Schlagwort-Archive: Horror

The Walking Dead (5. Staffel)

Jage oder werde gejagt, lautet das aktuelle Motto der blutsatten Zombie-Serie, die Illusionen zerstört, aber eine neue Zuflucht vorstellt

The Walking Dead (5. Staffel) Cover

The Walking Dead (Season 5), Frank Darabont (Creator), USA 2014-2015
DVD/BD-Start: 16.11.2015
Story: Rick & Co. sind auf der Schlachtbank der Kannibalen von Terminus gelandet. Sie brechen mit Guerilla-Methoden aus, finden sich nach und nach wieder, gastieren bei einem mysteriösen Priester, duellieren mit einer Polizeidiktatorin im Grady Memorial Hospital in Atlanta und stoßen auf die Alexandria Safe Zone.
Von Thorsten Krüger

Auch in den weiteren 16 Episoden der direkt an Staffel 4 anschließenden AMCs „The Walking Dead“ gibt es unter Frank Darabonts hochwertiger Anleitung keine Untoten-Seifenoper, sondern ein Horrordrama, das seine wenigen Überlebenden als eingeschworene Gemeinschaft mit langem Atem durch ein postapokalyptisches Amerika schickt, das verfallende und verwildernde Umland von Atlanta, kampfmüde und beständig auf der Suche nach Asyl.

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Spring

Eine lebensgefährliche Liebe in poetisch-morbidem Euro-Flair: eigenwillig schöne, berückende Indie-Horror-Romanze

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Justin Benson, Aaron Moorhead, USA 2014
DVD/BD-Start: 24.09.2015
Story: Erschüttert vom Krebstod seiner Mutter und nach einer Kneipenschlägerei polizeilich gesucht, fliegt Evan kurzerhand nach Italien, um eine Auszeit zu nehmen. In einem malerischen Küstenstädtchen jobbt er als Bauerngehilfe und verliebt sich in die verführerische Louise, die ein mörderisches Geheimnis birgt.
Von Gnaghi

Man stelle sich „Interview mit einem Vampir“ im Stile von Linklaters „Before Sunrise“ vor; oder wenn Leos Carax „Lady Dracula“ von Jean Rollin adaptiert hätte – dann kommt man der poetischen Indie-Romanze mit dem erotischen Todeshauch von Tourneurs „Katzenmenschen“ schon näher. Justin Benson und Aaron Moorhead, die mit dem beunruhigenden „Resolution“ debütierten, bekennen in „Spring“: Liebe ist die seltsamste Kreatur.

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Clown

Ein Fundstück: Von Eli Roth produzierter Body Horror um einen Mann, der zum kinderfressenden Monster mutiert

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Jon Watts, USA/CDN 2014
DVD/BD-Start: 01.03.2016
Story: Als der Überraschungsclown absagt, zieht der liebende Familienvater und Immobilienmakler Kent ein solches Kostüm aus der Truhe eines leerstehenden Hauses an, um seinem Sohn eine Geburtstagsfreude zu bereiten. Nur um festzustellen, dass er es nicht mehr ausziehen kann und sich in eine Chimäre verwandelt.
Von David McAllan

Kein Scherz: Das Horrordrama um Dummo the Clown ist kein Slasher-Trash mit Killer-Kaspern, sondern eine tragische Transformation, die ihre originelle Ausgangsidee (fast) bis zum bitteren Ende intensiv und emotional sensibel ausführt, ohne Schrecken und Blutzoll abzukürzen. Die nicht kafkaeske, sondern dämonische Verwandlung basiert auf einem Fake-Trailer, den Jon Watts und Christopher D. Ford 2010 ins Netz stellten.

