Mortal Engines

Mortal Engines Cover

aka Mortal Engines: Krieg der Städte, Christian Rivers, NZ/USA 2018
Kinostart: 13.12.2018

Satte 100 Millionen Moppen ließ Neuseelands Impresario Peter Jackson sich das aufgedonnerte Steampunk-Abenteuer „Mortal Engines“ kosten. Statt der erhofften Alternative zum industriellen Blockbuster-Einerlei von Marvel & Co. bietet die Adaption von Philip Reeves Buchreihe einfach nur einen teures Plagiat abgegriffener Motive. Mit der Epik von Jacksons „Herr der Ringe“-Trilogie kann die mehr der Fantasy denn der Sci-Fi zugehörige Vision sich gegenseitig verschlingender Raubstädte auf Rädern nicht annähernd mithalten.

Die 1000 Jahre nach einer kriegerischen Apokalypse spielende Mär von zwei jungen Helden (Hera Hilmar & Robert Sheehan), die die kriegstreiberischen Pläne eines Despoten („Matrix“-Agent-Smith: Hugo Weaving) durchkreuzen, legt großen Wert auf ansehnliche Schauwerte, die dennoch nicht herausragen können. Daran feilte Jacksons langjähriger Effektspezialist Christian Rivers, der als Regienovize die Story dafür grob zusammen klaute.

Raubstädte auf Rädern

Vornehmlich aus dem „Star Wars“-Fundus, vom Kampf um den Todesstern, der Wolkenstadt und viel zu vielen weiteren Parallelen. Außerdem standen die Steampunk-Animes von Hayao Miyazaki Pate, „Nausicaä“, „Das Schloss im Himmel“ und „Das wandelnde Schloss“. In dem „Mad Max“-Szenario tobt noch ein „Terminator“ herum, der Shrike heißt, was direkt aus Dan Simmons‘ bislang unverfilmten, genialen „Hyperion“-Zyklus stammt. Irgendwann vergeht einem die Lust, die zahllosen dreisten Diebstähle an geistigem Eigentum anderer Hits aufzuzählen. Und der Kotau vor dem wachsenden Absatzland China (coole Actionbraut und weiser Herrscher) nervt einfach nur.

Mit „Mortal Engines“ gehen die Macher ein hohes Risiko ein, zumal die Produktion auf Stars verzichtet. Dafür bietet sie gleich zwei Heldenpärchen, die aber kaum sonderlich interessieren. Funken sprühen keine, der phrasenhafte Plot, der in Rückblenden Emotionen wecken will, ist abgestanden und schmalzig. Das Lächerliche paart sich mit dem Dramatischen, bei weitem nicht auf „Game of Thrones“-Niveau, sondern dem von simpler Popcorn-Unterhaltung, die auch aus der Metapher des Sozialdarwinismus wenig Profit zieht. Ein Millionengrab wie „Valerian“ wäre dem Franchise-Versuch nicht zu wünschen – wundern würde es mich aber nicht.

Thorsten Krüger

imdb ofdb

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