-Liebespaar Dawson und Amanda alle Klassenschranken, bis eine tödliche Tragödie sie trennte. 21 Jahre später bringt sie die Beerdigung von Dawsons Ersatzvater Tuck zurück ins idyllische Louisiana. Amanda hat Dawson nie verziehen, aber beide lieben sich noch immer.
Von David McAllan

Die neunte Bestsellerverfilmung von Sparks, der amerikanischen Ausgabe von Rosamund Pilcher, realisiert durch ein eingeübtes Produzententeam, hat nicht den großen Gefühlsrausch des Vorgängers „Safe Haven“, sondern fügt die Bausteine früherer Sparks-Werke zu einem Romantik-Melo zusammen, das mal ins Herz trifft, mal auf die Füße tritt und, da fürs weibliche Publikum optimiert, einige Kitschresistenz erfordert.

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Late Phases

Rentner vs. Werwolf – trotz wilder Kreaturen kein Schocker, sondern vorwiegend ein Ruhestands-Drama mit dem klasse Nick Damici

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Adrián García Bogliano, USA 2014
DVD/BD-Start: 01.06.2015
Story: Kaum hat sein distanzierter Sohn Will den frisch verwitweten, blinden Vietnam-Veteran Ambrose in einer bewachten, properen Rentersiedlung untergebracht, greift ein Werwolf an und tötet Hund und Nachbarin. Die Polizei schenkt dieser Version keinen Glauben. So lässt sich Ambrose Silberkugeln gießen.
Von David McAllan

Der spanische Genrefilmer Adrián García Bogliano, bekannt geworden durch den bei uns kürzlich veröffentlichten „Here Comes the Devil“, trotzt wieder erprobten Versatzstücken ein Stück Individualität ab. Wofür er sich auch bei dem stets zuverlässigen Nick Damici bedanken kann, der sowohl als Schauspieler wie auch als Drehbuchautor für Jim Mickle bei „We Are What We Are“ sowie „Cold in July“ ordentliche Arbeit leistete.

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Jessabelle

Oft überhastete und oberflächliche Southern Gothic, die ihre Horrormystery aus Voodoo, Sümpfen und Rachegeistern aber originell auflöst.

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aka Jessabelle – Die Vorhersehung, Kevin Greutert, USA, 2014, DVD/BD-Start: 26.11.2015
Story: Nach einem Autounfall, bei dem sie Freund und Ungeborenes verlor, kehrt die an den Rollstuhl gefesselte Jessabelle zur Genesung in das Familienanwesen ihres groben Vaters in die Bayous Louisianas zurück. Dort stellt ihr ein Geist nach und ein VHS-Band ihrer verstorbenen Mutter prophezeit ihren Tod.
Von David McAllan

Produzent Jason Blum, der von „Paranormal Activity“ über „Sinister“ und „Insidious“ bis „Oculus“ und „13 Sins“ (sowie soeben „Ouija“) an quasi jedem erfolgreichen Horrorhit der vergangenen Jahre beteiligt war, steht auch hinter dieser hübsch, aber hektisch bereiteten Southern Gothic aus den Sümpfen Südlouisianas, deren Script eine Klasse besser ausfällt als die Regie von Kevin Greutert, der Teil 6 und 7 der „Saw“-Reihe aufführte.

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The Taking

Kompetent-furchterregender Indie-Horrorthriller um eine Reportage, die erst Altersdemenz, dann okkultes Grauen dokumentiert.

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aka The Taking of Deborah Logan, Adam Robitel, USA 2014
ohne deutschen Start
Story: Als bei Deborah Logan Alzheimer im Frühstadium diagnostiziert wird, zieht Tochter Sarah ein, um sie in ihrem Haus in Virginia zu pflegen. Das Geld, das ihr das Uni-Filmteam von Mia für eine Doku über die Krankheit gibt, benötigt sie dringend. Doch Deborah entwickelt eigenartige, bedrohliche Symptome.
Von David McAllan

Von Dämonen werden am liebsten junge Mädchen (wie gerade erst in „Grace“) oder jene besessen, die an ihrer Existenz ostentativ zweifeln („The Possession of Michael King“). Nicht nur darin unterscheidet sich das seinen Found-Footage-Material-Mix atmosphärisch und in ruhiger Bildqualität einsetzende Debüt von Adam Robitel (Darsteller bei „2001 Maniacs“) als ein dokumentarischer Thriller mit Okkult-Wende.

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Trash

Gutmenschen-Gewissen und Ethno-Kitsch definieren ein schelmisches Jugendabenteuer, das sich mit einem brutalen Sozialthriller beißt.

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Stephen Daldry, GB 2014
Kinostart: 19.02.2015, DVD/BD-Start: 29.10.2015
Story: Gardo und Rafael sind junge Müllsammler in Rios Slums, wo sie die Geldbörse des ermordeten José finden. Worauf sie von Fredericos brutaler Polizeieinheit gejagt werden, denn darin stecken Beweise für deren Verbrechen. Mit Freund Rato und der Hilfe zweier Missionare wollen sie die Wahrheit herausfinden.
Von David McAllan

Das Rio-Jugendactionabenteuer des Briten Stephen Daldry hat nichts mit dem New Yorker Camp-Hustler aus der Warhol-Factory zu tun, sondern basiert auf Andy Mulligans gleichnamigen Favela-Roman von 2010. Es ist eine Enttäuschung vom Regisseur, der vielversprechend mit „Billy Elliot“ begann, meisterhaft „The Hours“ nachlegte und bei „Der Vorleser“ und „Extrem laut und unglaublich nah“ nur Durchschnitt erreichte.