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Camp Evil

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Welp, aka Cub, Jonas Govaerts, B 2014
DVD/BD-Start: 24.04.2015

Folk-Horror-Masken sind derzeit der letzte Genre-Schrei (siehe „Blackwood“). Auch im ehrgeizigen Feriencamp-Slasher des Belgiers Jonas Govaerts versprechen sie im Verbund mit Kameraarbeit und 80er-Synthie-Leitthema wesentlich mehr, als der Thriller nach Schlitzermuster mit Horror-Touch halten kann. „Camp Evil“ (danke für diesen dummen „deutschen“ Titel!) hat kaum Gespür für Charaktere, kann sich in seine Kids nicht einfühlen wie Guillermo del Toro mit „The Devil’s Backbone“ oder „Pans Labyrinth“, und auch moralische Verwerfungen sowie die Faszination am Bösen nicht ausloten – wie Govaerts Landsmann Fabrice du Welz („Calvaire“), dem er offensichtlich nachstrebt.

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Blackwood

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Adam Wimpenny, GB 2014
ohne deutschen Start

Die Brit-Goth-Welle rollt weiter (siehe „The Quiet Ones“ und „The Borderlands“) und auch der Londoner TV-Serien-Regisseur Adam Wimpenny nutzt das vertraute rurale Haunted-House-Terrain, spielt aber nur mit dessen Instrumentarium – überaus effektiv -, um den Fortgang einer dramatischen Psychose nachzuzeichnen. Nicht ganz so klassisch wie „Die Frau in Schwarz 2“ oder „The Awakening“ geht „Blackwood“ den Neueinzug ins große Spukhaus auf dem Land an, wo sich Hochschuldozent Ben (Ed Stoppard) von seinem Nervenzusammenbruch erholen will, aber auf ein Geheimnis stößt, das schon andere vor ihm in den Wahnsinn getrieben hat.

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Digging Up the Marrow

Adam Green und Ray Wise in einer annehmbaren Monster-Mock, die mehr Fandom-Fantasy als richtiger Horror ist

Digging Up the Marrow Cover

Adam Green, USA 2014
ohne deutschen Start
Story: Horrorfilmregisseur Adam Green ist seit seiner Kindheit von Monstern fasziniert. Als der exzentrische Fan William Dekker vorgibt, echte Exemplare gefunden zu haben, wird Green neugierig. Mit Kameramann besucht er den pensionierten Polizisten, um einen Beweis für die scheuen Wesen zu finden.
Von Gnaghi

Der erfolgreiche B-Horrorfilmer Adam Green (Splatter-Slasher-Reihe „Hatchet“, Eisthriller „Frozen“) spielt sich selbst in seiner Fake-Doku „Digging Up the Marrow“, wäre aber hinter der Kamera besser aufgehoben. Als Partner agiert Genrestar Ray Wise („Suburban Gothic“), was jede Realitätsnähe ausschließt, dafür unterhaltsam ist. Leider kapriziert sich Green darauf, uns vergeblich von der Wirklichkeit der Kreaturen zu überzeugen.

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Warte bis es dunkel wird

Addison Timlim in einem somnambulen Coming of Age, knallharten True-Crime-Thriller und stilvoller Slasher-Hommage im Retro-Look

Warte bis es dunkel wird Cover

The Town That Dreaded Sundown, Alfonso Gomez-Rejon, USA 2014
Kinostart: 09.04.2015, DVD/BD-Start: 03.09.2015
Story: Das provinzielle Doppelstädtchen Texarkana ist von einer ungeklärten Mordserie geprägt, nach deren Abschluss 1976 der Film „The Town That Dreaded Sundown“ entstand. Bei einer Autokinoaufführung 2013 schlägt der Maskierte erneut zu und tötet Jamis Freund – der Auftakt zu einer neuen Mordserie.
Von Thorsten Krüger

Alfonso Gomez-Rejon, Ausrichter diverser Folgen von „American Horror Story“, wagt mit „Warte, bis es dunkel wird“ keine Neuauflage des im Original identisch betitelten, tumb-trivialen Grindhouse-Slashers von 1976 (dt.: „Der Umleger“), sondern eine Fortsetzung, die mühelos Slasher-Hommage, Serienkiller-Thriller mit starkem Horrorgehalt und ein Coming of Age samt Provinzporträt unter einen passenden Hut bringt.

