ohne deutschen Start
Wer etwas Originelles möchte, wagt sich an den experimentellen „Under the Skin“ – für den Hausgebrauch geeignet, aber doch in erheblichem Maße ungemütlich und unheimlich hingegen betritt Indie-Filmer Jeremy Berg nach seinem Goth-Horror-Einstand „The Invoking“ erforschtes „Akte X“-Terrain, um dort mit „The Device“ sukzessive die Inklusion von Familiendrama, SciFi und psychologischem Schrecken vorzunehmen.
Was durch den Fund eines Artefakts – einer schwarzen Kugel mit erstaunlichen Fertigkeiten und schädlichen Auswirkungen – vorerst nach Richard Kellys „The Box“ nebst Shane Carruths „Primer“ klingt, so lange Calvin (David S. Hogan) daheim herumexperimentiert, schlägt den Weg von Scott Stewarts „Dark Skies“ und Harry Davenports „Xtro“ ein: Der Mann wird erst besessen wie Jack Torrance und dann wollen fiese Aliens seine Frau.
Statt Action und Effekte wie beim hohlen „Extraterrestrial“ stehen in „The Device“ invasive Alpträume mit brutalen grauen Gestalten, Psychologie, Paranoia und Bedrohung auf dem Programm. Die – freilich sattsam bekannte – Story fesselt, die No-Name-Mimen agieren gut, ihre Gesichter aber sind uninteressant und auch Bergs Regie reizt wenig. Er ist nicht gerade Roman Polanski – doch auch nicht so verquast wie Shyamalan in „Signs“.
Die Entscheidung, alles langsam und ruhig aufzubauen anstatt aufzublasen, in aller Stille Unbehaglichkeit, die Gefahr eines finsteren Sternenhimmels und seiner Wesen, sowie per tiefer Synthie-Störklänge Unheimlichkeit zu entfalten, hätte das Potential zu mehr. „The Device“ bewirkt nur deshalb nicht größere Beklemmung, weil Berg oft zu unsubtil, absehbar und konkret vorgeht, um tiefere Irritation und kosmischen Horror zu erwecken.
Wie Kate Alden (demnächst in „The Darker Path“) als Vergewaltigungsopfer Abtreibung und Suizidversuch überstand, enthüllt ein Schwesterndrama geschickt, bevor das Grauen durch die schwarze Kugel zurückkehrt und mit Gedankenkontrolle, Alpträumen und neuerlicher Schwangerschaft seine Mission fortsetzt. Weit besser als das miese IMDB-Ranking, aber formell zu nichtssagend und inhaltlich unindividuell, um mehr zu erreichen.
imdb ofdb