Schlagwort-Archive: Idris Elba

Der dunkle Turm

Der dunkle Turm Cover

The Dark Tower, Nikolaj Arcel, USA 2017
Kinostart: 10.08.2017

Okay, der Prolog von „Der dunkle Turm“ ist verwirrend, die schlecht zusammenpassenden Plotelemente idiotisch und die ausgelutschte Dramaturgie ein echter Krampf. Aber deshalb die Adaption von Stephen Kings achtbändiger Fantasy-Reihe (der Titel ist dem siebten Teil entnommen) gleich schlecht finden? Also bitte! Die Story vom alptraumgeplagten Teenie-Außenseiter Jake, dessen Visionen vom dunklen Turm, dem finsteren Magier Man in Black (ja, der heißt wirklich so) und dem Verteidiger Gunslinger Roland (der nächst geniale Name) sich als wahr herausstellen, ist purer, sinnfreier Quatsch.

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Bastille Day

Idris Elba auf Terroristenjagd in Paris: Kompetentes Actionthriller-Entertainment, das vorgibt mehr zu sein, als es ist

Bastille Day Cover

James Watkins, F/USA 2016
Kinostart: 23.06.2016
Story: Zoe bekommt kalte Füße, als sie im Büro der Nationalpartei in Paris eine Bombe platzieren soll. Da Taschendieb Michael diese klaut, explodiert sie dennoch. Danach zwingt CIA-Agent Sean den Gauner, mit ihm nach Zoe und den Hintermännern zu suchen, die zum Nationalfeiertag einen Anschlag planen.
Von Thorsten Krüger

Die Realität in Form von muslimischen Terroristen hat diesen überwiegend packenden und lange Zeit brisanten Actionthriller überholt, weshalb die Verschwörung einer Spezialeinheit, Bombenattentate Muslimen unterzuschieben, als zwiespältiger Anachronismus einen unangenehmen Hautgout entwickelt. Aber „Bastille Day“, benannt nach Frankreichs Nationalfeiertag am 14. Juli, fesselt dennoch bestens mit handwerklicher Klasse.

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The Gunman

Euro-Actionthriller, der sein Politthema nur als Exploitationsbasis für einen Army-(Nah)Kampf mit Sean Penn nutzt

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Pierre Morel, E/GB/F 2015
Kinostart: 30.04.2015, DVD/BD-Start: 03.09.2015
Story: Vor acht Jahren assassinierte Söldner Jim in einer Black Op den Bergbauminister des Bürgerkriegslandes DR Kongo, weshalb er seine Geliebte Annie verlassen musste, die in Partner Felix’ Armen landete. Nun eliminiert Jims Ex-Auftraggeber alle Mitwisser von einst: Killer jagen ihn und Annie durch Barcelona.
Von Jochen Plinganz

Pierre Morel, Vollstrecker der grimmig-hyperbrutalen „96 Hours/Taken“-Reihe, kann Action und sonst wenig. Da trifft es sich schlecht, dass die Noir-Vorlage des französischen Krimiautoren Jean-Patrick Manchette („Wespennest“) viel Wert auf komplexe Charaktere, Stimmungslagen und politischen Kontext legt. Die sind in „The Gunman“ ungelenkes Exploitationsmaterial zwischen Actionthriller-Anfällen mit wummernden Waffen.

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Mandela: Der lange Weg zur Freiheit

So ehrfurchtsvolles wie oberflächliches Biopic über den Lebensweg des südafrikanischen Menschenrechtlers und Friedensnobelpreisträgers.

Mandela: Der lange Weg zur Freiheit Cover

Mandela: Long Walk to Freedom, Justin Chadwick, GB/SA 2013
Kinostart: 30.01.2014, DVD/BD-Start: 13.08.2014
Story: In den 1940ern tritt der junge Rechtsanwalt und Frauenheld Nelson Mandela in Johannesburg für die Rechte der Schwarzen ein. Als das weiße Regime die Apartheid ausruft, schließt er sich dem ANC an und geht als Freiheitskämpfer in den Untergrund. Er wird für 30 Jahre inhaftiert, seine Frau Winnie gefoltert.
Von Jochen Plinganz

Bei der Raffung von 50 Jahren Lebensgeschichte nach Nelson Mandelas Autobiografie hat der Brite Justin Chadwick („Der älteste Schüler der Welt“) den Beititel zu wörtlich genommen: So bleibt man 150 lange und mitunter weilige Minuten mit diesem Film eingesperrt und sehnt sich nach Freiheit. Denn das Pathos-Epos will „großes Kino“ erzeugen und klappert doch nur sklavisch die Vita-Fixpunkte einer Symbolfigur ab.

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