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The Signal

Bleierne Indie-SciFi, die unoriginell durch ein surreales Low-Budget-Drama schleicht.

The Signal Cover

William Eubank, USA 2014
Kinostart: 10.07.2014, DVD/BD-Start: 07.11.2014
Story: Der an den Beinen gelähmte Nic, seine Freundin Haley und Kumpel Jonah sind Studenten am MIT. Sie lokalisieren das Signal des Hackers Nomad auf einer Fahrt durch Nevada. In der Wüstenkate brechen sie zusammen und Nic erwacht in einem Quarantäne-Labor, wo ihn das Team von Dr. Damon festhält.
Von Sir Real

„The Signal“, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen, genialen Störsignal-Apokalypse-Triptychon von 2007, ist William Eubanks Zweitling nach seinem Einstand 2011 mit „Love“ – und wie dieser ein Sundance-gewerbliches Alternative/Mumblecore-Getue. Der Stil ähnelt „I Origins“, der aber mit seiner Wendung emotional packt, während Eubanks lahm vor sich hin treibt und mehr auf Metaphorik denn Realismus setzt.

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Still

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Matti Bauer, D 2013
Kinostart: 19.06.2014, DVD/BD-Start: 21.11.2014

Über fast zehn Jahre dokumentiert der Münchner Regisseur und Völkerkundler Matti Bauer (bekannt für „Lokalderby“ über die Fußballrivalen FC Bayern/1860 München sowie „Domspatzen“ über den Regensburger Knabenchor) im bayerischen Oberland das Leben der Bäuerin Uschi, die lieber um die Welt reist und als Sennerin den Sommer auf der Alm verbringt, als den elterlichen Hof zu übernehmen. Ein Langzeitporträt – auf bayerisch mit deutschen Untertiteln – über die Selbstfindung einer jungen Frau, leider nicht ansatzweise mit jenen emotionalen Effekten, die Richard Linklater in „Boyhood“ zustande bringt.

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Some Velvet Morning

Zwei-Personen-Geschlechterdrama à la August Strindberg – mit Stanley Tucci als kontrovers Hassliebender.

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Some Velvet Morning, Neil LaBute, USA 2013
DVD/BD-Start: 02.10.2014
Story: Fred hat nach 24 Jahren seine Frau verlassen und steht nun vor der Tür von Velvet, mit der er einmal eine Affäre hatte. An ihren freien Tag nistet sich der Überraschungsbesuch bei ihr ein, bedroht und manipuliert sie erst verbal, dann körperlich. Velvet ist zu höflich, um den aggressiven Gast der Tür zu verweisen.
Von Sir Real

Neil LaBute kehrt zu seinen Ursprüngen als Bühnenautor zurück und rückt nahe an sein Indie-Debüt von 1996, als er mit „In the Company of Men“ einen schweren Machtspielbrocken zwischen Frauen und Männern effektuierte. Sein Zynismus und die Misogynie bleiben vordringliche Ausprägungen auch in dieser großen Hommage an sein ihm sehr verwandtes Vorbild, den schwedischen Dramatiker August Strindberg.

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Dark Touch

Übernatürlicher Horror, Missbrauchsfall, Kunstthriller: Das alles verquirlt Marina de Van zum konfus-mysteriösen „Carrie“-Nachtmahr

Dark Touch Cover

Marina de Van, FR/IRL 2013
DVD/BD-Start: 05.08.2016
Story: Nachdem ihre Eltern durch Möbel regelrecht kaputtgeschlagen wurden, kommt die verstörte Niamh beim befreundeten Nachbarehepaar unter. Obwohl alles nach Kindesmissbrauch und der Schuld der 11-Jährigen an den Morden aussieht, leugnen Pflegemutter Lisbeth und Lehrerin Tanya tapfer das Offensichtliche.
Von Sir Real

Ein Missbrauchsopfer dreht den Spieß um: per Telekinese rächt sie sich an Erwachsenen, die sie und andere Kinder prügeln. Das wäre schickes Genregarn um „Kinder des Zorns“, aber Marina de Van, die für Ozon „Unter dem Sand“ schrieb, danach mit dem Cronenbergschen „In My Skin“ debütierte und die Lyncheske Bewusstseinsstörung „Don’t Look Back“ nachlegte, hat Ambitionen für einen Kunstthriller, kann diese aber nicht entfalten.

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