The Suspect

Hochwertige südkoreanische Agentenaction, die sich zum Verschwörungsthriller mit emotionalem Ende auswächst.

The Suspect Cover

aka The Suspect – Traue keinem, Yong-eui-ja, Won Shin-yeon, ROK 2013
DVD/BD-Start: 10.07.2014
Story: Als Kollegen seine Familie massakrieren, flieht der nordkoreanische Agent Ji in den Süden, wo man ihm das Attentat auf den Unternehmer Park, für den er als Fahrer arbeitet, in die Schuhe schiebt. Geheimdienst NIS und die Behörden jagen Ji, der mit Reporterin Choi eine Konspiration auf höchster Ebene aufdeckt.
Von Jochen Plinganz

Koreas ewiges Thema – der, anders als im längst wiedervereinigten Deutschland nie endende kalte Krieg – schwelt auch in der Kinokultur weiter und bringt regelmäßig Boxoffice-Erfolge wie „Shiri“ und „Joint Security Area“ hervor. Jüngste Beispiele sind „The Berlin File“ (richtig, in der deutschen Hauptstadt entstanden) und das Hochglanz-Teenie-Bloodshed-Melo „The Commitment“ (startete im März als „Silent Assassin“).

Won Shin-yeon („The Wig“) nimmt sich in einem finanzstarken Blockbusterauftritt mit viel Korean Cool dem ganzen Programm an, das moderne Spy-Thriller bieten: Hi-Tech-Killer mit Giftspritzen, Schalldämpfern und Nahkampfausbildung, Todesduelle, Autoverfolgungen und Schießereien, Fahndungen, CCTV und verdeckte Einsätze: Kintopp pur, das alle bebildert, was Action enthält. Aber mit Sinn für Ernst und Tragik.

Verbindet politische Dimensionen auf persönlicher, bewegender Ebene

So kommt die gattungskonform komplex und unübersichtlich entworfene, verzwickte Krimimystery mehr als nur den Geheimdiensten und ihren Protagonisten bei. Sie erzählt auch von der Hungerhölle des Nordens, Folter und einer vorgeblich gefährlichen Formel für eine Chemiewaffe. Was direkt in eine Verschwörung gegen den Frieden mündet und seine politischen Dimensionen auf persönlicher, bewegender Ebene verbindet.

Im realistisch-nervösen Handkameralook der „Bourne“-Filme, die eindeutig Pate standen, schießt ein zur Jagd freigegebener Outsider heftig quer, als mächtige Hintermänner ihre skrupellose Ranküne schmieden. Was incl. üblicher Plot-Löcher in ein Friedensende im Kornfeld mündet, wo sich die Hoffnungen des geteilten koreanischen Volkes bündeln. Dieser starke Epilog wäre mir ohne das ganze Genre-Gefuhrwerke freilich lieber gewesen.

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