Schlagwort-Archive: Komödie

Barry Seal: Only in America

Eine aberwitzige Karriere als amerikanischer Antiheld legt Tom Cruise in dieser spöttischen Actionkomödie hin

Barry Seal: Only in America Cover

American Made, Doug Liman, USA 2017
Kinostart: 07.07.2017
Story: TWA-Pilot Barry Seal wird 1978 von CIA-Mitarbeiter Schafer angeworben, mit einem kleinen Sportflugzeug über Mittelamerika zu spionieren. Da Schafer ihn finanziell kurz hält und Barry eine Familie zu versorgen hat, schmuggelt er bald auch Drogen und Waffen. Er wird reich – und lebt gefährlich.
Von David McAllan

Die böse komischen Zerrbilder über kuriose US-Selfmade-Millionäre nach wahren Begebenheiten reißen nicht ab. Von „Lord of War“ über „Thank You For Smoking“ bis zu „War Dogs“ und „The Wolf of Wall Street“ reicht die Bandbreite gut gelaunter Satiren, die wie „Barry Seal: Only in America“ spöttisch kapitalistische Karrieren nachzeichnen anhand der aberwitzigen Biografie ihrer Antihelden. Bis in höchste Politikkreise.

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Grießnockerlaffäre

Passt scho: Die vierte Provinzkrimikomödie um Rita Falks wurschtigen Ermittler ist ein Prosit der Gemütlichkeit

Grießnockerlaffäre Cover

Ed Herzog, D 2017
Kinostart: 03.08.2017
Story: Nach einer durchzechten Nacht setzt ein SEK-Kommando den Eberhofer Franz fest – er soll einen verhassten Vorgesetzten ermordet haben. Durch ein falsches Alibi seines Kiffer-Vaters auf freiem Fuß, beginnt er mit Lakai Rudi heimlich zu ermitteln, während die Oma eine lang verschollene Jugendliebe aufnimmt.
Von Jochen Plinganz

Auch jenseits des Weißwurschtäquators goutierbar sind die niederbayerischen Eberhofer-Fälle, weniger aufgrund der diesmal stark von Hitchcocks „Der Fremde im Zug“ inspirierten Kriminalelemente (jeder „Tatort“ bietet mehr Spannung), als dem Mix aus skurriler Heimat- und Typenschau, Sittenkomödie und Provinzposse mit Sebastian Bezzel als gemütlichem Grantler. „Grießnockerlaffäre“ ist glatt der liebenswerteste Schalk der Reihe.

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Dangal

Frauen-Ringen in Indien? Basierend auf dem Leben von Geeta und Babita Phogat ist das ganz, ganz große (Sport-)Oper!

Dangal Cover

Nitesh Tiwari, IND 2016
ohne deutschen Start
Story: Ex-Profi-Ringer Mahavir Singh Phogat beginnt früh seine beiden Töchter Babita und Geeta in der olympischen Disziplin zu trainieren. Gegen viele Widerstände und Vorurteile bildet er sie unerbittlich aus, bis sie in die Nationalauswahl gelangen und Geeta 2010 bei den Commonwealth Games Gold gewinnt.
Von Caroline Lin

„Dangal“ (zu Deutsch: Zirkus) ist der indische „Rocky“ mit zwei Mädchen. Die Disney-Produktion unter maßgeblicher Mitwirkung von einem der drei das Bollywood-Kino dominierenden Khans, Aamir Khan, bietet herzerwärmendes Family-Entertainment, das unter Verzicht auf die berüchtigten Untugenden Gesang, Kitsch und Tanz ein Sport-Biopic (weitgehend) nach wahren Ereignissen erzählt. Und das unbedingt mitreißend.

