Kinostart: 11.08.2016
Im fünften Teil der 2002 ins Leben gerufenen Agenten-Reihe nach Robert Ludlum steht die Wiedervereinigung des Dreamteams Matt Damon als „Jason Bourne“ und Regisseur Paul Greengrass („Captain Phillips“) an, die im zweiten und dritten Auftritt Actionthriller-Maßstäbe setzten und die Verunsicherung der Post-9/11-Ära auf den Punkt brachten. Aber was damals Standards definierte, ist anno 2016 nur noch professionelle Routine.
Das fesselnde Hochspannungsniveau der Vorgänger, einschließlich des vierten Parts von Tony Gilroy mit Jeremy Renner, die leider wegen zu geringer Box-Office-Durchschlagskraft abgesetzt wurden, kann Greengrass trotz all seiner durchaus beeindruckenden Verfolgungsjagden und Actionsequenzen nicht halten. Was an der mit seinem Stamm-Cutter verfassten, dünnen Story liegt, die nur Vorwände für die nächste Hatz liefert.
Die inhaltliche Routine verhindert in „Jason Bourne“, dass einen der untergetauchte Ex-Agent richtig packt. Durch diese mangelnde Bindung fällt deutlich auf, wie simpel strukturiert dieser Rückgriff auf Bewährtes ist, bzw. wie raffiniert manche Vorgänger waren. Die großen Enthüllungen fallen, wenn die Action nicht gerade rasant montiert wird, phrasenhaft aus, man hat sie – wie die kinetischen Abschnitte – schon zu oft gesehen.
Daran kann die internationale Besetzung wenig ändern: Tommy Lee Jones knüpft mit seiner durchsichtigen Verschwörer-Rolle an „Auf der Flucht“ an, Shooting-Star Alicia Vikander („Ex Machina“) ist als CIA-Karrieristin, der Zweifel an ihrem Auftrag kommen, unterbeschäftigt, Vincent Cassel („Das Märchen der Märchen“) muss als finsterer Killer nur sporadisch knurren und Matt Damon redet noch weniger als Arnie in „Terminator“.
Logik, Sinn, Handlungen der Akteure und Überwachungskapazitäten passen sich strikt den dramaturgischen Erfordernissen an. So glaubhaft die Computer- und Videotechnik auch sein mag, dass die CIA mit Auftragskillern und Einsatzteam bei der Euro-City-Tour durch die Hauptstädte Bourne wie Freiwild am helllichten Tag jagt, ist so zweifelhaft wie der pflichtschuldig eingeflochtene Diskurs über Privatsphäre vs. öffentliche Sicherheit.
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