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A Girl Walks Home Alone at Night

Musikalisch hypnotisches Indie-Nocturno, das in kraftvollem Schwarzweiß eine poetische Romanze zum Tschador-Vampir entfaltet

A Girl Walks Home Alone at Night Cover

Ana Lily Amirpour, USA 2014
Kinostart: 23.04.2015, DVD/BD-Start: 27.08.2015
Story: Bad City, eine Stadt im Iran. Arash hat wegen seines heroinsüchtigen Vaters Geld und Auto an den Drogendealer und Zuhälter Saeed verloren. Als eine Vampirin Saeed tötet, holt sich Arash alles zurück, vertickt die Drogen selbst und verliebt sich in das schöne Mädchen, ohne zu ahnen, was sie ist.
Von David McAllan

Der auf Persisch entstandene Spielfilm-Erstling der iranischstämmigen, in London geborenen Amerikanerin Ana Lily Amirpour erweitert ihren gleichnamigen Kurzfilm von 2011 zur irreführenden Selbstbeschreibung „Iranian Vampire Spaghetti Western“. Vielmehr ist „A Girl Walks Home Alone at Night“ eine Version von „Only Lovers Left Alive“ nur im viel raueren Schwarzweiß-Stil von Jarmuschs Frühwerk („Down By Law“).

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Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes

Mehr Licht bitte: Die Rückkehr der schwarzen Geisterlady verwebt perfekte Schaueratmosphäre mit schaler Mystery

Die Frau in Schwarz 2 Cover

The Woman in Black 2: Angel of Death, Tom Harper, GB/CDN 2014
Kinostart: 19.02.2015, DVD/BD-Start: 07.07.2015
Story: Auf der Flucht vor dem Bombenhagel des Blitzkriegs landet die Londoner Grundschulklasse der Lehrerinnen Eve und Jean ausgerechnet im verlassenen Eel Marsh House. Auf der entlegenen Insel meuchelt ein Geist die Kinder. Eve versucht den Waisenjungen Edward mit Hilfe des Piloten Harry zu retten.
Von Gnaghi

„Back in Black“ wäre ein passendes Motto für „Die Frau in Schwarz 2“, den Nachfolger des Überraschungserfolgs mit dem hier abwesenden Daniel „Harry Potter“ Radcliffe. Aus einer kontraststarken, altmodischen Gruselgeschichte mit saftigen Schreckmomenten ist bei Tom Harper („The Scouting Book for Boys“) ein fabelhaftes Fahldunkel geworden, in dem die Ins-Gesicht-Kreisch-Schocks allerdings auf Dauer einschläfern.

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The Pyramid

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aka The Pyramid – Grab des Grauens, Grégory Levasseur, USA 2014
Kinostart: 16.04.2015

Der Franzose Grégory Levasseur, für Horror-Impresario Alexandre Aja (hiervon Produzent) als Stammdrehbuchautor von „High Tension“ bis „Maniac“ tätig, wählt für seine Regie-Geburt „The Pyramid“ ein fremdes Script und ist damit denkbar schlecht versorgt. Eine viertel Stunde lang besteht die Hoffnung, dass aus dem archäologischen Sensationsfunde 250 Meilen südlich von Kairo etwas Interessantes werden könnte. Eine uralte Pyramide von 180 Meter Kantenlänge und aus nur drei Seiten bestehend steckt im Sand vergraben wie die umgedrehte Kirche in „Exorzist: Der Anfang“ und erweckt die Unheilatmosphäre des Pazuzu-Vorspanns vom ersten „Exorzisten“.