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Table 19

Table 19 Cover

aka Table 19 – Liebe ist fehl am Platz, Jeffrey Blitz, FIN/USA 2017
Kinostart: 17.08.2017

„Table 19“, das ist der Tisch der Schande. Dort sitzen die ungebetenen, ins Abseits abgeschobenen Idioten, die sich auf einer Hochzeit nur lächerlich machen. Für die nicht gesellschaftsfähigen Misfits entwickelt der auf Comedy(-Serien) abonnierte Jeffrey Bitz („Rocket Science“) nach einem Script der Brüder Jay und Mark Duplass („Jeff, der noch zu Hause lebt“) viel Mitgefühl: Ein Herz für Loser. Nachdem dieser sympathische Outsider-Club (u.a. Lisa Kudrow aus „Reine Nervensache“) seine Fehler und Wunden offenbart hat, brechen sie aus, rauchen Gras und erobern sich selbst und die Liebe wieder.

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Der wunderbare Garten der Bella Brown

Der wunderbare Garten der Bella Brown Cover

This Beautiful Fantastic, Simon Aboud, GB/USA 2016
Kinostart: 15.06.2017

Die Sparversion von „Die fabelhafte Welt der Amelie“ des Briten Simon Aboud („Comes a Bright Day“) wanzt sich durch die deutsche Titelschmiede mit „Der wunderbare Garten der Bella Brown“ noch enger an Jean-Pierre Jeunets versponnene Fabel von 2001 heran. Zwischen Komödie, Seelentherapie und Liebesdrama findet ein Quartett skurriler Verquerer ihren Weg zum Glück. Ein Nachbarschaftsstreit wird zur Nachbarschaftshilfe, wenn der zwangsgestörte Bücherwurm Bella (Jessica Brown Findlay, „Winter’s Tale“) einen Monat Zeit erhält, ihren verwilderten Garten neu instand zu setzen.

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A Date for Mad Mary

A Date for Mad Mary Cover

Darren Thornton, IRL 2016
Kinostart: 14.12.2017

Der irische Festivalhit „A Date For Mad Mary“ ist ein liebenswertes, lustiges und wunderbar berührendes Date Movie für Leute, die wenig von Date Movies halten. Debütant Darren Thornton, der mit seinem Bruder Colin den Theatermonolog „10 Dates With Mad Mary“ von Yasmine Akram („Sherlock“) adaptiert, taucht regelrecht unter den Hochzeitsplanern-Stereotypen hindurch und punktet mit Charme, Charakter und Chuzpe.

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Wir gehören nicht hierher

Anton Yelchin in der wunderbar rätselhaft-tragikomischen Wiedervereinigung einer vom Unheil heimgesuchten Familie

Wir gehoeren nicht hierher Cover

We Don’t Belong Here, Peer Pedersen, USA 2017
DVD/BD-Start: 20.04.2017
Story: Die verwitwete Nancy sieht ihre Familie auseinanderfallen, weil nicht nur Tochter Lily bipolar gestört ist und Elisa sexuell missbraucht wurde. Nun ist auch noch Sohn Max fort, der einem Selbstmordversuch in der Psychiatrie auskuriert. Er, Elisa und Madeline planen ihre Rückkehr.
Von Gnaghi

Peer Pedersens selbst geschriebener Erstling „Wir gehören nicht hierher“ ist auf wundersame Weise bipolar gestört und definiert eine „neon electric depression“ in der Vorstadtidylle eines „American Beauty“, ein sehr spezielles „Fun“-Movie der nahegehenden Art. Einige Reviews bedauerten die mangelnde narrative Kohärenz und Überfrachtung mit Themen, denen nicht gerecht würde (was auf den sexuellen Missbrauch definitiv zutrifft).

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20th Century Women

As Time Goes By: großartiges Generationen-Porträt dreier Frauen (und zweier Männer), traurig, erheiternd, aufgeschlossen und bewegend

20th Century Women Cover

Mike Mills, USA 2016
Kinostart: 18.05.2017
Story: Santa Barbara, 1979. Die 55-jährige Dorothea zieht ihren 15-jährigen Sohn Jamie groß. Ihr Haus steht offen für Fotografin Abbie, die sich von einer Krebserkrankung erholt, Hippie-Faktotum William sowie Jamies promiskuitive Kindheitsfreundin Julie, die eine rein platonische Beziehung zu ihm unterhält.
Von Thorsten Krüger

Liebe. Sexualität. Freiheit (in Form von Liberalität). Das sind die hellsten Schlaglichter im umfassenden Themenspektrum eines biografischen Lebensporträts, das großartig erzählt ist: „20th Century Women“, der dritte, wieder selbst verfasste Spielfilm von Mike Mills („Thumbsucker“, „Beginners“), ist ein feines Meisterwerk neben ausgetretenen Pfaden, mit toller Leistung nicht nur von Annette Bening („American Beauty“).

