Schlagwort-Archive: Drama

The Shape of Water

Mensch & Monster: märchenhaftes Arthaus-Drama zwischen Komödie und Tragödie um eine unmögliche Liebe im Kalten Krieg

The Shape of Water Cover

Guillermo del Toro, US 2017
Kinostart: 15.02.2018
Story: Die stumme Eliza arbeitet Anfang der 60er Jahre als Putzkraft in einem geheimen US-Laboratorium, wo ein Wassermensch aus dem Amazonas gefangen gehalten wird. Während sich Eliza in die geschundene Kreatur verliebt, wollen Sicherheitschef Strickland und russische Agenten ihn liquidieren.
Von Max Renn

Guillermo del Toros in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnete „Die Schöne und das Biest“-Fabel „The Shape of Water“ nimmt sich die erste halbe Stunde wie der Film des Jahres aus: Eine verträumte Lovestory in liebevoll-nostalgischem Setting, cinephil, verschroben-komisch und zugleich makaber-abgründig, eine Politparabel mit hohem Anspruch wie „Pans Labyrinth“ um bittere Realitäten und Sehnsuchts-Fantasien.

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Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Frances McDormand zettelt in der pechschwarzen, vielschichtigen Kleinstadtsatire aus Trauer und Wut einen Kleinkrieg an

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri Cover

Martin McDonagh, GB/USA 2017
Kinostart: 25.01.2018
Story: Seit vor sieben Monaten Mildreds Tochter vergewaltigt und ermordet wurde, haben die lokalen Behörden wenig unternommen, um die Tat aufzuklären. Weshalb Mildred am Ortsausgang drei Werbetafeln mietet, darauf Sheriff Willoighby kritisiert – und jeden gegen sich aufbringt. Deputy Dixon reagiert brutal.
Von Jochen Plinganz

Nach dem missglückten „7 Psychos“ kehrt der irisch-britische Auteur Martin McDonagh zu dem zurück, was ihn in seinem Debüt „Brügge sehen… und sterben?“ auszeichnete: finsterste Komik über menschliche Untugenden und die Reflexion über Leben und Sterben. In „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ kreuzt er dies erfolgreich mit Coenscher Lakonie zu einer bitterbösen Heimatsatire, die jedoch auch Versöhnlichkeit kennt.

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The Big Sick

Die autobiografische Culture-Clash-Romcom lehrt mit frechem Mundwerk, wie man sich zu Toleranz, Liebe und Familie bekennt

The Big Sick Cover

Michael Showalter, USA 2017
Kinostart: 16.11.2017
Story: Der pakistanischstämmige Stand-Up-Comedian Kumail verheimlicht seinen Berufswunsch vor seiner strikt muslimischen Familie. Als er sich in Psychologiestudentin Emily verliebt und diese durch einen Infekt ins Koma fällt, wankt sein Lügengebäude. Er lernt Emilys Eltern kennen und steht ihr heimlich bei.
Von Sir Real

Es sind die eigenen Lebensumstände, die Kumail Nanjiani (spielt sich selbst) zum Thema der wunderbaren, romantischen Tragikomödie „The Big Sick“ macht, wie sie sich kein Drehbuchautor hätte ausdenken können. Comedy-King Judd Apatow („Immer Ärger mit 40“) zeigt als Produzent sein Gespür für witzige Talente und TV-Regisseur Michael Showalter positioniert dies perfekt im Spannungsfeld zwischen Komik und Dramatik.

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Wind River

Härte und Mitgefühl bestimmen den großartigen, modernen Winterwestern mit Jeremy Renner um Mädchenmorde in Wyoming

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Taylor Sheridan, GB/CDN/USA 2017
Kinostart: 08.02.2018
Story: Als Wildhüter Cory im ewigen Eis des Wind River Indianerreservats eine Mädchenleiche entdeckt, ist er erschüttert: Denn es ist die beste Freundin seiner vor drei Jahren auf die gleiche Art ermordeten Tochter Emily. Widerstrebend hilft er der unterbesetzten Polizei und FBI-Agentin Jane bei den Ermittlungen.
Von Max Renn

Taylor Sheridan ist das Beste, was das US-Independent-Kino zu bieten hat. Mit seinen Drehbüchern für „Sicario“ und „Hell or High Water“ (für den er eine Oscarnominierung erhielt) schrieb er bereits zweimal Hervorragendes, nun führt er, nach eigener Vorlage, Regie. „Wind River“ ist, wie seine vorherigen Geschichten, wieder ein moderner Western geworden, ein Winterwestern diesmal, und wieder ein Männerfilm – mit starken Frauen.

