5 Zimmer Küche Sarg

Milde amüsante WG-Buddykomödie im Doku-Stil um vier liebenswert-lächerliche Blutsauger und ihre Alltagssorgen.

5 Zimmer Küche Sarg Cover

What We Do in the Shadows, Jemaine Clement, Taika Waititi, NZ 2014
Kinostart: 30.10.2014, DVD/BD-Start: 03.06.2015
Story: Nachdem man für ihre Sicherheit bürgt, berichtet im neuseeländischen Wellington ein Fernsehteam für einige Wochen aus der Wohngemeinschaft vierer Vampire. Der fast 380-jährige Viago führt bereitwillig durch ihre Routinen, der unbedachte Frischling Nick bringt seinen sterblichen Kumpel Stu mit.
Von Gnaghi

Die neuseeländischen Multitalente Jemaine Clement und Taika Waititi, bekannt für ihre musikalische TV-Comedy-Serie „Flight of the Conchords“, wenden das Prinzip der Mockumentary ihres Landsmanns Peter Jackson aus „Forgotten Silver“ an – statt Filmemacher mit Vampir-WG. Mehr oder minder komisch und melancholisch geht es zu im ohne nennenswerten Spannungsbogen auskommenden Treiben eines Familien-Coming-of-Age.

Was Vincent Lannoo mit „Vampire – Verstecken war gestern!“ über einen Belgischen Vampirclan vor knapp fünf Jahren anbrachte, eine schwarzhumorige Satire im Gewand einer Reality-Soap, wiederholen die 39- und 40-jährigen Kreativköpfe mit ein paar netten Pointen, zwar blutig, aber insgesamt harmlos, zwischen zärtlich-parodistisch und rustikal burlesk, wobei nicht nur die gemütliche Musik vom Balkan stammt.

Allzumenschliches von schrägen Vögeln

Die lose Aneinanderreihung großer und kleiner Sorgen betont das Allzumenschliche und wenig Glorreiche der schrägen Vögel, die mit skurriler historischer Mode vor alt-antiker Ausstattung einen Querschnitt durch die Historie des Vampirfilms von „Nosferatu“ bis „Twilight“ bilden: der 862-jährige Vladislav alias Vlad der Pfähler, der 379-jährige Dandy Viago – Count Fagula – und der 183-jährige Deacon plaudern und streiten.

Ausgerechnet vom klapprigen, 8000-jährigen Petyr, dem einzig wirklich interessanten Mitbewohner, erfährt man nichts und er geht auch noch vorzeitig in Flammen auf. Der entspannte Spoof fokussiert eher auf kleine Späße, wie fünf Jahre unerledigter Abwasch, Kampf mit Moderne und Technik oder unzufriedene Diener, lässt ferner Raum für Zwischentöne in dezentem Ambiente. Da bot Lannoo deutlich schärfere Scherze.

Zwischen zärtlich-parodistisch und rustikal burlesk

Mancher Rauf-Klamauk und Konflikt ist arg kindisch, am Maskenball etwa oder Popkulturzitate von „Sister Act“. Dafür sind Freundschaft (zu einer Werwolf-Sippe) und Familiengefühl einladend. Herzlicher und lustiger fand ich persönlich dennoch die bonbonbunte Pop-Niedlichkeit „Vamps“ mit Alicia Silverstone. Wer dazu musikalisch-kulturell niveauvoll Zauber, Lyrik und Erhabenheit sucht, wählt ohnedies „Only Lovers Left Alive“.

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