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Störche

Der cartooneske Einsatz für Kinder statt Karriere verwechselt Hektik mit Rasanz, versöhnt aber mit herzerwärmendem Feel Good

Stoerche Cover

Storks, Nicholas Stoller, Doug Sweetland, USA 2016
Kinostart: 27.10.2016
Story: Früher lieferten Störche Babys aus. Inzwischen sind sie ein hocheffizienter Paketdienst. Bis ihre Fabrik versehentlich ein Neugeborenes produziert. So versuchen Karrierist Junior und Chaotin Tulip das Kind an die Familie Gardner zuzustellen, bevor ihr Boss und intrigante Kollegen Wind davon bekommen.
Von Sir Real

Pixars (deutlich lustigerer) 6-minüter „Teilweise wolkig“ stand wohl Pate für diese „Angry Birds“ von Warner Animation, die derzeit ihr „Lego Movie“ kommerziell ausschlachten und mit dem Vorfilm „The Master: A Lego Ninjago Short“ Laune machen, bei dem ein Huhn Jackie Chan mächtig in die Parade fährt. Das Restprogramm bestreiten „Bad Neighbors“-Regisseur Nicholas Stoller und Pixar-Animator Doug Sweetland („Presto“).

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Trolls

Trolls Cover

Mike Mitchell, Walt Dohrn, USA 2016
Kinostart: 20.10.2016

Heute schon einen Clown gefrühstückt? Vorbei sind die Zeiten, als die „Shrek“-Schmiede DreamWorks Animation noch zu satirischer Subversion imstande war; mit dem affirmativen, Disney-konformen, quietschbunten Musical „Trolls“ visiert das Regie-Duo Mike Mitchell („Für immer Shrek“) und Walt Dohrn (Autor von „Shrek 2“) ein ziemlich junges Publikum an. Ihr Rezept: Jeden Widerstand gnadenlos niederknuddeln. Das packt nicht jeder. Und so schwankt diese grell rotierende Glücksgefühl-Erzeugungsmaschine zwischen unwiderstehlich und unausstehlich.

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Swiss Army Man

Furzwitze auf der Insel: Der Sundance-Gewinner mit Daniel Radcliffe und Paul Dano verschleppt seine tragikomische Ode an einen Freak

Swiss Army Man Cover

Dan Kwan, Daniel Scheinert (aka Daniels), USA 2016
Kinostart: 13.10.2016
Story: Gerade, als sich der lange auf einer einsamen Insel gestrandete Hank erhängen will, spült die Flut die Leiche von Manny an. Der leidet an chronischen Flatulenzen, wodurch er Hank errettet. Beide erleben eine Odyssee, bei der Hank dem wissbegierigen Manny die Grundzüge des Lebens erklären muss.
Von Max Renn

Der Loser und die Leiche: Der Spielfilmerstling der für ihre absurden Kurzfilme („Interesting Ball“) bekannten Werbefilmer Dan Kwan und Daniel Scheinert, stets als „Daniels“ in den Credits verzeichnet, ist nicht minder absurd und grotesk, ein Zwei-Personen-Stück am Strand und im Wald. In der Robinsonade, die herzlich wenig mit „Cast Away“ gemein hat, spielt Daniel Radcliffe den „Swiss Army Man“ als wiederholten Lebensretter.

