Kinostart: 17.12.2015, DVD/BD-Start: 28.04.2016
Der siebte Teil der Sternenkriegs-Mär unter der Leitung von Reboot-Profi J.J. Abrams („Mission: Impossible 3“, „Star Trek“) ist eine rundum unterhaltsame Space-Opera. In weiten Teilen fast schon ein Remake von George Lucas’ 1977 erschienenen Erstling variiert das Heldenepos „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ alle geläufigen Elemente, würzt diese mit Emotionen, einem satten Actionplot und überraschend viel Humor.
Natürlich lautet die Franchise-Devise „bloß keinen Fan enttäuschen“. Dies fördert einen bis ins letzte Detail durchgeplanten Konservativismus, der überraschungsfrei das Wiedersehen mit fast allen Ahnen der Reihe feiert, was dann schwülstig im Aufwärmen einer abgestandenen Liebe gipfelt. Aber die neuen Hauptfiguren, John Boyega als Finn und vor allem die klasse Entdeckung Daisy Ridley als Rey, tragen das Abenteuer emotional.
Es bleibt eine Familiensaga: 30 Jahre nach dem Ende von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ verpflichtet sich „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ der Suche nach dem letzten Jedi-Ritter und gestaltet sich dynamisch und spaßig, büßt im letzten Drittel aber einiges von dem zunächst vorgelegten Drive ein. Als Sidekick gefällt der drollige Kugel-Droide BB-8 und Harrison Ford glänzt trockenhumorig bis routiniert als ergrauter Haudegen.
Das alles ist eine Wohltat nach George Lucas ziemlich verkrampfter und hölzerner mittlerer Trilogie, auch wenn das Geschwafel von Gut gegen Böse und dem Kampf von Licht und Dunkelheit ein simples Gemüt benötigt, um nicht lächerlich zu wirken. Wieso es in diesem Hi-Tech-Universum keine Nuklearwaffen, sondern nur immer größere Todessterne gibt – geschenkt. Die couragierte Rey will man auf jeden Fall gerne wieder sehen.
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