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Boys in the Trees

Übernatürliches Coming of Age, das mit betörenden Bildern und einfühlsamer Besinnung ein veritables Gänsehaut-Gefühl generiert

Boys in the Trees Cover

Nicholas Verso, AUS 2016
bereits erhältlich (DVD/BD)
Story: Halloween 1997, Frühling in einer australischen Vorstadt. Den Schulabschluss in der Tasche, heult Corey mit den Skater-Wölfen von Jango, ignoriert die Avancen von Mitschülerin Romany und hat Jugendfreund Jonah verraten. Der fordert ihn heraus, ihm diese Nacht zu folgen – und für Corey ändert sich alles.
Von Caroline Lin

Ein Halloween-Movie der besonderen Art: „Boys in the Trees“ ist der bessere „Super Dark Times“, ach was, einfach das stärkste Coming of Age dieses Jahrgangs. Der australische Debütant Nicholas Verso destilliert eine betörend-magische Melange aus „Donnie Darko“ und „Stand by Me“, ähnlich gut wie in „Es“ (nur ohne Killerclown), dafür mit einem magisch-märchenhaften Realismus à la Neil Jordans „Die Zeit der Wölfe“.

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This Is Your Death

„Network“ im Jahr 2017: Die böse Hochglanz-Satire aufs Trash-TV entfaltet soziales Gewissen und emotionale Wucht

This Is Your Death Cover

aka The Show, Giancarlo Esposito, USA 2017
ohne deutschen Start
Story: Nach einer Rettungstat in seiner Trash-Sendung gilt Moderator Adam als Held und erfindet eine Spielshow, bei der die Kandidaten Selbstmord begehen, um ihren Angehörigen einen Spendenbeitrag zu hinterlassen. Das Format wird ein Hit, nur Adams Schwester und Produzentin Sylvia wettern dagegen.
Von Max Renn

Im trügerisch properen „EDtv“-Hochglanzformat karikiert „Breakling Bad“-Akteur Giancarlo Esposito mit „This Is Your Death“ die schöne, gewissenlose Scheinwelt des zukünftigen Fernsehens. Dahinter wartet ein abgründiger Kern, der „Das Millionenspiel“ als Moral-Melodram anpackt und gegen den bedenkenlosen Zynismus eine wahre Rosskur wählt, die nach „Running Man“-Blutzoll emotional gleich doppelt heftig trifft.

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Es

Andy Muschiettis fulminante Adaption von Stephen Kings Horrorclown-Klassiker hat das gewisse Es-was

Es Cover

It, Andy Muschietti, USA 2017
Kinostart: 28.09.2017
Story: Derry 1988. Seit dem Verschwinden seines kleinen Bruders versucht der 13-jährige Bill herauszufinden, was geschah. Mit sechs Gleichaltrigen des Loser-Clubs erwehrt er sich Erwachsener und eines grauenvollen Monsters, das in der Kanalisation unter der Stadt lebt und in Gestalt eines Clowns Kinder frisst.
Von Thorsten Krüger

American Horror Story: Andy Muschietti („Mama“) hat geschafft, was lange als unmöglich galt – eine gelungene Stephen-King-Verfilmung. Seine Version von „Es“ funktioniert sowohl als Coming-of-Age-Drama wie auch als Horrorschocker. Als Monsterclown Pennywise ist Bill Skarsgård („Atomic Blonde“) scary as hell und intensiviert mit fiesem Gebiss den kackigen Kampf von sieben Kids gegen die Dämonen der Kindheit.

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Dunkirk

Atemberaubend intensive Kriegs-Suspense über die Operation Dynamo, die 330.00 alliierten Soldaten das nackte Leben rettete

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Christopher Nolan, GB/NL/F/USA 2017
Kinostart: 27.07.2017
Story: Dünkirchen im Mai 1940. Die Wehrmacht hat britische und französische Truppen an der Kanalküstenstadt eingekesselt. 400.000 schutzlose Soldaten hoffen wie der junge Brite Tommy am Strand tagelang auf eine Evakuierung. Bis unter dem Geleitschutz von Spitfires eine Zivilflotte anrückt.
Von Thorsten Krüger

Wenn Christopher Nolan sich eines Themas annimmt, kann man inzwischen sicher sein, dass es einer der Filme des Jahres wird. Der Regisseur von „Inception“ und „Interstellar“ geht ganz puristisch und erzählerisch minimalistisch vor, widmet sich ausschließlich dem Überleben in einer ausweglosen Lage, ganz ohne Hintergrund und die üblichen Genre-Elemente, um damit einen maximalen Effekt zu erzielen: reine Spannung.