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Pets

Hübscher Animationsspaß, der im Autopilot-Modus eine gagreiche Verfolgungsjagd sprechender Haustiere durch Manhattan veranstaltet

Pets Cover

The Secret Life of Pets, Yarrow Cheney, Chris Renaud, J/USA 2016
Kinostart: 28.07.2016
Story: Als Frauchen Katie ihrem treuen Hund Max den riesigen Neufundländer Duke vor die Nase setzt, entbrennt ein Rivalitätsstreit, in dessen Verlauf beide verloren gehen und vor Hundefängern flüchten. Max‘ Verehrerin Gidget führt einen Suchtrupp an, Killerkaninchen Snowball und seine Gang einen zweiten.
Von Caroline Lin

Das Animationsstudio Illumination Entertainment erinnert an seinen Hit „Minions“ gleich im Vorfilm, wo die gelben Chaoten einen Vorgarten zerlegen. So witzig und schwungvoll nimmt sich auch der Auftakt zu „Pets“ aus, bei dem der Regisseur der beiden „Ich – einfach unverbesserlich“-Teile, Chris Renaud, sowie sein Produktionsdesigner Yarrow Cheney sich die Spielleitung teilen. Dann schaltet der 3D-Spaß auf Autopilot.

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Findet Dorie

Finding Dory Cover

Finding Dory, Andrew Stanton, Angus MacLane, USA 2016
Kinostart: 29.09.2016
Heimkinostart: 16.02.2017

Die späte Fortsetzung des Pixar-Hits „Findet Nemo“ von 2003 reduziert den Clownfisch und Vater Marlin zu Begleitern des einstigen Sidekicks Dorie. Original-Regisseur Andrew Stanton, der danach den großartigen „Wall-E“ schuf, schenkt in erneuter Kooperation mit dem erfahrenen Pixar-Animateur Angus MacLane („Toy Story 3“) dem blauen Doktorfisch mit Kurzzeitgedächtnisverlust ein für Erwachsene tränenreiches und für Kinder wohltuend gefahrloses Spaß-Abenteuer. „Findet Dorie“ ist in der Tat unvergesslich.

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Toni Erdmann

Wo der Spaß aufhört: Das groteske, realsatirische, tragikomische Vater-Tochter-Duell ist ein Glücksgriff fürs (deutsche) Kino

Toni Erdmann Cover

Maren Ade, D/A 2016
Kinostart: 14.07.2016
Story: Nachdem sein geliebter Hund das Zeitliche gesegnet hat, reist Winfried spontan nach Bukarest, um seine Tochter zu besuchen. Die Unternehmensberaterin lässt ihn eiskalt abblitzen, woraufhin Winfried mit Überbiss und Perücke als Toni Erdmann aufkreuzt und ihr unentwegt auf den Pelz rückt.
Von Thorsten Krüger

Der beste Film, der nie die Goldene Palme in Cannes gewann: Nach respektablen Titeln wie „Alle anderen“ deutete wenig daraufhin, dass Maren Ades dritter Film so ein Meisterwerk werden könnte. Aber „Toni Erdmann“ ist ein einmaliger Glücksgriff. Grotesk und tragikomisch entspinnt sich ein 162-minütiges Vater-Tochter-Duell zwischen Alt-68er und Arbeitsplatzvernichterin um (Menschen)Würde, Selbstliebe und Kapitalismus.

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Zoomania

Disneys Animations-Fabel demontiert im tierisch menschlichen Buddy-Movie großartig unterhaltsam Vorurteile und Rassismus

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Zootopia, Byron Howard, Rich Moore, Jared Bush, USA 2016
Kinostart: 03.03.2016, DVD/BD-Start: 14.07.2016
Story: Die traumatisierte Häsin Judy beginnt belächelt ihren Polizeidienst in der Metropole Zootopia. Von Kollegen geschnitten, übernimmt die idealistische Nachwuchsermittlerin einen Vermisstenfall und deckt gemeinsam mit dem trickbetrügerischen Fuchs Nick ein Komplott auf, das den sozialen Frieden gefährdet.
Von Caroline Lin

„Nur 48 Stunden“ hat das gegensätzliche Duo Fuchs und Hase Zeit, einen Kriminalfall zu lösen, der sich als Verschwörung erweist. Du bist mehr als dein Vorurteil: Dass solche Konstellationen nicht in Klischees ausarten, sondern ein smartes Spiel damit werden, liegt am Regie-Trio Rich Moore („Ralph reicht’s“) und Byron Howard („Rapunzel – Neu verföhnt“) sowie ihrem Co-Regisseur Jared Bush, der vorher an „Baymax“ mitwirkte.