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Roseville

Unschlagbar unheimliche bulgarische Horrormystery um eine gespenstische Naturkraft, die fünf Menschen in den Wahnsinn treibt

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Vila Roza, Martin Makariev, BG 2013
ohne deutschen Start
Story: Herbst 1985: Die frisch verheirateten Vasko und Nadya fahren in die abgelegene Berghütte Roseville mitten im dicht bewaldeten Balkangebirge. Nur Gastgeber George, seine Vertraute Dora und der US-Fotograf Stephen sind vor Ort. Und eine alte kahle Eiche, die finstere Halluzinationen auslöst.
Von Thorsten Krüger

Bulgarien dient vielen internationalen Produktionen als beliebtes Billiglohnland („The Expendables 3“ und „Autómata“ entstanden hier letztens), der – angeblich – erste genuine Horrorthriller aus dem südosteuropäischen Staat hingegen erblickte erst vor Kurzem das Licht der Welt: Der sonst mit TV-Serien beschäftigte Martin Makariev bringt mit „Roseville“ keinen Schock-Snack, sondern stimmungsschwer dunkel-rätselhafte Phantastik an.

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The Device

„Akte X“ respektive „Xtro“ als Low-Budget-Psychohorrordrama um das Grauen einer unheimlichen Begegnung der dritten Art

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Jeremy Berg, USA 2014
ohne deutschen Start
Story: 12 Jahre lang hat Abby mit ihrer Schwester Rebecca nicht gesprochen, die einst entführt und vergewaltigt wurde. Als sie die Asche ihrer Mutter in dem Waldhaus verstreuen, finden sie eine schwarze Kugel, die rasch einen ungesunden Einfluss auf Abbys Verlobten Calvin ausübt und Rebeccas Trauma aufreißt.
Von David McAllan

Wer etwas Originelles möchte, wagt sich an den experimentellen „Under the Skin“für den Hausgebrauch geeignet, aber doch in erheblichem Maße ungemütlich und unheimlich hingegen betritt Indie-Filmer Jeremy Berg nach seinem Goth-Horror-Einstand „The Invoking“ erforschtes „Akte X“-Terrain, um dort mit „The Device“ sukzessive die Inklusion von Familiendrama, SciFi und psychologischem Schrecken vorzunehmen.

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Tusk

Tusk Cover

Kevin Smith, USA 2014
DVD/BD-Start: 07.05.2015

Indie-Slacker Kevin Smith („Clerks“, „Jay und Silent Bob schlagen zurück“) hat sein Spaß-Terrain schon im satirischen Sektenschocker „Red State“ verlassen und folgt dem abschüssigen Pfad ins Abartige einige Schritte weiter. Smith hat offenbar Tom Six‘ „The Human Centipede“ gesehen und kreuzt ihn mit Fabrice Du Welz‘ „Calvaire“ zu einer Komödie der grotesken Grausamkeiten, auch wenn er zunächst einen Geeks-turn-Pricks-Jux signalisiert, wo zwei Podcaster-Jackasses sich auf derbe Weise über andere lustig machen. Aber der nächste Gag geht auf ihre Kosten.

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Late Phases

Rentner vs. Werwolf – trotz wilder Kreaturen kein Schocker, sondern vorwiegend ein Ruhestands-Drama mit dem klasse Nick Damici

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Adrián García Bogliano, USA 2014
DVD/BD-Start: 01.06.2015
Story: Kaum hat sein distanzierter Sohn Will den frisch verwitweten, blinden Vietnam-Veteran Ambrose in einer bewachten, properen Rentersiedlung untergebracht, greift ein Werwolf an und tötet Hund und Nachbarin. Die Polizei schenkt dieser Version keinen Glauben. So lässt sich Ambrose Silberkugeln gießen.
Von David McAllan

Der spanische Genrefilmer Adrián García Bogliano, bekannt geworden durch den bei uns kürzlich veröffentlichten „Here Comes the Devil“, trotzt wieder erprobten Versatzstücken ein Stück Individualität ab. Wofür er sich auch bei dem stets zuverlässigen Nick Damici bedanken kann, der sowohl als Schauspieler wie auch als Drehbuchautor für Jim Mickle bei „We Are What We Are“ sowie „Cold in July“ ordentliche Arbeit leistete.

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Jessabelle

Oft überhastete und oberflächliche Southern Gothic, die ihre Horrormystery aus Voodoo, Sümpfen und Rachegeistern aber originell auflöst.