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Without Name

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Lorcan Finnegan, IRL 2016
ohne deutschen Start

Das Beste an „Without Name“ ist, sich vorzustellen, wie gut er hätte sein können. Natürlich ist das auch zugleich das Unerfreulichste am Spielfilmdebüt des Iren Lorcan Finnegan. Den kennt man am ehesten als Urheber des hübsch verstörenden Kurzfilms „Foxes“, der im Vorprogramm der deutschen Veröffentlichung des italienische Gothic-Natur-Chillers „Across the River“ lief. An Letzterem orientiert sich die Geschichte um Prospektor Eric (Nebenrolle in „Belle“), der Vermessungsarbeiten in einem entlegenen alten Wald im ländlichen Irland durchführt.

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Dangal

Frauen-Ringen in Indien? Basierend auf dem Leben von Geeta und Babita Phogat ist das ganz, ganz große (Sport-)Oper!

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Nitesh Tiwari, IND 2016
ohne deutschen Start
Story: Ex-Profi-Ringer Mahavir Singh Phogat beginnt früh seine beiden Töchter Babita und Geeta in der olympischen Disziplin zu trainieren. Gegen viele Widerstände und Vorurteile bildet er sie unerbittlich aus, bis sie in die Nationalauswahl gelangen und Geeta 2010 bei den Commonwealth Games Gold gewinnt.
Von Caroline Lin

„Dangal“ (zu Deutsch: Zirkus) ist der indische „Rocky“ mit zwei Mädchen. Die Disney-Produktion unter maßgeblicher Mitwirkung von einem der drei das Bollywood-Kino dominierenden Khans, Aamir Khan, bietet herzerwärmendes Family-Entertainment, das unter Verzicht auf die berüchtigten Untugenden Gesang, Kitsch und Tanz ein Sport-Biopic (weitgehend) nach wahren Ereignissen erzählt. Und das unbedingt mitreißend.

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Paradies

Drei miteinander verwobene Lebensläufe in einer formstrengen, poetischen Meditation über Kultur und Liebe im Holocaust

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Ray, aka Paradise, Andrei Konchalovsky (Andrey Konchalovskiy), RUS/D 2016
Kinostart: 27.07.2017
Story: Die russische Aristokratin Olga hat im besetzten Frankreich zwei jüdische Kinder versteckt und ist der Gestapo ins Netz gegangen. Nach Androhung von Folter durch Kollaborateur Jules wird sie ins KZ deportiert, wo der junge SS-Offizier und Lagerinspekteur Helmut sie zu seiner Mätresse macht.
Von Thorsten Krüger

„Paradies“ könnte glatt die inoffizielle Adaption von Jonathan Littells erschütterndem Holocaust-Roman „Die Wohlgesinnten“ sein. Der von Unterhaltung („Runaway Train“) ins seröse Fach migrierte russische Regieveteran Andrei Konchalovsky („Das Irrenhaus“) erhielt für die Annäherung an seinen Arthaus-Bruder Nikita Michalkow („Die Sonne, die uns täuscht“) und Alexander Sokurow („Moloch“) in Venedig den Regiepreis.

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Der wunderbare Garten der Bella Brown

Der wunderbare Garten der Bella Brown Cover

This Beautiful Fantastic, Simon Aboud, GB/USA 2016
Kinostart: 15.06.2017

Die Sparversion von „Die fabelhafte Welt der Amelie“ des Briten Simon Aboud („Comes a Bright Day“) wanzt sich durch die deutsche Titelschmiede mit „Der wunderbare Garten der Bella Brown“ noch enger an Jean-Pierre Jeunets versponnene Fabel von 2001 heran. Zwischen Komödie, Seelentherapie und Liebesdrama findet ein Quartett skurriler Verquerer ihren Weg zum Glück. Ein Nachbarschaftsstreit wird zur Nachbarschaftshilfe, wenn der zwangsgestörte Bücherwurm Bella (Jessica Brown Findlay, „Winter’s Tale“) einen Monat Zeit erhält, ihren verwilderten Garten neu instand zu setzen.