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Freunde fürs Leben

Berührendes Drama, das mit leisem Humor und großer Wirkung Abschied von Freunden und Leben nimmt

Freunde fürs Leben Cover

Truman, Cesc Gay, E/RA 2015
Kinostart: 25.02.2016
Story: Tomás kommt aus Kanada nach Madrid zu einer Vier-Tages-Visite seines langjährigen Freundes Julián. Der will nämlich die Chemotherapie abbrechen und die letzten Dinge regeln. Nachdem Tomás ihn nicht umstimmen kann, begleitet er ihn dabei, wie er sich von Umfeld, Sohn und geliebtem Hund verabschiedet.
Von Sir Real

„Jeder stirbt, wie er kann“: Südamerikas Schauspielstar Ricardo Darín („Wild Tales“) geht zu Herzen in einem unaufdringlichen, aber hervorragenden und denkwürdigen Drama (mit einem Spritzer Komödie) über selbstbestimmtes Sterben. „Freunde fürs Leben“ ist alles andere als ein Krebs-/Sterbefilm, vielmehr eine Auseinandersetzung mit dem, was zählt: Freunde, Familie, Liebe – und dem Mut, wie man abtreten will.

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The Hateful 8

QTs Winterwestern bietet Suspense und Spielfreude auf engstem Raum, schädigt sich aber mit Selbstgefälligkeit und Splatter-Unfug

The Hateful 8 Cover

The Hateful Eight, Quentin Tarantino, USA 2015
Kinostart: 28.01.2016, DVD/BD-Start: 30.05.2016
Story: Kopfgeldjäger Warren will im winterlichen Wyoming Verbrecherin Daisy schnappen, die sich in der Obhut eines beinharten Konkurrenten befindet. Sie alle müssen vor einem herannahenden Blizzard Zuflucht in einer einsamen Blockhütte suchen. Dort warten bereits fünf weitere Gestalten. Keiner traut dem anderen – zu Recht.
Von Jochen Plinganz

Passend zur achten Regiearbeit betitelt, verbindet „The Hateful 8“ Tarantinos ersten Western „Django Unchained“ (plus Samuel L. Jackson) mit seinem Regie-Erstling „Reservoir Dogs“ (für manche immer noch sein bester Film): Er sperrt Bluthunde in eine Hütte und sieht zu, wie sie sich gegenseitig zerfleischen. Aus dem Debüt sind auch Tim Roth (in der Christoph-Waltz-Rolle) und ein herrlich verschlagener Michael Madsen dabei.

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Scouts vs. Zombies

Verdammt, die Zombies kommen! Und drei sympathische Nerds retten den Tag in einer blutigen Zomcom mit Bad-Taste-Humor

Scouts vs. Zombies Cover

Scouts Guide to the Zombie Apocalypse, Christopher Landon, USA 2015
Kinostart: 12.11.2015, DVD/BD-Start: 24.03.2016
Story: Just als ein beißwütiger Untoter aus dem lokalen Versuchslabor ausbricht und die Zombie-Seuche verbreitet, beziehen die Schüler Ben, Carter und Augie ihr Pfadfindercamp. In der evakuierten Stadt suchen sie mit Stripperin Denise nach Carters Schwester, bevor das Militär ihr Fleckchen flächenbombardiert.
Von Gnaghi

Wahrscheinlich exorziert Christopher Landon, Sohn des religiös missionarischen Michael Landon („Ein Engel auf Erden“), seine Kindheit, indem er Geister toben und Teufel tanzen lässt: Sein Latino-Spin-Off der erfolgsträchtigen „Paranormal Activity“-Reihe amalgamierte neulich schon gekonnt Horror mit Humor; ein paar Schritte weiter geht „Scouts vs. Zombies“, der reichlich Slapstick, Splatter und Slacker-Gross-Out-Gags auffährt.

