ohne deutschen Start
Der als Meilenstein in der nicht gerade für ihre Filmkultur bekannten muslimischen Atommacht Pakistan gefeierte Kino-Hit ist eine Verherrlichung von Waffen, Geheimpolizei und Streitkräften („waar“ heißt auf Urdu „losschlagen“): Heroischer Patriotismus mit der Extraportion Pathos sind Ehrensache, wenn das auf modernen Blockbuster getrimmte Debüt von Bilal Lashari mal bei Hollywood, mal bei Bollywood abkupfert.
Ansehnlichen Production Values steht ein mickrig-konfuses Script gegenüber. Dadurch erhält der (zwischenzeitliche) Werbeclip für coole Sondereinheiten das Antlitz komischen Posings, da im schnittig-aufregenden Gestus alles mit energisch-dynamischen Kamerabewegungen aufgeladen ist. Nur verbirgt sich dahinter nichts – außer einem Haufen hübsch hochglanzlackiertem Schwachsinn: Viel Drama, etwas Action, ein paar Morde.
Bedeutsam, gewichtig und erotisch sind die selbstlosen Kämpfer-Models (darunter Pakistans Star Shaan als Major), ebenso die sinistren Superschurken (Shamoon Abbasi) und wütende Taliban-Turbanbärte. Ein Politiker gleicht einer Karikatur, dazu gibt es Schmalzarien, es wird getanzt und gefoltert und wem die Kombination nicht grotesk genug ist, der ergötzt sich daran, dass beim Fluchen die Tonspur einfach stumm geschaltet wird.
Zwar sprengen die Pyrotechniker nachts farbenfroh viele Kanister in die Luft und die Akteure zeichnen sich dadurch aus, dass sie Waffen besser handhaben als ihre Mimik; die Action aber ist ohne jede Übersicht veranstaltet, zudem eher sporadisch eingestreut. Das schwache Drehbuch lässt dieweil weder Spannung noch Dramatik entstehen. Wenn dies der beste Paki-Actioner sein soll, dann möchte ich die anderen wirklich nicht sehen.
Oh je. Ich fände es total reizvoll, einen klugen, anspruchsvollen Thriller aus einem Land wie Pakistan zu sehen. Aber der ist es ja wohl nicht …