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Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

Die Zeitschleifen-Suspense im Outfit eines Romantic Teen Movies entwickelt melodramatische Facetten und emotionale Qualitäten

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie Cover

Before I Fall, Ry Russo-Young, USA 2017
Kinostart: 01.06.2017
Story: Irgendwo im US-Nordwesten gehört die 17-jährige Sam dem It-Girl-Quartett ihrer High School an. Auf der Heimfahrt von einer Freitag-Abend-Party verunglücken sie tödlich. Woraufhin Sam morgens aufwacht und den letzten Tag ihres Lebens immer wieder erlebt. Und anfängt, alles zu hinterfragen.
Von David McAllan

„Und täglich grüßt das Murmeltier“ als Teenage Angst Mystery mit (Nächsten)Liebesbotschaft: Macht man sich die Mühe, hinter die Teen-Pastiche von „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ zu schauen, findet man mehr als nur Sisyphos-Motive mit „Butterfly Effect“. Dann verwandeln sich Stereotypen in ein gefühlvolles Coming of Age, ein Abschiednehmen, wie man von seinen Liebsten erinnert werden möchte.

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A Date for Mad Mary

A Date for Mad Mary Cover

Darren Thornton, IRL 2016
Kinostart: 14.12.2017

Der irische Festivalhit „A Date For Mad Mary“ ist ein liebenswertes, lustiges und wunderbar berührendes Date Movie für Leute, die wenig von Date Movies halten. Debütant Darren Thornton, der mit seinem Bruder Colin den Theatermonolog „10 Dates With Mad Mary“ von Yasmine Akram („Sherlock“) adaptiert, taucht regelrecht unter den Hochzeitsplanern-Stereotypen hindurch und punktet mit Charme, Charakter und Chuzpe.

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Wir gehören nicht hierher

Anton Yelchin in der wunderbar rätselhaft-tragikomischen Wiedervereinigung einer vom Unheil heimgesuchten Familie

Wir gehoeren nicht hierher Cover

We Don’t Belong Here, Peer Pedersen, USA 2017
DVD/BD-Start: 20.04.2017
Story: Die verwitwete Nancy sieht ihre Familie auseinanderfallen, weil nicht nur Tochter Lily bipolar gestört ist und Elisa sexuell missbraucht wurde. Nun ist auch noch Sohn Max fort, der einem Selbstmordversuch in der Psychiatrie auskuriert. Er, Elisa und Madeline planen ihre Rückkehr.
Von Gnaghi

Peer Pedersens selbst geschriebener Erstling „Wir gehören nicht hierher“ ist auf wundersame Weise bipolar gestört und definiert eine „neon electric depression“ in der Vorstadtidylle eines „American Beauty“, ein sehr spezielles „Fun“-Movie der nahegehenden Art. Einige Reviews bedauerten die mangelnde narrative Kohärenz und Überfrachtung mit Themen, denen nicht gerecht würde (was auf den sexuellen Missbrauch definitiv zutrifft).

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Sieben Minuten nach Mitternacht

Sieben Minuten nach Mitternacht Cover

A Monster Calls, J.A. Bayona, 2016
Kinostart: 04.05.2017

Alle Welt ist voll des Lobes für die Fantasy-Parabel „Sieben Minuten nach Mitternacht“, obwohl diese ihr Sterbe-/Abschiedsdrama als unbedingt wertvolle Sonderpädagogik mit allem tränenreichen Pathos auswalzt, bis jeder begriffen hat, wie wichtig und ernsthaft ihre Themen sind. Der Katalane J.A. Bayona, gefeiert für seine Gothic-Geistergeschichte „Das Waisenhaus“ (obwohl sein Tsunami-Drama „The Impossible“ eigentlich der bessere Film war), hat sehr wohl einiges drauf. Aber er will einfach zu viel.

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The Founder

Alles nur geklaut: Das Faszinosum des Amerikanischen Traums in aller Ambivalenz, Energie und den Schattenseiten am Beispiel von McDonald’s

The Founder Cover

John Lee Hancock, USA 2016
Kinostart: 20.04.2017
Story: Als der erfolglose Multi-Mix-Vertreter Ray Kroc 1954 in Kalifornien auf das Fast-Food-Restaurant der Gebrüder McDonalds stößt, wittert er seine Chance: Er will das revolutionäre Konzept als Franchise über ganz Amerika ausbreiten, beißt sich an den Brüdern aber die Zähne aus – bis er sie rücksichtslos ausbootet.
Von David McAllan

Was ist eigentlich der Amerikanische Traum? „The Founder“ gibt Antworten, die die Mär vom Tellerwäscher zum Millionär konstruieren und zugleich dekonstruieren: Der Texaner John Lee Hancock („Saving Mr. Banks“, „Blind Side“) zeigt nach einer Vorlage von „Turbo“-Autor Robert Siegel die positiven wie die negativen Seiten des Erfolgs als Geschichte einer Ideologie, bei der die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt.