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aka Jessabelle – Die Vorhersehung, Kevin Greutert, USA, 2014, DVD/BD-Start: 26.11.2015
Story: Nach einem Autounfall, bei dem sie Freund und Ungeborenes verlor, kehrt die an den Rollstuhl gefesselte Jessabelle zur Genesung in das Familienanwesen ihres groben Vaters in die Bayous Louisianas zurück. Dort stellt ihr ein Geist nach und ein VHS-Band ihrer verstorbenen Mutter prophezeit ihren Tod.
Von David McAllan

Produzent Jason Blum, der von „Paranormal Activity“ über „Sinister“ und „Insidious“ bis „Oculus“ und „13 Sins“ (sowie soeben „Ouija“) an quasi jedem erfolgreichen Horrorhit der vergangenen Jahre beteiligt war, steht auch hinter dieser hübsch, aber hektisch bereiteten Southern Gothic aus den Sümpfen Südlouisianas, deren Script eine Klasse besser ausfällt als die Regie von Kevin Greutert, der Teil 6 und 7 der „Saw“-Reihe aufführte.

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Ouija

Ouija Cover

aka Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel, Stiles White, USA 2014
Kinostart: 22.01.2015, DVD/BD-Start: 04.06.2015

Die Teenie-Geisterhorrormystery um das namensgebende Hexenbrett ist bei weitem nicht so übel, wie sie klingt, haufenweise Verrisse amerikanischer Kritiker und der Trailer suggerieren. Die von Michael Bay koproduzierte Werbung fürs Hasbro-Spielbrett ist anders als deren Actionfiguren und -games „Transformers“, „G.I. Joe“ und „Battleship“ ein Halloween-Artikel und elementares Gimmick dutzender übernatürlicher Begegnungen, mehrfach sogar eigener Topos wie in Kevin Tenneys „Witchboard“-Reihe.

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The Taking

Kompetent-furchterregender Indie-Horrorthriller um eine Reportage, die erst Altersdemenz, dann okkultes Grauen dokumentiert.

The Taking Cover

aka The Taking of Deborah Logan, Adam Robitel, USA 2014
ohne deutschen Start
Story: Als bei Deborah Logan Alzheimer im Frühstadium diagnostiziert wird, zieht Tochter Sarah ein, um sie in ihrem Haus in Virginia zu pflegen. Das Geld, das ihr das Uni-Filmteam von Mia für eine Doku über die Krankheit gibt, benötigt sie dringend. Doch Deborah entwickelt eigenartige, bedrohliche Symptome.
Von David McAllan

Von Dämonen werden am liebsten junge Mädchen (wie gerade erst in „Grace“) oder jene besessen, die an ihrer Existenz ostentativ zweifeln („The Possession of Michael King“). Nicht nur darin unterscheidet sich das seinen Found-Footage-Material-Mix atmosphärisch und in ruhiger Bildqualität einsetzende Debüt von Adam Robitel (Darsteller bei „2001 Maniacs“) als ein dokumentarischer Thriller mit Okkult-Wende.

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Grace – Besessen

„Carrie“ und „Der Exorzist“ verbünden sich zu einem technisch perfekten übernatürlichen POV-Psychohorror mit Alexia Fast.

Grace – Besessen Cover

Grace, aka Grace: The Possession, Jeff Chan, USA/CDN 2014
DVD/BD-Start: 27.11.2014
Story: Ihre Mutter Mary verstarb beim Notkaiserschnitt, ihr Vater ist unbekannt – so wächst Waisenkind Grace bei Großmutter Helen auf, die ihr Bibeltreue einprügelt und sie aus dem College nimmt, als die unbedarfte 18-Jährige mit Teufelsvisionen auf einer Party kollabiert. Gegen die sind auch Priester machtlos.
Von Thorsten Krüger

Elijah Wood machte es als „Maniac“ vor, Teilzeit-Scream-Queen Alexia Fast („The Captive“, „Fido“) zieht nach und Debütant Jeff Chan hat mit seinen Videogame-Clips zu „Call of Duty“ das technische und handwerkliche Rüstzeug, um nach 10 Minuten Laufzeit mit der Kamera in die subjektive Perspektive einer verhuschten Hysterikerin und Schwester „Carries“ zu wechseln, was bekannten Motiven eine originelle Note gibt.

