DVD/BD-Start: 25.09.2014
Bevor nach 13 Jahren Einsatz die Amerikaner aus Afghanistan abziehen, wird es Zeit für eine abschließende Image-Kampagne der Streitkräfte, deren Teil diese Kriegs-Abenteueraction ebenso wie „Lone Survivor“ zu sein scheint. Statt Erlöser-Splatter zu zelebrieren, singt Don Michael Paul (Darsteller in „Die Insel“) das pathosgeschwängerte Lied von Tapferkeit und Opferbereitschaft, natürlich für die gute und gerechte Sache.
Sam Mendez’ kaustische Kritik am Kommiss anhand eines desillusioniert den ereignislosen Frust im Irak erlebenden Infanteristen ist damit vom Tisch. Mit dem Vorgänger von 2005 hat „Jarhead 2“ nur mehr den Titel gemein. Stars wie Jake Gyllenhaal ersetzt das mit dem Motto „Semper Fi“ gerüstete, korrekte Werbefilmchen mit Zweitreihen-Mimen wie Cole Hauser („Olympus Has Fallen“) und Josh Kelly („Transformers 3“).
Die sinnsuchende Ausgangsfrage, wozu die Soldaten kämpfen und sterben, beantwortet die Verfolgungsjagd durch feindliches Territorium im derben Jungs-Jargon sehr eindeutig: Ein Marine, der noch keinen Schuss abgegeben hat, erlebt als Feuertaufe gleich eine Himmelfahrtsmission und muss sich zu Fuß ohne Hilfe von außen (da per Satellit nicht lokalisierbar) mit einer Menschenrechtlerin zum nächsten Stützpunkt durchschlagen.
Die simple Gut-gegen-Böse-Dramaturgie fährt mit Spielbergschen CGI-Hyperrealismus-Gefechten alles auf, was Kleinwaffen-Schusswechsel und gut inszenierte Standards aus Nahkämpfen plus Geiselbefreiung hergeben – weit realistischer als der tumbe „The Expendables 3“. Die Parallelen zu Peter Bergs Heldenverehrung sind deutlich, der nichts hinterfragende Actioner gerät zwar nicht so fulminant, aber auch nicht so heroisch übersteigert.
Die haben nicht im Ernst… Nein…