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20th Century Women

As Time Goes By: großartiges Generationen-Porträt dreier Frauen (und zweier Männer), traurig, erheiternd, aufgeschlossen und bewegend

20th Century Women Cover

Mike Mills, USA 2016
Kinostart: 18.05.2017
Story: Santa Barbara, 1979. Die 55-jährige Dorothea zieht ihren 15-jährigen Sohn Jamie groß. Ihr Haus steht offen für Fotografin Abbie, die sich von einer Krebserkrankung erholt, Hippie-Faktotum William sowie Jamies promiskuitive Kindheitsfreundin Julie, die eine rein platonische Beziehung zu ihm unterhält.
Von Thorsten Krüger

Liebe. Sexualität. Freiheit (in Form von Liberalität). Das sind die hellsten Schlaglichter im umfassenden Themenspektrum eines biografischen Lebensporträts, das großartig erzählt ist: „20th Century Women“, der dritte, wieder selbst verfasste Spielfilm von Mike Mills („Thumbsucker“, „Beginners“), ist ein feines Meisterwerk neben ausgetretenen Pfaden, mit toller Leistung nicht nur von Annette Bening („American Beauty“).

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Lion

Ein junger Mann sucht seine Familie, die er vor 20 Jahren verlor: aufwühlendes, herzerschütterndes Drama mit Star-Unterstützung

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aka Lion: Der lange Weg nach Hause, Garth Davis, AUS/USA/GB 2016
Kinostart: 23.03.2017
Story: Durch einen unglücklichen Zufall gerät der 5-jährige Inder Saroo in einem Geisterzug, der ihn ins entfernte Kalkutta bringt. Dort landet er erst auf der Straße, dann in einem Waisenhaus, wo ihn ein australisches Pärchen nach Hobart adoptiert. 20 Jahre später forscht er wieder nach seiner verlorenen Mutter.
Von Thorsten Krüger

Basierend auf dem autobiografischen Roman „A Long Way Home“ von Saroo Brierley nimmt sich der australische Serien-Regisseur Garth Davis („Top of the Lake“) einer herzergreifende Geschichte von einem verlorenen Jungen an, der nach über 25 Jahren (Google Earth sei Dank) seine Familie wiederfindet. Ein unbedingt aufwühlendes Erlebnis, das von Rührseligkeiten absieht und dadurch als emotionaler Thriller einschlägt.

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Hidden Figures

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aka Hidden Figures: Unerkannte Heldinnen, Theodore Melfi, USA 2016
Kinostart: 02.02.2017

„Hidden Figures“, unsichtbare Personen, gibt es in der Geschichte zuhauf. Wie es drei Afroamerikanerinnen 1961 im amerikanischen Virginia erging, die als menschliche Computer der NASA ermöglichten, erstmals einen Menschen sicher ins All und zurück zu bringen, erzählt Theodore Melfi („St. Vincent“) schwungvoll und zu Herzen gehend. Eine ähnliche Prämisse – vergessene Helden helfen den USA bei der Mondlandung – verwandelte schon „The Dish“ in eine vortreffliche Komödie.

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Jackie

Jackie Cover

aka Jackie: Die First Lady, Pablo Larraín, RCH/F/USA 2016
Kinostart: 26.01.2017

Für sein englischsprachiges Debüt hat sich der Chilene Pablo Larraín (oscarnominiert für „No“) nach „Neruda“ wieder ein Biopic herausgesucht; an einem umfangreichen Porträt der ehemaligen First Lady und früheren Journalistin Jacqueline Kennedy zeigt er sich gleichwohl weniger interessiert als an einer Nahaufnahme, einem vielschichtigen Psychogramm, das auf eine Verklärung verzichtet. Vielmehr entwirft Noah Oppenheims in Venedig prämiertes Drehbuch einen zwiespältigen Charakter, den „Königin Amidala“ Natalie Portman mit oscarwürdiger Brillanz spielt.