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Die Präsenz

Liv Lisa Fries verbringt zehn Tage auf einer Spuk-Burg im teutonischen Found-Footage-Horror nach bekannten Mustern.

Die Präsenz Cover

Daniele Grieco, D 2014
Kinostart: 31.10.2014, DVD/BD-Start: 30.10.2015
Story: Markus nimmt seine Freundin Rebecca mit auf einen Überraschungsausflug. Mit seinem Kumpel Lukas verbringen sie eine Woche unbefugt auf der leerstehenden Burg Hohnau, dem angeblich verfluchten Schauplatz eines Familienmordes. Anthropologie-Student Markus erhofft sich Einsichten zu Übernatürlichem.
Von Jochen Plinganz

Das Originellste an Daniele Griecos zweitem Regie-Gig ist die Herkunft des Indie-Horrors sowie eine clevere Online-Kampagne, die dafür selbstbewusst nicht als ein, sondern der deutsche Horrorfilm wirbt. Was angesichts zwar nur vereinzelter Exemplare der letzten Jahre wie Marvin Krens „Rammbock“ und „Blutgletscher“, dazu „Der letzte Angestellte“ oder „Urban Explorer“ nicht stimmt. Ganz zu Schweigen von Österreich.

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Djinn

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aka Djinn – Des Teufels Brut, Tobe Hooper, UAE 2013
DVD/BD-Start: 20.07.2015

Wer sich über den vor einigen Tagen auf Video gestarteten „Jinn“ aufregt, hat Tobe Hoopers inhaltlich ähnlichen und mit „Djinn“ fast identisch betitelten Geistergrusler über den antiken arabischen Dämon noch nicht gesehen. Der kürzlich erfolgte Jubiläumskinostart von „Texas Chainsaw Massacre“ ruft in Erinnerung, dass Hooper bereits seit 40 Jahren im Regiegeschäft tätig ist; angesichts dieser uninspirierten TV-Schauermär schwer vorstellbar, wie die Variety bestürzt anmerkt. Aber bei dem Script von David Tully („Hepzibah“) sind Hopfen und Malz von vornherein verloren.

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Horns

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Alexandre Aja, USA/CDN 2013
Kinostart: 06.08.2015, DVD/BD-Start: 17.12.2015

„Harry Potter“ Daniel Radcliffe wachsen über Nacht Hörner und er spricht wieder mit Schlangen. Womit er zum Teufelskerlchen, aber leider nicht zum heißen „Hellboy“ mutiert, sondern die Trauertrompete bläst und in seiner Kleinstadt als Paria von allen verteufelt wird. Auch wenn er sich in „Die Frau in Schwarz“ besser zu präsentieren wusste: Radcliffes Iggy ist so ziemlich der einzige Charakter, der einem nicht egal ist in Horror-Impresario Alexandre Ajas („High Tension“) amerikanisch-kanadischer Adaption des Dark-Fantasy-Romans „Teufelszeug“ von Joe Hill (der Sohn von Stephen King). Ig, der neben der Leiche seiner Freundin Merrin (der sonst so bezaubernden Juno Temple, zuletzt als Feenstimme in „Maleficent“ tätig, fehlt der Pfiff) aufwacht, hat eine Murder Mystery zu lösen und die ganze Stadt gegen sich.

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The Green Inferno

The Green Inferno Cover

Eli Roth, USA/RCH 2013
DVD/BD-Start: 03.03.2016

Technisch-handwerklich auf professionellem, kaltem Hollywood-Niveau vollzieht Horrorkurator Eli Roth eine Verneigung vor den berüchtigten Italo-Kannibalen, vornehmlich Sergio Martinos „Die weiße Göttin der Kannibalen“ (1978), „Lebendig gefressen“ (1980) und „Die Rache der Kannibalen“ (1981), beide von Umberto Lenzi, sowie „Nackt und zerfleischt“ (1980) von Ruggero Deodato, dem er sein Machwerk gleich noch widmet. Im farbsatten Amazonas-Dschungel fehlt mitten zwischen Seifenoper, Survival-Adventure und Drama mehr als nur der anarchisch-billige Charme des echten tabuverletzenden Trashs seiner Idole.