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Irrational Man

Zwischen Eros-Komödie und Schuld-und-Sühne-Drama: Woody Allens perfekter Mord ist eine nur halb geglückte Philosophie-Lektion

Irrational Man Cover

Woody Allen, USA 2015
Kinostart: 12.11.2015, DVD/BD-Start: 17.03.2016
Story: Alkoholiker und Philosophieprofessor Abe beginnt am Newport-College zu lehren, wo ihm Studentin Jill verfällt. Als er einen moralisch gerechtfertigten, perfekten Mord plant, erwachen seine Lebensgeister, Impotenz und Alkoholismus enden. Aber die Tat bringt unerwartet ein neues Dilemma mit sich.
Von Thorsten Krüger

Für seine Arbeit Nummer 46 hat Stadtneurotiker Woody Allen ausgerechnet das perfekte Verbrechen erkoren, eingebettet ins Milieu einer Eros-Komödie am College, ausgeführt aber wie ein traktatschweres Dostojewski-Drama. Die Spannung seines „Match Point“ vermag „Irrational Man“ nicht zu entfesseln, obwohl er nach Art eines Film Noir respektive der Krimi-Mentalität – aber nicht Stil – eines Alfred Hitchcock vorgeht.

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Ich und Earl und das Mädchen

Witzige Indie-Dramödie um ein Coming of Age mit Krankheitsfall: verspielt skurril, romantikfrei, aber herzzerreißend

Ich und Earl und das Mädchen Cover

Me and Earl and the Dying Girl, Alfonso Gomez-Rejon, USA 2015
Kinostart: 19.11.2015, DVD/BD-Start: 24.03.2016
Story: Der 17-jährige Greg hat es sich mit seinem Kumpel Earl gemütlich eingerichtet und dreht komische Kurzfilme. Auf Drängen seiner Eltern soll er die schwer an Leukämie erkrankte Mitschülerin Rachel besuchen. Beide freunden sich unerwartet an, was Gregs Schulalltag und sein Leben gehörig verändert.
Von David McAllan

Keine „(500) Days of Summer“, sondern etwa 160 Tage einer herbstlich anmutenden „doomed friendship“ – also Freundschaft, nicht Romanze -, sind das Thema eines Indie-Favoriten, der in einem kitschfreien Coming of Age wie ein Inhaltsverwandter von „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (dem besten Teenfilm der letzten Jahre) und im Tonfall wie ein Bruder des schonungslos offenen „The Perks of Being a Wallflower“ auftritt.

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Er ist wieder da

Die (Medien)Satire über die Auferstehung von Deutschlands populärster wie berüchtigster Geschichtsperson verflacht zu oft zur Klamotte

Er ist wieder da Cover

aka Look Who’s Back, David Wnendt, D 2015
Kinostart: 08.10.2015, DVD/BD-Start: 07.04.2016
Story: Mitten in Berlin erwacht Adolf Hitler 70 Jahre nach seinem Selbstmord und stapft verwirrt durch die Straßen. Ein arbeitsloser TV-Reporter bringt ihn als Stand-Up-Comedian groß heraus. Hitler startet eine Karriere bei einem Privatsender und tourt durch das Land. Keiner ahnt, dass der Führer Großes vorhat.
Von Jochen Plinganz

Die groß angekündigte Kinoadaption des gleichnamigen Megasellers von Timur Vermes ist ein politisch korrekter Film, der sich fälschlicherweise für politisch unkorrekt hält. So ernsthaft der hühnenhafte Burgtheater-Schauspieler Oliver Masucci auch den Adolf Hitler mimt, mit seinem dünnen Bärtchen und den kantigen Gesichtszügen sieht er wie ein SS-Mann aus – er ist kein Vergleich zu Bruno Ganz‘ Glanzparade in „Der Untergang“.