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Boston

Die Chronik des Anschlags auf den Boston-Marathon als Suspense-Nägelbeißer mit herzerwärmender Das-macht-uns-stark-Botschaft

Patriots Day Cover

Patriots Day, Peter Berg, US 2016
Kinostart: 02.02.2017
Story: Polizei-Sergeant Saunders hat am 15. April 2013 Dienst, als an der Ziellinie des Boston Marathon am Patriots Day zwei Bomben explodieren. FBI-Agent DesLauriers erkennt auf Terrorismus und fahndet nach zwei Attentätern, die sich Tage später auf der Flucht in Watertown eine Schießerei liefern.
Von Thorsten Krüger

Inzwischen ist die augenfällige Anhäufung amerikanischer Heldenstorys in dieser Saison mehr als bloßer Zufall. Peter Berg, der nach „Deepwater Horizon“ ein weiteres Mal Mark Wahlberg ins Gefecht eines Thrillers mit Message schickt, stemmt den Löwenanteil an einer Selbstvergewisserung, in der sich noch mehr als in den sonst ganz verschiedenen „Sully“ und „Hacksaw Ridge“ die Nation versammelt und enger zusammenrückt.

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Hell or High Water

No Country for Old Men: melancholisch-sozialkritischer Abgesang auf den American Dream mit Herz für die kleinen Leute

Hell or High Water Cover

David Mackenzie, USA 2016
Kinostart: 12.01.2017
Story: Der geschiedene Vater Toby und sein Bruder, Ex-Sträfling Tanner, rauben im verarmten Westtexas mehrere Filialen einer Bank aus, um die von einer Hypothek bedrohte Familienfarm zu retten. Der vor der Pensionierung stehende Texas Ranger Hamilton und sein Partner Parker nehmen die Ermittlungen auf.
Von Max Renn

Der Brite David Mackenzie, seit „Hallam Foe“ immer noch ein Geheimtipp, gestaltet ein bewegendes Verbrecherdrama im uramerikanischen Neo-Western-Gewand mit enormen Human Touch, basierend auf einem weiteren großartigen Script von „Sicario“-Autor Taylor Sheridan. „Hell or High Water“ umfasst tiefer gehende Charakterstudie, Bankraub-Thriller, Road Movie, modernen Western und Tex-Mex-Noir mit Wirkungstreffern.

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Sully

Ein Held zum Anfassen: Clint Eastwood rekapituliert das „Wunder vom Hudson“ mit einem bescheidenen, aufrechten Captain

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Clint Eastwood, USA 2016
Kinostart: 01.12.2016
Story: Als am 15. Januar 2009 ein vollbesetzter Airbus in New York startet, zerfetzt eine Minute später Vogelschlag beide Triebwerke und Pilot Chesley Sullenberger entscheidet sich für eine Notwasserung um eiskalten Hudson River. Alle 155 Passagiere überleben, doch eine Kommission hält ihn für schuldig.
Von Gnaghi

Amerika braucht Helden und versichert sich in zyklischen Abständen gerne seiner eigenen unerschütterlichen Tauglichkeit. „Sully“, „Deepwater Horizon“ und demnächst „Hacksaw Ridge“ ergeben eine Zufalls-Häufung, in denen bescheidene Alltags-Heroen besungen werden, Underdogs zum Anfassen, die abgehobenen Eliten eines verdorbenen Systems trotzen – passend zur aktuellen politischen Situation der Unsicherheit in den USA.

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Les cowboys

Das Euro-Arthaus-Update des John-Wayne-Klassikers „Der schwarze Falke“ ist ein leises Identitätsmelodram um kulturelle Grenzen

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Thomas Bidegain, F 2015
ohne deutschen Start
Story: 1994. Kelly, die 16-jährige Tochter der Ballands, verschwindet auf einem französischen Rodeofest spurlos. Da niemand hilft, sucht Vater Alain sie auf eigene Faust. Die Spur führt zu Kellys heimlichen arabischen Freund, in radikalislamische Viertel Europas, dann nach Pakistan – eine Suche, die Alain ruiniert.
Von David McAllan

Für sein Regiedebüt „Les cowboys“ hat Frankreichs profilierter Drehbuchautor Thomas Bidegain, bekannt für Werke wie „Ein Prophet“ oder „Der Geschmack von Rost und Knochen“, John Fords berühmten Western bzw. Alan Le Mays Vorlage in die heutige Zeit transferiert. Seine viele Jahre umspannende Odyssee legt den Finger auf eine Wunde, wenn aus Indianern radikale Muslime in der Ära vor und nach dem 11. September werden.

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