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Annabelle

Das Spin-Off von „The Conjuring“ hat auf seinem Weg zu „Rosemary’s Baby“ wenig Plot, aber sorgfältig-starken Schrecken.

Annabelle Cover

John R. Leonetti, USA 2014
Kinostart: 09.10.2014, DVD/BD-Start: 19.02.2015
Story: 1969. Die rechtschaffenen Kirchgänger John und Mia erwarten ihr erstes Kind. Als der Medizinstudent seiner schwangeren Frau die Puppe Annabelle schenkt, attackiert ein Satanskult beide mit Messern. Nach ihrem Umzug von Santa Monica nach Pasadena geht das Grauen weiter – es steckt in Annabelle.
Von Gnaghi

Wer in „Dracula Untold“ zurecht den Horror vermisste, findet ihn im Solo-Auftritt der hässlichen Riesenpuppe, die sich niemand freiwillig in sein Zimmer stellen würde. Bevor 2015 der Nachfolger des sensationellen Vintage-Horrorhits „The Conjuring“ erscheint, schenkt dessen Team der Schwester von Chucky („Child’s Play“) ein Spin-Off. James Wan rochiert zum Produzenten, sein Kameramann John R. Leonetti zum Spielleiter.

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Dracula Untold

Dracula als liebender Familienvater, der Monster erschafft, um Türkenhorden aufzuhalten. Tragische Mittelalter-Horror-Fantasy zum Schmunzeln.

Dracula Untold Cover

Gary Shore, USA 2014
Kinostart: 02.10.2014, DVD/BD-Start: 12.02.2015
Story: Einst wurde Vlad als Kindersoldat von den Türken misshandelt, 1462 fordern diese von dem tributpflichtigen Fürsten 1000 Knaben plus seinen Sohn. Um deren brutales Riesenheer aufzuhalten, schließt Vlad einen Pakt mit einem Höhlendämon, um Superkräfte zu erhalten. Diese haben grauenvolle Nebenwirkungen.
Von Jochen Plinganz

Das Zeitalter der Comic-Superhelden zieht auch am Dracula-Mythos nicht spurlos vorüber. Bram Stokers legendäre Figur wird unter der Produktionsfirma, die „The Dark Knight“ schuf, zur gravitätischen Graphic Novel, zum Prequel – quasi Dracula Begins. Das mittelalterliche Fantasy-Actiondrama mit B-Besetzung hat Werbeclipper/Debütant Gary Shore kontur- und handschriftslos routiniert-uneigenständig ausbedungen.

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Among the Living

Ohne klare Linie: 80ies-Horror-Hommage, Splatter-Alptraum und Jugendabenteuer um Monster, Familien und Familienmonster.

Among the Living Cover

Aux yeux des vivants, Alexandre Bustillo, Julien Maury, F 2014
DVD/BD-Start: 05.03.2015
Story: Am letzten Schultag vor den Sommerferien entwischen Victor, Tom und Dan ihrem Schularrest und stromern zu den verfallenen Bauten eines verlassenen Filmstudios. Wo sie eine gefesselte Frau finden und ihren Entführer, der sie verfolgt und ihnen in der folgenden Nacht zu Hause heimtückisch auflauert.
Von Thorsten Krüger

Stand beim transgressiven Gore-Schocker „Inside“ der herausgeschnittene Fötus am Ende, steht er hier am Anfang. Wer jetzt zu lesen aufhört, dem werde ich keinen Vorwurf machen. Aber nach diesem intensiven Hardcore-Opening – wieder Béatrice Dalle, doch nur in einem Cameo – versumpft das dritte Feature der Franzosen Alexandre Bustillo und Julien Maury und ist so unentschlossen und inkonsistent wie ihr Zweitling „Livid“.

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