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Man lernt nie aus

Das Generationentreffen zwischen Robert De Niro und Anne Hathaway schreibt mit leichtem Humor menschliche Tugenden groß

Man lernt nie aus Cover

The Intern, Nancy Meyers, USA 2015
Kinostart: 24.09.2015, DVD/BD-Start: 28.01.2016
Story: Witwer Ben entschließt sich aus Langeweile zum Senioren-Praktikum im Internet-Modeversand der Jungunternehmerin Jules. Diese verkennt zunächst die Kompetenzen des ehemaligen Geschäftsmanns, der nicht nur Kollegen und Firma rettet, sondern auch Jules‘ Privatleben, und ihr ein guter Freund wird.
Von Caroline Lin

Komödien-Fachfrau Nancy Meyers („Was Frauen wollen“) hat nach eigenem Drehbuch ein entspanntes Werk über Liebe und Arbeit gestaltet. „Man lernt nie aus“ beherrscht die Tugenden alter Hollywood-Komödien, ideal verkörpert von einem selten so benignen und klassisch hochklassigen Robert De Niro, der im hippen Loft einer Modewebseite als Vater, Onkel, Mutter und Mädchen für alles zur guten Seele einer kleinen Firma wird.

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Picknick mit Bären

Picknick mit Bären Cover

A Walk in the Woods, Ken Kwapis, USA 2015
Kinostart: 15.10.2015, DVD/BD-Start: 24.02.2016

Robert Redford („All Is Lost“) und Nick Nolte („Der schmale Grat“) sind die beiden einander entfremdeten Star-Buddys, die als Mittsiebziger auf dem Wanderweg durch die Appalachen zu meist müden Alterswitzchen sich selber finden. Die betulichen Lausbubengeschichten mit Altherren-Schalk basieren auf der gleichnamigen Vorlage (1997) von dem für seine humorvollen Reiseberichte und populärwissenschaftlichen Bücher bekannten Bill Bryson („Eine kurze Geschichte von fast allem“). In „Picknick mit Bären“ peppen die beiden Darsteller-Asse den faden Plot und seine anekdotische Struktur etwas auf.

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The Visit

Found-Footage-Gruselkomödie von M. Night Shyamalan, der mit einem Delirium höherer Potenz belustigt

The Visit Cover

aka Sundowning, M. Night Shyamalan, USA 2015
Kinostart: 24.09.2015, DVD/BD-Start: 04.02.2016
Story: Die Scheidungskinder Becca und ihr jüngere Bruder Tyler verbringen gegen den Willen ihrer Mutter eine Woche auf der entlegenen Farm ihrer Großeltern, die sie erstmals treffen. Auf Kamera halten sie die Begegnung fest und merken rasch, dass nach halb zehn im Haus Unheimliches vor sich geht.
Von Thorsten Krüger

Trash ist keine Geldfrage, sondern eine mentale Einstellung. Und deshalb, sowie nach diversen Flops, will kein Studio mehr das Mythengeraune von Ex-Wunderkind Shyamalan („The 6th Sense“) finanzieren. Wer sonst, außer der Low-Budget-Horrorschmiede Blumhouse, könnte für den gefallenen Regiestar noch etwas Kleingeld übrig haben und „The Visit“ ihren Found-Footage-Stempel aus „Paranormal Activity“ aufdrücken?

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A Royal Night

What a Night: Coming-of-Age-Komödie, die märchenhaft in beschwingter Champagnerlaune Mythenbildung für Royalisten betreibt

A Royal Night Cover

A Royal Night Out, Julian Jarrold, GB 2015
Kinostart: 01.10.2015
Story: London, 8. Mai 1945. Nach sechs Jahren im goldenen Käfig des Buckingham Palace büchsen die Prinzessinnen Elizabeth und Margaret aus, um sich unerkannt unter die ausgelassen Menschen zu mischen. Als die beschwipste Margaret verloren geht, sucht Elizabeth sie mit Bomberpilot Jack im Trubel der Siegesnacht.
Von Jochen Plinganz

Julian Jarrold zieht es nach „Wiedersehen mit Brideshead“ zurück zum stilvollen Period Piece, das am VE-Day, dem Victory in Europe Day, eine Episode aus dem Leben der späteren Queen Elizabeth als romantischen Schwank mit ernsten Untertönen weiterspinnt. Mit der Leichtfüßigkeit einer Verwechslungskomödie folgt er zwei Prinzessinnen auf Freiersfüßen und ihrer beschwingten Odyssee durch eine unvergessliche Nacht.

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