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The Babadook

Erst Mutter-Sohn-Psychodrama, dann Bogeyman-Terror: streckenweise unheimlicher, oft aber unentschlossen-komischer Indie-Horror.

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Jennifer Kent, AUS 2014
Kinostart: 07.05.2015, DVD/BD-Start: 18.09.2015
Story: Fast sieben Jahre, nachdem ihr Gatte auf dem Weg zum Kreißsaal starb, ist die gutmütige Witwe Amelia mit ihrem hyperaktiven Sohn Sam überfordert, der andere Kinder verletzt und dafür gemobbt wird. Als sie ihm eines Abends aus einem unbekannten Kinderbuch vorliest, sucht Sam ein Schreckgespenst heim.
Von David McAllan

Wäre Jennifer Kents Expansion ihres eigenen Kurzfilms „Monster“ nur ein psychologisches Mutter-Sohn-Drama, bei dem der titelgebende Buhmann als Symbol für Trauer und Wut einer dysfunktionalen Restfamilie fungiert! Kent will aber Unheimlichkeit und Heimsuchung, schafft es jedoch einfach nicht, aus einem Kinderbuch eine echte Bedrohung zu destillieren. So erhält ihr Hybride aus Spuk und Drama etwas absurd Komisches.

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The November Man

Humor- wie profilloser Actionthriller mit Ex-Bond Pierce Brosnan als Superagent, der Kriegsverbrechen und CIA-Konspiration rächt.

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Roger Donaldson, USA 2014
DVD/BD-Start: 18.02.2015
Story: Seit sein Lehrling Mason ein Kind erschoss, hat der als „November Man“ bekannte Top-Agent Devereux der CIA den Rücken gekehrt. Seinen Schweizer Ruhestand unterbricht er, als Geheimdienste Verschwörungszeugin Alice in Belgrad eliminieren wollen. Devereux muss sie auch vor Mason schützen.
Von David McAllan

12 Jahre nach Brosnans letztem Bond-Auftritt wirkt er wie ein gealterter Wiedergänger von 007: Freche Selbstironie wie unlängst in „A Long Way Down“ ist in diesem Walking Cool abgeschafft. Erfüllungsgehilfe Roger Donaldson („Bank Job“, „Dante’s Peak“), der mit dem 61-jährigen Iren den Hang zu eindrucksloser Hollywood-Ware teilt, macht daraus immerhin durchweg Unterhaltsames, wenngleich ohne sonderliche Bedeutung.

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Das blaue Zimmer

Konfus verschachtelter französischer Kunst-Kokolores, der nach Georges Simenon unzugänglich Affäre und Whodunit ineinander verschränkt

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La chambre bleue, aka The Blue Room, Mathieu Amalric, FR 2014
Kinostart: 02.04.2015
Story: Der verheiratete Kleinunternehmer Julien hat eine intensive Affäre mit seiner ebenfalls gebundenen Jugendfreundin Esther, die er zufällig wiedertraf. Als er das Verhältnis beendet, wird er ohne Angabe von Gründen verhaftet, verhört und des Mordes bezichtigt – sowohl Esthers Ehemann als auch seine Frau sind tot.
Von David McAllan

Für seine fünfte Regiearbeit wählt der französische Schauspieler Mathieu Amalric („Ein Quantum Trost“, „Grand Budapest Hotel“) den berühmten belgischen Krimimeister des Trivialen, Georges Simenon, bekannt für seine „Kommissar Maigret“-Reihe. Der Roman von 1964 dient ihm indessen nur als Anlass für einen rückwärts aufgezäumten, ausgestellt unorthodoxen Zwitter aus Gedankenstrom und Ermittlungspuzzle vor Gericht.

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The Possession of Michael King

Gefundenes Filmmaterial: Energischer Low-Budget-Indie-Horror, der sich redlich um verstörende dämonische Besessenheit bemüht.

The Possession of Michael King Cover

David Jung, USA 2014
ohne deutschen Start
Story: Vor sechs Monaten verlor Michael King seine lebenslustige Frau wegen des Ratschlags einer Wahrsagerin. Wutentbrannt zieht er nun mit der Kamera los, um sich selbst beim Beweis der Nicht-Existenz höherer Mächte zu dokumentieren. Bei Satanisten beschwört er einen Dämon – und gerät in Teufelsküche.
Von David McAllan

Mit dem grobkörnigen Mix aus Fake-Doku und Found Footage von fest installierten Hauskameras ähnelt David Jungs selbst finanzierter und geschriebener, teuflischer Verwandlungshorror sowohl der Hit-Reihe „Paranormal Activity“ als auch dem Eigenexperiment eines Murgan Spurlock in „Super Size Me“ – nur mit allen möglichen satanischen Ritualen, Interviews abstruser Weirdos und der Expertise von Psychologen und Technikern.

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Soulmate

Soulmate Cover

Axelle Carolyn, GB 2013
ohne deutschen Start

Das Spannendste an Axelle Carolyns selbst geschriebener Low-Budget-Geistergeschichte ist ein vorübergehendes BBFC-Verbot wegen des angeblich zur Nachahmung anregenden Pulsadernaufschneidens der Protagonistin im Prolog. Statt Schnittauflagen nachzugeben, entfernte Carolyn die Szene kurzerhand. Hätte sie nur die dialoglastigen Längen gleich mitgelöscht. Aber selbst dann würde es dem Debüt der bislang in „Doomsday“ und „Centurion“ aufgetretenen Nebendarstellerin noch an Überzeugungskraft mangeln.

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